Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 6 (1842)
- Issue
- Heft 30 (23.7.1842)
- Date
- 1842-07-23
- Page
- Seite 438 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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438 allenfalls dadurch die Wahrheit an's Licht kommen — auf ckssw Geöicte der Ansichten und Gesinnungen aker ist Elches PerssÄh^en nicht Unparteilichkeit, stWdzxn Gesinnungslosigkeit. — Mit uns Juden -treibt diese Leipz. Allg. Zeit, nun besonders ihr Spiel. Sie überfüllt sich mit Artikeln über dieselben, streut einmal zwei Körnchen Freundlichkeit für sie aus, und dann überschüttet sie sie mit ganzen Haufen Haß und Verdammniß. Sie hängt den Köder einiger wohlwollenden Phrasen aus, um dann den ganzen Fisch abzuschuppen und zu zerstückeu. Sie macht sich dann allenfalls den Spaß zu behaupten, daß sie das pro und contra gewissenhaft erwägen lasse, und nennt das Ganze „Wahrheit und Recht, Freiheit und Gesetz!" (ihr Motto.) Allerdings können wir Juden nicht verlangen, daß uus bloß Süßigkeiten vorgesagt werden -- auch ist unser Geschmack darin gar nicht so verdorben worden. Aber solche Schmähungen, solche niederträchtige Behauptungen, wo wir sammt und sonders der höchsten Immoralitat ohne einen Schein von Beweis in der abscheulichsten L»geni Hastigkeit gezecht werden, solche mir nichts, dir nichts in! die Welt zu bringen, und dann noch den Mantel der > Unparteilichkeit um seine Schultern werfen zu wollen, , dazu gebört eine unmoralische Gesinnungslosigkeit. Die; deutschen Blätter sind Tag für Tag mit Deklamationen j über die Falschheit der Parteiblätter in Frankreich und! England augefüllt, und allerdings erlauben sich diese oft! genug Verdrehungen der Thatsachen zu Gunsten ihrer j Partei. Immer aber trifft man bei ihnen eine Festig-; feit bet Ansicht, und sie täuschen den Leser auch keinen j Augenblick über das, was sie wollen und erstreben. Nun j nehme Einer aber die Leipziger Allgemeine in die Hand, j und er wird niemals wissen, niemals sicher sein, was er j auf der nächsten Seite findet, jede neue Nummer wird! Zbn in eine neue Ungewißheit werfen, bis er das Blatt! — mit Verachtung von sich wirft. Und dies geschieht j denn auch. Jeder Ehrenmann ist über den Charakter j dieses Blattes langst einig, und beachtet seine Evolutio-! nen nicht mehr. Es hat selbst sein Wirkungsvermögen i bis auf Null herabgebracht, und bloß in Berlin und eij nigen Nachbarstädten ist man noch nicht ganz zur Einj sicht darübergekommen. Die Täuschung wird auch hier j weichen, und das Ende da sein — über Nacht. j Zeitungsnachrichten. Asien. Hamburg, 7. Juli. (Privatmitth.) In Smyrna wird jetzt ein Zeitungsblatt in der dort üblichen Judenspanischen Sprache unter dem Titel wsna iia (In buena esperauza) erscheinen. Wir haben den vom 12. Sivan datirten Prospekt vor Augen, im den jährlichen Abonnementspreis auf 100 Piaster (etwa 12 Thaler) und die Ausgabezeit auf monatlich 4 Nummern angibt. Der nächste Inhalt wird bestehen in: Handelsnachrichten, Preiskuranten, Schiffsberichten, Auktions- und Verkaufsanzeigen, sodann in politischen Nachrichten aus allen Theilen der Welt und endlich in Aufsätzen, die die Verbreitung "von Licht und Kenntnissen unter den Juden des türkischen Reichs bezwecken, a^niiu LipiE 'P D1Ü3‘>,'7:,’VeU 1p “i“! ÖNTp ’jN‘T’ü-l72 'N Di“'! 'JNI'D-'N C'tiaKE DNuJD'N ‘]lüO-l/56» 51122^15 ">N ai^V1» -,'8 ip-’iasne. Der Herausgeber, welcher sich Rafael Usiel Chiub nennt, klagt sehr über die unter seiner Nation herrschende Unwissenheit, welcher sie ihre allgemeine Armuth und die Verachtung ihrer Nebenmenschen zu verdanken habe, und die es jedem Einzelnen, der bei der gegenwattigen Wandelbarkeit der Glücksgüter von seinem Besitz herunterkommt, fast unmöglich macht, sich wieder zu erheben. Der ganze Ton verräth, wie verblödet das Volk dort sein muß, man muß ihm Stück für Stück beweisen, daß eS nützlich sei, sich um die Dinge der Welt zu bekümmern. Zwar sei es allerdings gegründet, daß alle diese Kenntnisse in den Büchern unserer alten Weisen zu finden, allein auch mit diesem Studium beschäftigen sich, der großen Armuth willen, nur wenige in diesen Gegenden: aib is^b ■'•j is rtirp-iitt ■’n a'uaurs nalla^:5 diso^nd ■>5 ntipbsu V** Dia n-öeu^ yoT-'B Va ■’i N728P 11E a^ip'uir7E t« -p NT’IUJ IT nOINplN» 'JN'V, ns ■'5? 1£51-’'1BN ‘JN'15 a^uiiE dnüd-’» *'N ic. Wir wünschen diesem neuen Unternehmen, das wir als den mächtigsten Hebel zur Aufrichtung des verwahrlostesten Theils betrachten und das dort eine mächtige, mit Gottes Hülfe eine gute Einwirkung haben wird, den besten Erfolg und hinlängliche Kräfte zum Widerstande gegen die dortigen Rabbinen, die, so weit wir urtheilen können, nicht ermangeln werden, ihr Schwert,