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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1842-06-25 · Heft 26 (25.6.1842) · p. Seite 385

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
6 (1842)
Issue
Heft 26 (25.6.1842)
Date
1842-06-25
Page
Seite 385 (sequence 13)
Language
German
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385 Warasdin, 24. Mai. (Privatmitth.) Die Errichtung der Tobten- oder Leichenkammern wurden bereits 7. März 1771 gesetzlich anbefohlen. Da sie aber der erwünschten Absicht nicht entsprachen, und auch nicht allgemein eingeführt wurden; so haben Se. Majestät, weiland Franz 1., bewogen durch die schreckliche Vorstellung, daß mehre Scheintodte zur grausamsten Marter lebendig begraben wurden, und auch in Zukunft begraben werden könnten, mittelst eines Hofdekretes an alle Landesstellen unter dem 25. Februar 1797 diese Verordnung dahin erneuert, daß an allen Orten die Herstellung der Todtenkammcrn auf nachstehende Art zu bewerkstelligen ist: „Die Leichenkammern müssen von Stein gebauet, die Fenster mit Drahtgittern, die Kammern selbst mit Oefen versehen sein, um das Erfrieren eines vielleicht Scheintodten zu verhindern. In diesen Kammern sollen diejenigen Leichen, die man im Hause durch die vorgeschriebenen 48 Stunden nicht behalten kann, beigesetzt und an ihrer Hand eine Schnur befestiget werden, die an einer im Zimmer des nächst Anwohnenden befindlichen Glocke hängt. Die Kammer muß auch, im Falle eine Leiche in derselben befindlich ist, zur Nachtzeit beleuchtet sein; die Thür des Einganges aber, welche von Außen zu verschließen ist, muß von Innen leicht geöffnet werden können." „Gleichzeitig wurde den Landesstellen anbefohlen, die Einführung dieser heilsamen Anstalt dort, wo sie noch nicht besteht, mit Nach- , druck zu betreiben, und den Religionsvorstehern insbesondere die thätigste Mitwirkung zur Pflicht zu machen." 11. 11. Arad, .20. Mai. (Privatmitth.) Heute ward unsrer königl.'Realschule abermal das Glück zu Theil, von Se. Excellenz dem Herrn Csanöder Bischof und Ober-Schulen-Jnspektor Jos. v. Lonovits (bekannt durch seine vorjährige Mission beim Papste) besucht zu werden. Se. Excellenz examinirten streng die Klassen aus allen Fächern, und hielten, was noch nie geschah, eine durchgreifende Prüfung von 2\ Stunden, die so eminent aussiel, das der hohe Prälat', sichtbar ergriffen, immerfort seine geistlichen und weltlichen Begleiter auf die Antworten der Kinder aufmerksam machte; einen Schüler mit einer Silbermünze beschenkte, und dem Gemeinde-Vorstände die größte Zufriedenheit auszudrücken, geruhten. — *) Es läßt sich hier wenig Unterschied zwischen den Professoren machen, es zeichnete sich Einer wie der Andere vortrefflich aus, und diese Herren dürfen ebenso sicher auch auf unfern Dank rechnen, so sicher unsere Schule als Musterschule in Ungarn anempsohlen zu werden verdient. — Schade nur, daß unserm Ober-Vorsteher Herrn Jakob Steinitzer nicht gegönnt war, Zeuge dieser vortrefflichen Prüfung . zu sein. Herr Steinitzer ist gleich nach Antritt seines Amts, von seinen Kollegen nach Wien berufen worden, um als stsr. ung. Landes-Deputirter den nahen ung. Landtag vorzuarbeiten und das Riesenwerk zu vollenden. Möge der Allmächtige ihre Schritte glücklich leiten und ihr Vorhaben gelingen lassen, Ungarns Juden würden dadurch glücklich, die der östreichischen Monarchie hoffnungsvoll. Der Knoten wird und muß bald gelöst werden, die israel. Repräsentanten sind dann in der ung. israel. Geschichte verewigt, und wir werden Stolz drauf sein, auch unfern Freund an den Lorbeeren der Sieger Theil nehmen zu sehen. . . . n. Literarische Nachrichten. Brüssel, 29. April. (Privatmitth. Verspätet.) In diesen Tagen erschien hier von Herrn Sommershausen eine kleine Pieye (wegen Mangels an hebräischen Lettern lithographirt,) welche den Kennern der hebr. Literatur und den Freunden einer unschuldigen Laune sehr viel Vergnügen machen wird. Es ist eine Travestie für das Purimfest: v'Nisw b^bb tiian (für b^bb fixifi D^iB'ü). Die Idee ist glücklich durchgeführt, mit au- *) Bei der unmittelbar nach der Prüfung erfolgten Mittagstafel bei einem bohen Stadt-Beamten, wo die hiesigen Geistlichen, Militär, Wechsclgerichts, Komitats- und Magistratschefs zugezogen waren, konnten der Herr Bischof nicht genug Rühmliches von den überaus vergnügten Pcüfungsstunden erzählen; und äußerten: daß unsere Schule die Beste sei die Er noch in Ungarn unter Gymnasien und Seminarien rc. re. getroffen habe, der Ec auch stets sein wachsames Auge schenken wird. Anm. d. Corresp.

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