Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 6 (1842)
- Issue
- Heft 24 (11.6.1842)
- Date
- 1842-06-11
- Page
- Seite 349 (sequence 5)
- Language
- German
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849 die Christen die Juden 1r2N8por1 1674 1208 6) In den folgenden zwanzig Lebensjahren vom Anfänge des sechsundzwanzigsten bis zur Vollendung des fünfundvierzigsten .... 334 231 7) In den folgenden fünfundzwanzig Jahren vom Anfänge des 46sten bis zur Vollendung des 70sten Jahres. 614 392 8) Nach überschrittenem 70sten Lebensjahre überhaupt .... 339 330 Von allen Lebensaltern zusammen genommen wie vorhin .... 2961 2161 Daß unter den Juden verhältnißmäßig mehr Personen ein hohes Alter erreichen, .als unter den Christen, ist eine sehr verbreitete Wahrnehmung, deren Grund gewöhnlich darin gesucht wird, daß die Juden fast niemals Gewerbe treiben, wobei lebensgefährliche Unfälle öfter Vorkommen. Man findet Juden kaum irgendwo unter den Schiffern und Bergleuten, und gewiß auch höchst selten unter den Bauhandwerkern und Müttern. Aber die Gewerbtreibenden dieser Klaffen bilden im Großen und Ganzen doch nur einen kleinen Theil der Völker, wovon vielmehr auf dem europäischen Festlande sich fast drei Biertheile mit dem Anbaue des Bodens beschäftigen; die Vermehrung der Todesfälle, welche durch die Gefahren, denen sie besonders aussetzen, entsteht, hat daher auch einen nur unerheblichen Einfluß auf Durchschnittszahlen, welche das Verhaltniß der Sterblichkeit für die gesammte Bevölkerung großer Staaten angeben. Auch ist der Unterschied in dem Sterblichkeitsverhältniffe der Christen und der Juden nur gering in dem Lebensalter, worin die besondern Gefahren jener Gewerbe vorzüglich wirksam sind. Von den überhaupt 800 Todesfällen, welche jährlich im Durchschnitte unter hundert Tausend gleichzeitig Lebenden bei den Christen mehr Vorkommen als bei den Juden, gehören 434 dem unter vierzehnjährigen Lebensalter an, 231 kommen erst nach vollendetem 45sten Lebensjahre vor, und nur 135, das ist sehr wenig über ein Sechstheil des Ganzen, fallen auf den Zeitraum der größten körperlichen Thätigkeit zwischen dem Anfänge des löten und der Vollendung des 45sten Lebensjahres. Es ist hiernach hauptsächlich die Kindheit, worin die Sterblichkeit unter den Juden sehr viel geringer ist, als unter den Christen, und hier ist wiederum der Unterschied am größten bei den Todtgebornen und den im ersten Lebensjahre Verstorbenen. Anschaulicher wird dies noch durch die Betrachtung folgender Verhältnisse: In dem hier bezeichneten achtzehnjährigen Zeiträume hatten unter hundert Tausend Neugebornen Todtgeborne die Christen . . . 3569 die Juden . . . 2524 und kamen zwar lebend zur Welt, starben aber noch vor Vollendung des ersten Lebensjahres bei den Christen . . . 17,413 bei den Juden . . . 12,935 Ueberhaupt verloren also von hundert Tausend Neugebornen schon vor Vollendung des ersten Lebensjahres wieder: die Christen . . . 20,982 die Juden . . . 15,459 das ist: jene noch über ein Fünft heil; diese noch nicht ganz zwei Dreizehntheile, welches fast mitten zwischen ein Sechstheil und ein Siebentheil fallt. Der Grund dieses Unterschiedes ist wol nur darin zu finden, daß die Frau des Juden nicht leicht schwere Arbeiten außer ihrer Wohnung verrichtet, folglich als Schwangere und Säugende sich mehr schonen kann, und ihr Kind stets unter naher Aufsicht behält. Eben diese Möglichkeit einer sorgfältigern mütterlichen Aufsicht kann es auch nur veranlassen, daß die Sterblichkeit auch unter den übereinjährigen Kindern bei den Juden geringer bleibt, und sich bis zum 14ten Lebensjahr hin gegen die Sterblichkeit der Christenkindec wie drei zu vier verhält. Nächst dieser geringem Sterblichkeit der Kinder zeichnet sich auch noch die Minderzahl der Todesfälle unter den Juden nach Vollendung des 45sten Lebensjahres bis in das späteste Alcer hin aus. Auch hier kann der Unterschied, welchen die besondern Gefahren einiger Gewerbe erzeugen, nicht niehr bemerkbar werden, da die gefährlichem Verrichtungen gemeinhin jungem Gehülsen obliegen. Wirksam scheint hier dagegen hauptsächlich die größere Mäßigung der Juden im Genüsse der geistigen Getränke zu sein. Ein betrunkener Jude st'st eine höchst seltene Erscheinung; dagegen übernehmen sich auch sonst nicht unordentliche Leute in den niedern Volksklassen der Christen im später» Lebensalter öfter im Trünke. Was bei schwerer Arbeit aber auch reichlicher und nahrhafter Kost im früher» Mannesalter ein unschädliches, wol gar nützliches Reizmittel war, wird im spätem bei minderer Anstrengung und schwächerer Verdauung zum Uebermaaße, welches das Leben verkürzt. Ob unter der gleichen Anzahl Christen und Juden