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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1842-07-23 · Heft 30 (23.7.1842) · p. Seite 442

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
6 (1842)
Issue
Heft 30 (23.7.1842)
Date
1842-07-23
Page
Seite 442 (sequence 6)
Language
German
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442 Zinsen auf die angeleihene Summe, als Zinswucher zu bestrafen sein wird. Altona, im Ober-Präfldio, den 5. Juli 1842. Graf Conrad v. Blücher-Altona. Oesterreich. Aus Ungarn, 26. Juni. (Privatmitth.) In der Allg. Zeit, des Jud. No. 17 erzählt ein Korrespondent aus Preßburg, daß der Herr Unterdechant daselbst, die Aufmerksamkeit der lobt. Stände, auf den bei den Israeliten eingewurzelten Mißbrauch: die Beerdigung gleich nach dem Sterben folgen zu lassen, gelenkt; daß er ihnen das Gräßliche dieses Verfahrens vorgestellt; welche.Aufmerksammachung eine Resolution der löbl. Stände zur Folge hatte, nach welcher den Stuhlrichtern aufgetragen wird, künftig über die Befolgung der Vorschrift, die Leiche erst nach 48 Stunden beerdigen zu dürfen, ein aufmerksameres Auge zu haben. Der Korrespondent schließt mit dem Wunsche: daß auch in andern Komitaten, über diese polizeiliche Verordnung, gewacht werden möge; einem Wunsche, den gewiß jeder Menschenfreund und Vorurtheilsfreie mit ihm theilet. Für mich mußte dieser Bericht um so interessanter fein, da ich einige Tage vor dem Lesen dieser No. in Nagy - Tapolcsany, einem Marktflecken im Neutraer Komitate, Zeuge eines Vorfalles war: wo ein israelit. Privatlehrer um fünf Uhr Nachmittags den letzten Athem ausstieß, und schon um fieben Uhr in's Grab gesenkt wurde!!! Bei all den schrecklichen Geschichten, so man von Fällen des Scheintodes hört, liest und erlebt, will der Jude (der Hyperorthodoxe, der auf dem Lande noch immer den größern und mächtigem Theil der Gemeinde ausmacht) kein Haar breit von dem Herkömmlichen weichen, sollte auch der Sohn seinen Vater, der Vater seine einzige Tochter lebendig begraben. Gottlob, daß unseren humanen Regierungen, auch dieses nicht entging. So haben nächst den löbl. Ständen des Preßburger, auch die desKomorner und Oedenburger Komitates, in den süngst abgehaltenen General-Kongregationen, den Bezirksstuhlrichtern für die Zukunft mehr Aufmerksamkeit auf die pünktliche Befolgung der Beerdigungsvorschrist zur Pflicht gemacht. Es ist dieser heilsamen Verordnung eine dankbare, herzliche Aufnahme von Seiten der Israeliten zu wünschen. —. Was die Kultur der Israeliten in Ungarn betrifft, so sind wir zu den schönsten Hoffnungen berechtiget. Bei den großen Anstrengungen und Kämpfen die der Einführung zeitgemäßer Ordnung, gewöhnlich vorangehen, flehet man doch das System der Neuzeit immer mehr Terrain gewinnen. So berichtet die Ofner Zeitung von ßonyhärd (im Tolner Komitate) einer der größten Gemeinden Ungarns, daß dort bereits eine israelitische Schule im Wirken begriffen ist, die von 17» Schülern besucht, in der am 23. März laufenden Jahres, in Gegenwart einer Komitats-Deputation, mehrer Herrschaftsbeamten und des Gemeinde-Vorstandes abgehaltenen Prüfung, nach einem nur fünfmonatlichen Bestände, die Zufriedenheit aller Anwesenden über alle Erwartung gewann. In dieser Schule wird hebräisch, ungarisch und deutsch nebst Elementarwisscnschaften gelehrt. —. Hinsichtlich der Verbreitung der ungarischen Sprache, meldet ferner die Ofner Zeitung die Resultate der im April im Oedenburger Komitate abgehaltenen General-Kongregation herzählend, wurde die Anzeige gemacht:"daß besonders die Israeliten darin erfreuliche Fortschritte machen. Nicht so befriedigend sind die Berichte über die diesfallsigen Leistungen in den christlichen Schulen der deutschen Ortschaften dieses Komitates. —. In den Gemeinden Neustadt! und Trentschin — beide an der Waag, nur erstere im Neutraer letztere im gleichnamigen Komitate — sind bereits, in der Mitte der israelitischen Jugend Lesevereine in's Leben getreten. Ein Näheres ist mir über diese Vereine noch nicht zugekommen. E. F. Preßburg. Unter den vielen Wohlthätigkeitsanstalten der israelit. Gemeinde auf dem k. Schloßgrunde zur Unterstützung der Armen, Kranken und Verwaisten, verdient eine besondere Würdigung, die durch die Gemeinde seit 1820 statuirte Profeffionistenanstalt, wodurch schon über 200 arme Kinder in den Stand gesetzt wurden, theils hier theils im Königreiche und auch im Auslande durch erlernte Handwerke sich zu ernähren und mitunter ihre Eltern und Angehörigen zu unterstützen. In Anerkennung dieses für die arme Jugend so wohlthätigen

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