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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1842-06-18 · Heft 25 (18.6.1842) · p. Seite 362

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
6 (1842)
Issue
Heft 25 (18.6.1842)
Date
1842-06-18
Page
Seite 362 (sequence 6)
Language
German
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362 Rechten der Christen, das müssen wir bekennen, haben wir aber keine Vorstellung. Auf der anderen Seite entzieht man aber auch immer mit der Pflicht den Anspruch auf ein Recht, daher nicht die Absicht zu verkennen ist, die der Aufhebung der Militärpflicht der Juden zum Grunde liegt. Das Wohl des Staates kann nur gedeihen, wenn alle Mitglieder desselben nicht nur durch gleiche Pflichten, sondern auch durch gleiche Rechte mit ihm innig verbunden sind; nur dann ist der Staat wahrhaft ein Ganzes, in welchem Jeder sein Einzeln- Jnteresse mit Freuden dem allgemeinen Interesse unterordnet. Daher dürfen wir wol von der Weisheit unseres Königs hoffen, daß bald auch bei uns der Grundsatz Anerkennung finden werde: der christliche Staat sucht seine Ehre darin, durch völlige Emanzipation der Juden das Prinzip der Gleichheit aller Menschen anzuerkennen.^ Berlin, 1. Juni. Ganz unerwartet und überraschend kam die gestern bekannt gewordene Stiftung des neuen Ordens, der Friedensklasse des Verdienstordens für Künste und Wissenschaft. Es ist die große Liberalität zu rühmen, mit welcher dieser Orden an die Ausländer, ohne Rücksicht aus ihre politische Denkungsart, verliehen worden. Hat die Gesinnung nicht influenziren können, so vermochte es auch das Religionsbekenntniß nicht, und wir finden auch einen Juden (Meyerbeer) unter den Rittern. Grade diese Ernennung ist im gegenwärtigen Augenblicke um so wichtiger, als der König dadurch den klarsten Beweis liefert, wie er von einer anderweitig so viel besprochenen jüdischen Nationalität nichts wissen will, indem ein Jude als stimmfähiger Ritter aus „der deutschen Nation" ausgenommen ist. Berlin. (Fortsetzung des Artikels über die Vertheilung der Juden im Preuß. Staate.) „Die Juden sind in den einzelnen Provinzen des Preußischen Staats sehr ungleich vertheilt. Nach der Zählung zu Ende des Jahres 1840 wohnten deren In den Provinzen. 1) Posen . . . .... 77,102 2) Schlesien . . .... 26,703 3) Rheinprovinz . .... 26,367 4) Preußen . . . .... 25,779 5) Westfalen . . .... 13,766 6) Brandenburg . .... 13,747 7) Pommern . . .... 6,832 8) Sachsen . . , .... 4,262 Summe wie vorhin . . . . 194,558 Hierunter sind diejenigen 326 mitbegriffen, welche zur Zeit der letzten Zahlung im stehenden Heere dienten. Es wohnten demnach beinahe zwei Fünftheile alter im Preußischen Staate vorhandenen Juden allein in der Provinz Posen; etwas mehr als zwei Fünftheile enthielten Schlesien, Preußen und die Rheinprovinz zusammengcnommen, und zwar beinahe zu gleichen Theilen. Endlich war nicht voll ein Fünftheil derselben, aber sehr ungleich unter die vier Provinzen Westfalen, Brandenburg, Pommern und Sachsen vertheilt. Den geringsten Antheil daran hatte Sachsen, welches nur wenig über -4V aller Juden des Preußischen Staats enthielt. Verglichen gegen die Gesammtzahl der Einwohner befand sich ein Jude in den Provinzen unter überhaupt Einwohnern 1) Posen.16 2) Preußen.90 3) Rheiuprovinzen.98 4) Westfalen.101 5) Schlesien . .. 107 6) Brandenburg.135 7) Pommern.155 8) Sachsen.. . . 385 Im ganzen Staate dur.ffchnittlich unter 77Einwohnern. In den einzelnen Provinzen selbst waren die Juden ebenfalls sehr ungleich vertheilt. Insbesondere harten deren die beiden westpreußischen Regierungsbezirke . . 20,105 die beiden ostpreußischen Regierungsbezirke . . . 5,650 und im Milrtar dieser Provinz standen . . . . 24 Summe für die ganze Provinz wie vorhin . . 25,779 Ferner hatte Juden Oberschlesien oder der Regierungsbezirk Oppeln . 14,583 .Niedecschlesien in dem Regierungsbezirk Breslau 9,549 - - - Liegnitz 2,507 Im Militär der Provinz standen .... . . . 64 Summe für Schlesien wie oben.. . 26,703

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