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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1842-07-23 · Heft 30 (23.7.1842) · p. Seite 447

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
6 (1842)
Issue
Heft 30 (23.7.1842)
Date
1842-07-23
Page
Seite 447 (sequence 11)
Language
German
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447 doch immer gerecht sind! Mir scheint indeß der Verwerfungsgrund in der höhern Idee zu liegen, nach welcher der Tod die Entbindung des Geistes vom Körper, nicht sowol ein Akt der Gerechtigkeit, als vielmehr der liebevollen väterlichen Huld ist; 2) sind aus diesen Werken, namentlich aus H. G. viele Stellen Ln den Talmud übergegangen. Einzelne Beispiele sind hier überflüssig, da der gelehrte Herr Rap. im 6. B. des Kerem Chemed einige giebt. Ich will nur noch auf Folgendes aufmerksam machen. Der erste Abschnitt der Massechet Derech Erez Rabba (ursprünglich: Hilchot Derech Erez, s. Toß. Ketubot 17s), der mit den übrigen in gar keiner Beziehung steht, ist aus H. G. Hilch. Erajot im Anfang wörtlich entnommen * **)). Dies geht daraus hervor, daß R. Jakob Tham, Toß. und Andere in Bezug auf die, vom Zeruschalmi verbotene, vom bab. Talmud"") aber erlaubte ntöN auf H. G. in dieser Stelle sich berufen, von unserm ersten Abschnitt aber nichts wissen. Es erscheint mir aber auch als gewiß, daß die ganze Stelle auch in H. G. von unkundiger Hand eingeschaltet wurde; denn erstens enthalt sie unerhörte Absurditäten, wovon die Leser sich selbst leicht überzeugen können, und zweitens wird weiter unten in H. G. n'br als erlaubt angeführt, und da die Geonim den Jeruschalmi gänzlich verwarfen und die nachgeonischen Gelehrten ihn jedenfalls in Kollisionen unberücksichtigt ließen, so muß die erste erschwerende Meinung von einem, wie man sich ausdrückt, ll'NNN -isiS eingeschaltet worden sein. Hieraus geht zugleich hervor, daß Gelehrte, wie R. Jakob Tham und A. die H. G. wenig studirten, und daß sie alles Vorgefundene für blanke Münze nahmen.— Jedee Einsichtige wird nun wol gestehen, daß ein fleißiges kritisches Studium dieser Werke von großem Nutzen sein würde. Dieses Studium muß aber möglichst erleichtert werden. Die Sch-erfreuten sich in neuerer Zeit einer Bearbeitung durch den außergewöhnlichen Talmudgelehcten R. Jes. Berlin. Das Hauptverdienst dieser Bearbeitung ist eine genaue Nachweisung der Talmudstellen. Das Scheilat Schalom streift häufig in das Gebiet des Pilpuls hinüber und hatte auch meist ganz wegbleiben können, wenn R. I. Berlin die H. G. verglichen hätte, in welche ein *) In H. G. ist die Stelle korrekter, so fehlt auch der lächerliche Satz, daß eine Chaluza weder den Ehaluz noch den Baal (Gatten, also nach dem Tode!) heirathen dürfe. **) Jebamot 21a. großer Theil der Sch. wörtlich, aber korrekter — zuweilen jedoch auch inkorrekter — übergegangen ist. Bes einer neuen Ausgabe müßten nun beide genau verglichen und in den Randglossen gegenseitig berichtigt werden. In den H. G. müßte man die Citate genau Nachweisen, 'und auf die häufigen Wiederholungen und Widersprüche aufmerksam machen. Bei einer neuen Talmud-?lusgabe endlich wären auch die Sch. und die H. G. in das N1272 Id miöm aufzunehmen. — Eine solche Arbeit würde auch dem steifsten Talmudisten die Augen öffnen, über die Großartigkeit der neuen kritischen Schule. Sie dürfte aber die Kräfte und die Muße eines Einzelnen zu sehr in Anspruch nehmen; es wäre daher rathsam, daß sie unter mehrere Mitarbeiter vertheilt würde, unter der Redaktion eines bewährten Kritikers. Herr Rapaport dürfte die Redaktion und Herr Landau den Druck übernehmen. Schreiber dieses will gerne einen Theil seiner Muße mit völliger Uneigennützigkeit der Mitwirkung widmen. — Ich will nun noch Einiges über die Verfasser der H. G. heranbringen. Sehen wir uns hierüber bei den ältern Gelehrten um, so finden wir nur Verwirrung anstatt Aufklärung. So heißt es bei Baal Hamaor immer: R. Simon Kairo Baal Hatachot Rischonot, oder auch nur Baal H. Risch., zuweiten kurzweg Baal Hat., einmal (Rosch Haschana Ende) R. Simon Kairo B. H. Gedolot. (Der eigentliche Name war wahrscheinlich H. Ged., das Prädikat: rischonot aber spater zur Unterscheidung von den Hilchata und Gabrata des R. Samuel Hanagid (s. Baal Hamaor Ketubot 69s ed. W.) entstanden.) Aber Schabbat 8s (ed. W.) beruft sich Baal Hamaor auf eine Entscheidung, die Baal Halachot (im Milchemet des Ramban das. ausdrücklich: Baal Hat. Rischonot) im Namen des R. Zemach b. Palto Gaon giebt"); nun lebte aber dieser R. Zemach fast Hundert Jahre später als R. Simon Kairo! Im Milchemet Schabb. 17b heißt es: B. Hat. Rischon. und B. H. Ged. verbieten rc., woraus hervorgeht, daß H. Risch, und H. G. und deren Verfasser verschieden waren; allein im Milchem. Peßachim 158s heißt es: R. Simon Baal H. Ged., und Schabb. 52b: R. Simon B. H. Rischon., und 55 b: R. Simon B. Hal., wornach beide identisch wären! So viel können wir als gewiß annehmen, daß die Hal. des R. Simon die erste und Hauptgrundlage der H. G. bildeten. R. Jehudai Gaon machte Zusatze, *) Dies ist übrigens in unfern H. G. nicht zu finden.

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