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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1842-07-16 · Heft 29 (16.7.1842) · p. Seite 427

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
6 (1842)
Issue
Heft 29 (16.7.1842)
Date
1842-07-16
Page
Seite 427 (sequence 7)
Language
German
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427 versagt sind. Es ist dieses eben so rühmlich für unsere Kolonie, als es die Gesetzgebung des Mutterlandes in den Schatten stellt. Ich hege die Zuversicht, daß die Zeit nicht mehr ferne ist, da die Gesetzgebung der vereinigten Königreiche, dem Beispiele Jamaica's folgend, allen getreuen Unterthanen unserer erhabenen Königin ohne Unterschied der Religion gleiche Rechte gewähren wird. Die Erfahrung liefert uns den Beweis, daß dies nicht allein ohne Nachtheil, sondern mit offenbarem Nutzen geschehen kann, und ich hoffe den Tag zu erleben, wo das englische Parlament den Grundsatz feststellen wird, daß Alle, welche zu den Staatslasten beitragen, zu dem Genüsse gleicher Rechte berechtigt sind, und wo man allgemein anerkennen wird, daß das Geheimniß, die Staaten aus sicherer Grundlage zu befestigen, darin besteht, alle Interessen zu verschmelzen und alle Herzen in brüderlicher Liebe zu vereinen. — Meine aufrichtigen Wünsche für Ihr Glück und Wohlergehen werden Sie stets begleiten. Charles Mctcalfe."" Deutschland. Mainz, 20. Juni. (Fr. I.) *). Mit Rücksicht auf die in diesen Blattern erwähnte Zuschrift des preußischen Ministers Eichhorn an die Berliner Judenschast, wegen angeblicher Häufung der Verbrechen und der Unsittlichkeit unter der jüdischen Bevölkerung, sei hier bemerkt, daß in der Provinz Rheinhessen, wo die Juden etwa ein Siebzehntel der Bevölkerung ausmachen, jährlich unter etwa 50Assisenfällen seit längerer Zeit durchschnittlich Ein Jude Angeklagter ist, daß unter 30 zuchtpolizeilich Beschuldigten das Verhältniß der Juden zu den Christen wie I zu 28 ist, und hier wieder die Juden größtentheils wegen Schlägereien vor Gericht standen, bei welchen sie die Angegriffenen waren. Das Verhältniß der unehelichen Geburten zu .den ehelichen ist unter den Juden 1 zu 30. *) Wir würden cs sehr dankbar anerkennen, wenn, wer cs nur vermag, uns solche authentische Notizen aus der Kriminalstatistik zukommen ließe, um mit der Zeit ein Vollständiges zu erhalten. Redakt. Qesterreich. St. Nicolau, 22. Juni. (Privatmitth.)*) In No. 8 dieser Zeitung vom vorigen Jahre wurde des Herrn M. Mauksch gedacht, der Taubstummgeborne recht laut und deutlich sprechen und lesen nebst anderen Fertigkeiten lehre. Es ist demselben auch vielseitige Anerkenntniß zu Theil geworden. So überwies ihm der Herr Adolph von Szentivan, ein Mann voller Adel der Gesinnung, eine bedeutende Summe, um im vorkommenden Falle dafür ein armes stummes Kind zu unterrichten. Um so bedauerlicher ist es, daß auch in Ungarn, das jetzt mit Riesenschritten höherer Civilisation zuschreitet, und seinen Ruhm in Handlungen, nicht in Worten sucht, jede öffentliche Anstellung vom christlichen Glaubensbekenntniß abhängig ist. In solchem mittelalterlichem Geiste wurde Herrn M. M., als er sich um eine am Waitzener Taubstummen-Institut vakante Lehrerstelle bewarb, das christliche Glaubensbekenntniß als erste Bedingung angegeben. Wie sollte es auch anders! Hätten doch gewiß die unglücklichen Kinder es verschmäht, das göttliche Geschenk der Sprache aus der Hand eines Menschen zu empfangen, der einer Religion angehört, die schon vor Jahrtausenden Lebenslicht ausstrahlte, ohne welche euere Eltern und Lehrer noch heute im finstern Heidenthum herumgetappt hätten, die einem nach allen Winden zerstreuten Häuflein Kraft und Ausdauer verlieh, den hartnäckigsten und blutigsten Verfolgungen zu trotzen und in der tiefsten Erniedrigung Tugenden aufzubewahren, die man vergebens bei andern, freien Religionsparteien in solchem Maße sucht! O! über die Verkehrtheit! — Die Schule des Herrn M. M. besteht übrigens gegenwärtig aus acht Zöglingen, worunter ein vom *) Ich ergreife die Gelegenheit, zu bemerken, daß Herr Rappaport in einem Schreiben sich völlig gerechtfertigt. Er hatte den Gegenstand — die Stellung deS Almemor's für zu unbedeutend und für als gleichgültig zu allgemein bekannt erachtet, um — bei schweren häuslichen Leiden — sich diesen zu entziehen und zu antworten. Erst aus diesen Bl. hat er ersehen, welche Wichtigkeit man hier der Sache beigelegt, und wie jenes den ersten Schritt zu allem Bessern verhindern sollte. Corresp.

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