Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 6 (1842)
- Issue
- Heft 25 (18.6.1842)
- Date
- 1842-06-18
- Page
- Seite 363 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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363 Am dichtesten wohnen die Juden überhaupt in den sechs Regierungsbezirken, welche eine gerade Linke durchschneidet, die von Danzig nach Ratibor gezogen wird; diese sind: Danzig, Macienwerder, Vromberg, Posen, Breslau und Oppeln; und zwar bewohnen sie vornamlich in Westpreußen den westwärts der Weichsel und in Schlesien den ostwärts der Oder belegenen Theil der Provinz. Die geringste Zahl von Juden hatten unter ihren Einwohnern die Regierungsbezirke Merseburg und Stralsund, nämlich ersterer 442, letzterer nur 171; auch von diesen ist der größte Theil erst dort ansässig geworden, seit die weiland sächsischen Landestheile unter Preußische Landeshoheit kamen. Am Ende des Jabres 1816 hatte der Regierungsbezirk Merseburg nur 169 Einwohner jüdischer Religion. In nachstehend benannten 25 Städten des Preußischen Staats befanden sich Judengemeinden von mehr als tausend Mitgliedern. Es wohnten nämlich Juden in: 1) Posen. 6748 2) Berlin . . . 6458 3) Breslau.. . . . . 5714 4) Kempen im Regierungsbezirk Posen . . 3556 5) Lissa ebendaselbst. 3466 6) Danzig. 2467 7) Krotoszyn im Regierungsbezirk Posen . . 2203 8) Jnowrazlaw im Regierungsbezirk Bromberg 2049 9) Rawicz im Regierungsbezirk Posen . . . 1780 10) Gnesen im Regierungsbezirk Bromberg . 1680 11) Rogasen im Regierungsbezirk Posen . . 1650 12) Schwersenz ebenda ........ 1631 13) Graz ebenda.1620 14) Zempelburg im Rgsbez. Marienwerder . . 1583 15) Schwerin im Regierungsbezirk Posen . . 1568 16) Königsberg in Pr. 1522 17) Filehne im Regierungsbezirk Bromberg . 1467 18) Fordon ebenda ..1422 19) Wreschen im Regierungsbezirk Posen . . 1352 20) Ostrowo ebenda ......... 1327 21) Kurnik ebenda. 1170 22) Meseritz ebenda ..1155 23) Wittkowo im Regierungsbezirk Bromberg . 1150 24) Ezarnikau ebenda ..1081 25) Ehodziesen ebenda . ..1069 Summe .. 56,888 Es wohnen also in diesen 25Ortsgemeinden vier Dreizehntheile oder nicht ganz ein Drittheil der gesammten Judenschaft des Preußischen Staats. Nur fünf derselben befinden sich in den großen Städten Berlin, Breslau, Königsberg, Danzig und Posen; alle andern bestehen in den kleinern unter den Mittelstädten, rheits selbst in Ortschaften, welche nur zu den kleinen Städten gehören. Bon diesen zwanzig Gemeinden befinden sich 19 in der Provinz Posen und eine an der Gränze derselben in Westpreußen. Nächst diesen bestehen 41 jüdische Ortsgemeinden von mehr als 500, aber weniger als 1000 Mitgliedern, welche zusammengenommen 28,064 Personen am Ende des Jahres 1840 enthielten, also beinahe die Hälfte der Zahl, welche in den vorstehend benannten 25 größern Gemeinden lebte. Davon befindet sich eine in Köln am Rhein von 818 Mitgliedern, wovon jedoch 233 in Deutz wohnen, welches, obwol eine eigene Ortsgemeinoe bildend, doch jetzt wesentlich nur. als ein Zubehör von Köln anzusehen ist. Ferner hat Magdeburg noch eine hierher gehörige Judengemeinde von jedoch nur 559 Mitgliedern. Frankfurt a. d. O., eine der ansehnlichsten Mittelstädte des Staats, enthält 648 Juden; Groß Glogau, welches auch noch zu den bedeutenderen Mittelstädten zu zählen ist, 995; und Bonn, das einen ähnlichen Rang unter den Städten einnimmt, 525. — Von den übrigen hierher gehörigen 36 Städten befinden sich 25 im Großherzogthume Posen, 7 in Westpreußen, und 4 in Oberschtesien. Nur wenige derselben gehören noch zu den minder ansehnlichen Mittelstädten, und es dürften in dieser Beziehung nur Bromberg als Sitz einer Regierung, Ratibor als Sitz eines Oberlandesgerichts, Gleiwitz als Mittelpunkt des Oberschlesischen Bergbaus und Fraustadt im Regierungsbezirk Posen noch besonders hervorzuheben sein. Unter den andern sind einige Ortschaften von so geringer Einwohnerzahl, daß die daselbst wohnende Judengemeinde über ein Drittheil und bis zur Halste ihrer gestimmten Bevölkerung enthält. Auch von denjenigen im Stande der Städte repräsentirten Ortschaften, worin nur zwischen 2—5.00 Juden wohnen, befindet sich ein großer Theil in sehr kleinen Städten der Provinz Posen. Es sind dieser Ortschaften nach der Zählung von 1840 überhaupt noch 48, und es gehören davon an der Provinz Posen 21; Westpreußen 11; Schlesien 7; Rheinprovinz 4; Brandenburg 2; Pommern 2; und Sachsen 1. — Hierzu gehört nur noch eine große Stadt, nämlich Stettin, ferner von ansehnlichen Mittelstädten Elbing, Thorn, Halberstadt, Krefeld und Koblenz; letztere jedoch nur mit Zurechnung der in Thal Ehrenbreitstein wohnenden Judenschaft.