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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1842-06-11 · Heft 24 (11.6.1842) · p. Seite 350

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
6 (1842)
Issue
Heft 24 (11.6.1842)
Date
1842-06-11
Page
Seite 350 (sequence 6)
Language
German
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350 auch durchschnittlich gleich viel kn der Ehe Lebende sind, ist aus den im statistischen Bureau vorhandenen Nachrichten nicht in bestimmten Zahlen anzugeben, denn es wird zwar am Ende jedes dritten Jahres die Zahl der vereheligten Einwohner besondersaufgenommen, doch ohne dabei den Unterschied der Religionen zu bemerken. Die Zahl der jährlich neu geschlossenen Ehen ist verhattnißmaßig unter den Juden geringer, als unter den Christen. In dem hier bezeichneten achtzehnjährigen Zeiträume wurden überhaupt neue Ehen geschlossen unter den Christen .... 2,090,492 unter den Juden..... 21,831 also jährlich im Durchschnitte unter den Christen .... 116,138 unter den Juden..... 1,213 Unter hundert Tausend gleichzeitig Lebenden wurden hiernach jährlich neue Ehen geschlossen bei den Christen ..... 893 bei den Juden...... 719 und es kam hiernach vor bei den Christen schon unter 412, bei den Juden dagegen erst unter 139 gleichzeitig Lebenden jährlich eine neue Ehe; indessen ist unter den neuen Ehen die Zahl der in frühem Lebensjahren geschlossenen bei den Juden verhaltnißmaßig etwas größer als bei den Christen. Deshalb und weil nach den vorstehenden Bemerkungen die mittlere Lebensdauer der Juden, folglich auch die Daller ihrer Eheverbindungen, größer ist, als bei den Christen, wird es wahrscheinlich, daß ungeachtet der Minderzahl der jährlich neugeschlossenen Ehen doch unter der gleichen Anzahl Lebender ungefähr ebenso Biele bei den Juden in stehender Ehe leben als bei den Christen. Die Zahl der unehelichen Geburten ist bei den Juden verhaltnißmaßig und im Durchschnitte des ganzen Staates sehr viel geringer, als bei den Christen. Es wurden nämlich in dem hier betrachteten achtzehnjährigen Zeiträume geboren bei den Christen ehelich . unehelich . Ueberhaupt wie vorhin. . bei den Juden ehelich . . unehelich . . Ueberhaupt wie vorhin. . 8,710,420 655,126 9,365,546 405,660 2,030 407,690 Also wurden jährlich im Durchschnitte geboren bei den Christen ehelich . . 483,912 unehelich . . 38,396 überhaupt . . 529,308 bei den Juden ehelich . . 5,870 unehelich . . 113 überhaupt . . 5,983 Hiernach kamen jährlich im Durchschnitt auf h T ausen d Lebende bei den Christen ehelich . . 3,721 unehelich . . 280 überhaupt . . 4,004 bei den Juden ehelich . . 3,479 unehelich . . 67 überhaupt . . 3,546 Unter der gleichen Anzahl Lebender hatten demnach die Christen durchschnittlich viermal mehr uneheliche Geburten als die Juden. Es ist nun zwar das Berhaltniß der unehelichen Geburten zu den Lebenden auch unter den Christen in den einzelnen Landestheilen sehr verschieden, und namentlich ein zuverlässiger Schluß auf die Sittlichkeit daraus keinesweges zu ziehen, indem dabei Rücksichten auf eigenthümliche Vorstellungen unter der großen Masse des Volks wol zu beachten sind. Insbesondere ist es im Preußischen Staate nachgewkesen, daß die Provinz Sachsen, welche sich durch Verbreitung echter Bildung auch in den untern Klassen des Volks besonders auszeichnet, doch verhaltnißmaßig gegen die Zahl der Einwohner jährlich die meisten außerehelichen Geburten hat. Indessen bleibt das Vorkommen dieser Geburten in vielfacher Beziehung so nachtheilr'g, daß eine Verminderung derselben doch zu den wesentlichen Verbesserungen des geselligen Zustandes gehört." — So weit ergeht sich der Bericht über die Statistik der Juden im ganzen preußischen Staate. Schon hier merkt man dem Vers, ab, wie ungern er gerade die Tugenden der Juden zugesteht, die sich am klarsten aus diesen Zahlenangaben Herausstellen. Zuerst den Umstand, daß viel weniger Judenkinder im zarten Alter sterben, als Christenkinder, daraus zu erklären, daß viel mehr christliche Mütter ihre Kinder allein lassen müssen, wäre schon darum falsch, daß auch viele Judenfrauen des untern Standes durch Hausiren und Trödeln ihr Brod außerhalb ihrer Wohnungen zu erwerben suchen. Sondern hier ist offenbar die in den jüdischen Müttern

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