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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1842-07-16 · Heft 29 (16.7.1842) · p. Seite 425

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
6 (1842)
Issue
Heft 29 (16.7.1842)
Date
1842-07-16
Page
Seite 425 (sequence 5)
Language
German
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425 Thatsachen referirt und die ein weites Feld zur Betrachtung lassende Erklärung, unter andern z. B. auch, wie es komme, daß die Untersuchungen bei den Juden zu den Freisprechungen allerdings ein auffallendes Mißverhältniß dort wie hier bieten, einem Jeden selbst überläßt, quält man sich bei uns ab, das Mißverhältniß in den Straferkenntniffen auf Seiten der evangel. Christen so zu erklären, daß um's Himmels Willen kein ungünstiges Licht auf die Protest. Religion falle. Und doch macht man's mit den Juden anders. O christliche Liebe und Gerechtigkeit, wann wirst du endlich zur Wahrheit werden! — Wir fahren im Texte fort: „Es sind von der ganzen Zahl der in die Strafanstal- „ten eingelieferten 134 (36, 51) evangel., 228 (62, 13) „kathol. und Mosaischer Religion." — Es ist zu bedauern, daß bei so genauen Angaben doch das Verhältuiß der Juden in den Strafanstalten, wir wissen nicht aus welchem Grunde, mit den Kath. kollektiv genommen worden. Auch wird die Qualität der zur Untersuchung gekommenen Verbrechen zwar im Allgemeinen, leider aber nicht in Bezug auf Religion gegeben. — Hat nun Mühler das Großherzogthum Baden als denjenigen Staat angegeben, wo das ungünstigste Verhattniß der Untersuchungen auf Seiten der Juden stattgefunden, so hat er zuverlässig binzugefügt, daß das Verhältniß der Freisprechungen bei den Juden im Uebermaße prävalirt. Das aber hat der Zeitungsreferent zu ergänzen vergessen. 4) Was sollen wir nun aber vollends von einem so eben zum Besten gegebenen Mährchen sagen, nach welchem unser Kultusminister Eichhorn die Berliner Judenschaft aufgefordert haben sollte, „in den Schulen mehr auf Kräftigung der Sittlichkeit zu halten, weil es nach statistischen Ermittelungen" (wie wir in der vor. Nummer gesehen) „feststehe, daß unter den Juden mehr Verbrechen verfielen, als unter den Christen." Es wird aber hinzugefügt, daß Herr E. auf die Vorstellung eines Vorstandes der dortigen Judenschaft von der Unrichtigkeit dieser angeblichen Statistik sich schon zu einer gelegentlichen Berichtigung in der Staatszeitung bereitwillig erklärt habe, jener aber hiemit nicht zufrieden gewesen sei, sondern auf einen ausführlichen Widerruf bestanden habe (Brest. Zeit. No. 140). — Fast könnte man versucht sein, die Historie für wahr zu halten, wenn man sie nicht für Fabel halten müßte. — Aber auf die Gefahr hin, von der 8. A. Z. verketzert zu werden, wenn wir denjenigen Schutz von der Censur verlangen, der nach Eingangs erwähntem Citat andern Religionsparteien zugesprochen worden, fragen wir: Liegt es, kann es liegen im Sinne unsers großen und erhabenen Gesetzgebers, unsere göttliche Religion jeder mäßigen, frivolen Feder Preis zu geben, gleichsam moralisch vogelfrei zu erklären? — Die Antwort ist unbedingt: Nein! Nimmermehr! — Wie würde dies mit der in einer wahrhaft Demosthenischen Rede gegebenen Versicherung stimmen, welche „allen Glaubensparteien gleichen Schutz" zugesichert, „gleiche väterliche Vorsorge" versprochen! Wie würde dies mit dem eben so energischen als unwandelbar festen Charakter unsers Monarchen übereinstimmen, den wir schon im Anfänge seiner Regierung in Dirschau und später in Breslau kennen zu lernen Gelegenheit hatten! Sind wir denn statt zwei Jahre vorwärts — 200 rückwärts gegangen!? Allein obne cs zu denken, sprechen die nämlichen oft citirten Zeitungen selbst aus, wie sehr es in unsers Königs Absicht liegt, unsre Religion mit geziemender Pietät zu ehren. — Nach einer Mitteilung der L. A. Z. und anderer Zeitungen nämlich steht mit Nächstem ein Gesetz bevor, das die Alt-Lutheraner, „welche als Mutter des Protestantismus zu berücksichtigen," als dritte herrschende Staatskirche betrachtet wissen will. Nimmermehr aber kann die anerkannte Konsequenz unsers Königs so mißverstanden werden, als wenn die kindliche Pietät nur bis zur Mutter und wenn's hoch kommt — Großmutter sich erstrecken sollte, während die alte ehrwürdige Urgroßmutter — mit Füßen getreten werden dürfte. — Zeitungsnachrichten. Amerika. Jamaica, im März. (Didask.) Wir entnehmen dem „Morning Journal," einem zu Kingston auf Jamaica erscheinenden Blatte, nachfolgende, dem bisherigen Gouverneur dieser Insel, Sir Charles Metcalfe, bei Gelegenheit seiner Abberufung von den dortigen deutschen und englischen Israeliten überreichte Adresse, die von demselben darauf ertheilte Antwort und die Bemerkungen, welche obiges Blatt diesen beiden Aktenstücken voranschickt: „Wir machen unsere Leser in Großbritannien auf die Antwort aufmerksam, welche Se. Excellenz der Gouverneur auf eine ihm von den englischen und deutschen Israeliten zu Jamaica überreichte Adresse

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