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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1842-06-11 · Heft 24 (11.6.1842) · p. Seite 346

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
6 (1842)
Issue
Heft 24 (11.6.1842)
Date
1842-06-11
Page
Seite 346 (sequence 2)
Language
German
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346 tel sogar nur auf beschränkte Weise anwenden körmen, da wir nicht Alles sagen dürfen, was wir Lenken. Wir haben also ein Jahrtausend des paKven Leidens gehabt, jetzt haben wir ein Jahrhundert des ehrenvollsten Kampfes, eines Kampfes, dessen die Geschichte kein Beispiel aufjuweisen hat. Was ist aber hierbei am nöthtgsteri? Wir müssen längst eingesehen haben, daß wir in diesem Kampfe viele Kräfte, viele Anstrengungen vergebens verwenden. Unser lautestes Wort bringt oft die entgegengesetzte Wirkung, unsre beste That den gegensätzlichsten Erfolg hervor. Denn wir haben nicht allein die Verachtung zu überwinden, sondern zugleich den Haß, der blind ist, und den Neid, der blind sein will. Bei einem so komplizirten und vielbewaffneten Gegner gelingt es der einfachen Waffe schwer und selten, einen tüchtigen Hieb auszuführen. Und darum ist cs nothwendig: daß wir uns in uns selbst stärken. Webe dem, der an sich selbst verzweifelt, aber auch wehe dem, der sich ganz vom Außen abhängig machen will. Etwas muffen wir unsrer eigenen kompakten Erscheinung Zutrauen, Etwas auch der Zeit. So wird e6 nothwendig, etwas mebr Ruhe den äußeren Angriffen und Beschimpfungen entgegenzusetzen, Besonnenheit, die mit nachhaltiger Kraft Hand in Hand geht. Nicht jedem insultirenden Inserate in Zeitungen, die von solchen Dingen leben, ein gleiches Inserat entgegensetzen, sondern es in sich selbst zerfallen lassen vor dem unwtderstchlichen Rufe der Wirklichkeit, die für uns' spricht. Sondern da, wo cs einen Hauptangriff, der von einem wesentlichen Gegner ansgeht, gilt, mit aller zusammengenommenen Kräftigkeit darauf losgegangen, und Nichts geschont. Sondert man uns aus, gut, so nehmen wir es hin, und lassen uns nicht hindern, uns dennoch, wo das Leben uns in Anspruch spricht, nicht abzusondern. Nur muß die Idee, um welche wir kämpfen: unsre Religion zu erhalten, ohne bürgerlich und politisch benachtheiligt zu sein, lebendig in uns sein, und uns beseelen, begeistern und zur Aufopferung entflammen. Denn es ist ja nicht schnöder Eigennutz, der uns solches erringen lassen will — wenn wir dem fröhnten, hätten wir es wahrlich leichter! — sondern wir wollen mnsrer Religion das Bürgerrecht der Erde erkämpfen, wir wollen überhaupt, daß Religion und politische Benachtheiligung keine zusammenfattende Begriffe mehr seien. Dieses herrliche Ziel muß uns stets vorschweben, Ln seinem Dünste ruyß uns jede DLeustbarkeit leicht sein, und jeder kleine Triumph ein großer für unser SeGstbewußtseiu «nd die Aufmunterung zu unadlassigem Fortstreben. Zeitungsnachrichten. Preußen. Brilon, 22. Mai. (Privatmitth.) Da es uns in dieser kritischen Zeit vorzüglich darauf ankommen muß, den Stand der öffentlichen Meinung über uns kennen zu lernen, so übermache ich Ihnen inliegend einen Artikel aus der Rheinischen Zeitung No. 141. 2!. Mai welches junge Blatt — es erscheint erst seit Neujahr — vielleicht noch nicht die verdiente Verbreitung hat. Auf einem kritischen Standpunkt stehend, bespricht es mit unumwundener Offenheit und Freisinnigkeit alle Verhältnisse, darunter vorzüglich auch die unfern, denen es, mit rühmlicher Erwähnung der Allg. Zeit, des Judenthums, schon oft liebevoll seine Spalten geöffnet. Ich bitte Sie daher um Aufnahme dieses Artikels. (Das Gesagte gilt übrigens auch von der Kölnischen Zeitung.) Der Artikel lautet: -v- -r- Mo ln, 20. Mai. Es ist die Aufgabe der Presse, Gemeinsinn, Patriotismus, Humanität zu fördern und dagegen Allem, was sich im Staate diesen sittlichen Mächten widersetzt, freimüthig und entschieden zu opponiren. Sie darf, will sie ihrem Berufe treu bleiben, nicht von sich selbst abfallen und in den Sold der Lüge oder der Heuchelei treten, in dieser Arbeit nicht ermüden. Dies ist auch offenbar der Sinn der Censurinstruktion, dies die wohlmeinende Gesinnung, welche von Sr. Majestät der Presse anempfohlen wird. — Wir kommen daher noch einmal auf ein Thema zurück, das wir schon gelegentlich besprochen, das aber gegenwärtig wieder durch ein veröffentlichtes (s. Rh. Z. No. 138) Schreiben unseres Ministers des Innern zur Besprechung auffordert. Wir meinen das dem Staatsministerium vorliegende Gesetz, wonach ein Theil unserer Bevölkerung vom gemeinen Rechte ausgeschlossen und mit eigenen Privilegien und Lasten als besondere Korporation organisirt werden soll. Der ausgesprochene Zweck des erwähnten Schreibens

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