Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 6 (1842)
- Issue
- Heft 30 (23.7.1842)
- Date
- 1842-07-23
- Page
- Seite 439 (sequence 3)
- Language
- German
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439 das dort in dem unumschränkten und gefürchteten Cherem besteht, dagegen anzuwenden. Nach der Versichrung des Herrn Dr. Löwe in London, der uns den Prospekt eingesandt hat, ist es diese, durch Europäer nach Smyrna gebrachte Allg. Zeit, des Judenth, die die Idee erweckte. Frankreich. Paris, im Juni. (Arch. isr. de Fr.) Die Herren Altaras und Cohen sind am 17. Mai in Algier angekommen; sie sind schon den östlichen Theil der Kolonie durchreist, und haben überall den regsten Anklang für ihre menschenfreundliche Unternehmung gefunden. — Den 19. Juni wurde in Metz eine israelitische Kinderbewahranstalt eröffnet.— Donnerstag , den 2. Juni wurde in Bordeaux die erste Konfirmation auf sehr ausgezeichnete Weise gefeiert. Nach derselben wurde eine Sammlung für die Abgebrannten in Hamburg angestellt. — , Norwegen. Brüssel, im Juni. Der I'Iodepeudant de Bruxelles, enthält folgenden Artikel. „Wir finden folgenden Bericht, dessen Autenticität uns verbürgt worden, in einem Schreiben vonAmsterdam, vom 29. Mai: Nachdem neuerdings beim norwegischen Storthing der Antrag geschehen, das höchst intolerante und mit einer freisinnigen Konstitution wenig in.Einklang stehende Gesetz, durch welches den Israeliten nicht bloß im Lande sich niederzulassen, sondern auch selbst das Territorium zu betreten verboten ist, abzuschaffen; und die mit Abfassung des desfallsigen Gesetzesentwurfs beauftragte Kommission sich mit genügenden Aufschlüssen über den Stand der Juden in den Ländern, wo sie seit längerer Zeit eine vollständige Emanzipation genießen, versehen wollte, weshalb sie sich an den Herrn G. I. Egidius, schwedischen und norwegischen Konsul zu Amsterdam, wandte und von ihm einen detaillirten und genauen Bericht verlangte: hat dieser Beamte, sich wenig um Treu und Glauben, die von denen, welchen man ein unbedingtes Vertrauen schenkt, noch mehr gefordert werden können, und um das, was man der Wahrheit schuldig ist, kümmernd, nur die Einflüsterungen des Hasses und besonderer Vorurtheile gehört, so daß er seinen Bericht mit offenbaren Lügen und auffallenden Berläumdungen anfüllte. So z. B. erklärt dieser Mann die geringe Zahl von Israeliten, die sich auf den Verbrecherlisten vorfindet, durch ihre List und Feigheit, indem sie, nicht selbst zu stehlen wagend, Räuber und Diebe im Solde hätten, daß die Gemeinde zu Amsterdam mehr als 600 Hehler und ordentliche Hehlerverxine zähle, daß fast alle Eskroquerieen von Juden ausgingen, daß -K;tel Israeliten in Holland Arme wären, die von den Christen erhalten würden und diesen nur zur Last fielen; daß sie nicht die geringste Neigung zu Gewerken, Handel und chrenwerther Industrie hätten, daß die Anzahl der ordentlichen und ehrenwerthen Israeliten höchst gering wäre, daß im letzten Kriege die jüdischen Soldaten sich nur durch ihre Feigheit ausgezeichnet hätten ff." „Nicht zufrieden, seinen verläumderischen Bericht einzusendcn, beeiferte sich dieser moderne Haman Abschriften überallhin zu verbreiten. Deshalb gelangten Briefe aus Dänemark, Schweden ff. nach Amsterdam, in denen man sein Erstaunen bezeugte, und Befürchtungen über die Folgen eines so unloyalen Schrittes eines öffentlichen Beamten ausdrückte. Glücklicherweise kam die Wahrheit bald an den Tag, und kaum war der Inhalt dieser Briefe zur Kenntniß des Herrn Advokaten S. P. Lippman, eines der Koryphäen des Advokatenstandes zu Amsterdam gekommen, desselben Mannes, der ein sehr geschätzes Werk über die Diplomatie geschrieben, Mitglied des israelit. Konsistoriums ist, und jüngst mit dem Löwenritterorden geschmückt ward, als er, ein eifriger Vertheidiger seiner Glaubensgenossen, für sie eine eklatante Rechtfertigung durch das Zeugniß der höchsten Würdenträger des Königreichs erhalten wollte. Bei der ersten Aufforderung ließen ihm unverweilt die Herren Minister des Innern, der Justiz, der Finanzen und des Krieges, sowie der Präsident des Gerichtshofes von Amsterdam, Herr M. C. van Hall, Vater des neuen Ministers der Justiz, und der General Chasse, die befriedigendsten Antworten und die ausdrücklichsten Widerlegungen der Verleumdungen jenes Konsuls zukommen. Der General Chasse, der berühmte Vertheidiger der Citadelle von Antwerpen, sagte unter Anderm: „Als Mann von Ehre, kann ich versichern, daß, wenn meine Lauf-