Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 6 (1842)
- Issue
- Heft 26 (25.6.1842)
- Date
- 1842-06-25
- Page
- Seite 386 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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386 ßerordentlichem Witz. Man sehe gleich im Anfang das Wmöa i-rn, oder das: rataia tpte« rma piapa •wi y-Diö ra'-n yim wi »ao '•Di tmtüi. Obgleich diese frort nicht Ln den Buchhandel gekommen, so kann man doch vom Verf. Exemplare für 10 Sgr. beziehen. Paris,' im Mai. (Eingesandt.) Examen d’un Israelite a Tage de treize ans (N1272 *na). Paris, 1842. XIII. 95. Das Schriftchen, welches wir hier anzeigen, ist die Konfirmation zweier Söhne des Herrn James von Rothschild durch Herrn Albert Cohn. Von den Eltern der beiden Konfirmanden dem Drucke übergeben, ist es nur den Freunden der Familie und des würdigen Lehrers mitgetheilt worden. Nicht an das größere Publikum gerichtet, würde auch das Publikum billig davon keine Notiz zu nehmen haben, wenn nicht einige allgemeine Betrachtungen sich an diese Erscheinung knüpften, die ihr ein größeres jüdisches Interesse zuzuwenden im Stande sind. Trotz all der phantastischen Dichtungen von einer ausschließlich jüdischen Nationalität, hat der Israelit der verschiedenen civilisirten Staaten den Charakter des bestimmten Landes angenommen, in dem er lebt und wohnt. In Deutschland ha er über seine Religion nachgedacht, und sie mit seinem Verstände gemessen, oder er hat sich in ihre Tiefen versenkt, und mit seinem Gemüthe durchdrungen. In England lebt er, außerhalb aller wissenschaftlichen theologischen Bewegung, alt- oder neugläubig, hier wie dort etwas formell-starr, und die neueste Zeit läßt beinahe neben einer katholischen, eine anglikanische Synagoge entstehen. Der Jsraetite Frankreichs hat seinen Sinn mehr der Politik als dem Glauben zugewendet, und während alle Nüarwen politischer Meinungen in ihm vertreten sind, hatte er bis noch vor sehr kurzer Zeit Staatsgrundsätze, aber keine Religionslehren. Erst die Gegenwart, welche die Parteien im Staate ermüden und allmälig zur Ruhe gelangen sieht, gewahrt auch das erwachende Bedürfniß der Rückkehr in den innern Menschen. In der Christenheit, wo eine stets wachsame Geistlichkeit jede Regung aufspürt und theils benutzt, theils auSbeutet, ist augenblicklich die Erscheinung wahrgenommen und begriffen, und eine ungewöhnliche Thätigkeit entfaltet worden. Man hat die Regung festgehalten, die Erscheinung gebannt, ihr bas Vorübergehende und Vergängliche zu benehmen, und sie in eine Dauernde und Beständige zu verwandeln gesucht. — Anders unter unsern Glaubensgenossen. Das Rabbinat, von dem Gesetze selbst nur mit der Macht begabt, die ihm das Zutrauen der Gemeinden freiwillig entgegenbringt, war durch die lange Zeit der Gleichgiltigkeit außer aller Verbindung mit den seiner Seelsorge Unvertrauten gerathen und das erwachte Bedürfniß ist somit theils gar nicht begriffen, theils nicht glücklich benutzt worden. Nur einige wenige, traurige Verirrungen einer ohne Richtung gelassenen Gemüthlichkeit stehen als unglückliche Zeichen eines nicht zur Zeit vernommenen Rufs der Glaubensnoth da. Hier war es von Bedeutung, daß eine tonangebende Familie die Nothwendigkeit einer jüdisch-religiösen Erziehung einsah; hier war es mindestens eben so bedeutend, daß diese Familie einen Mann fand, der das unbestimmt gefühlte Bedürfniß genauer zu umschreiben, und glücklich zu befriedigen verstand. In Frankreich, wo die Gesellschaft einen so bedeutenden Einfluß ausübt, ist ein solches Beispiel ein Ereigniß; denn es muß und wird gewiß Nachahmer finden. Die Familie Rothschild, in Deutschland eine Handelsmacht, von der das Judenthum mit Recht absteht, ist hier in Frankreich eine religiöse Macht geworden. Schon mehr als einmal haben wir gesehen, wie sie durch die rege Theilnahme, welche sie den jüdischen Interessen schenkt, die schlummernden Brüder aufrüttelte und in Bewegung setzte; möge sie durch die den Israeliten wahrhaft erhebende, jüdische Erziehung, welche sie ihren Kindern gibt, den Jndifferentismus derer beschämen, die stolz und übermüthkg die Mutter vergessen, die sie an ihren Brüsten genährt und großgezogen. » X.•) Leipzig, 1. Juni. (Prr'vatmitkh.) Von unserm Bibelwerke nahet sich das 5teBuch Moscheh zu Ende und das erste Buch Schemuel ist begonnen. Im Laufe dieses Jahres wird der erste Band, die Thorah enthaltend, gewiß fertig, und der zweite Band bis in die Bücher der Könige geführt. In der nächsten Zeit noch Näheres. *) Diesen von sehr achtbarer Hand uns zugesandten Zeilen konnten wir nach dem Grundsätze der Unparteilichkeit den Platz nicht versagen. D. Re da kt.