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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1842-06-11 · Heft 24 (11.6.1842) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
6 (1842)
Issue
Heft 24 (11.6.1842)
Date
1842-06-11
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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ti. Jahrgang. Allgemeine No. 24. Zeitung des Zudcnthums. Ein unpartheusches Organ für alles jüdische Interesse. Redactmr: Verlag von Dr. Ludwig Philipps»«, Baumgärtners Buchhandlung Geistlicher der israelitischen Gemeinde zu Magdeburg. öeipjlg. (Mit Königl. Sächsischer allergnädigster Concession.) Leipzig, den li. Juni 1842. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Sonnabends, und wird jährlich 96 Bogen in Quart incl. des Titels, Registers u.s.w. umfassen. In Gemäßheit des Zweckes derselben die allgemeinste Verbreitung zu geben, ist der Preis äußerst niedrig: mit 3 Thlr. für den Jahrgang; — 1 Thlr. 12 Gr. für sechs Monate — 18 Gr. für das Vierteljahr angesetzt worden. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitungsexpeditionen nehmen Bestellungen an; der Hauptspedition für beide Letztere hat sich die Königl. Sachs. wohllöbl. Zeitungs-Expedition allhier unterzogen. Leitender Artikel. Magdeburg, den 30. Mai. Die in No. 17 von uns angeregte Idee einer Missionsgesetlschaft des Judenthums har überall einen bedeutenden Anklang geweckt. Es liegen bereits ein Viertel hundert Schreiben vor uns, welche mit Begeisterung dieser Idee sich anschließen. Auch christlicher Seits hat unser Artikel Aufsehn erregt, und man las in fast alten öffentlichen Blättern darüber. Wir bitten ferner Alte, die sich wesentlich für diesen Gegenstand interessiren, mit uns darüber in Korrespondenz zu treten, uns ihre Ansichten und Vorschläge zukommen zu lassen, indem wir erst dann mit fernerer Realisirung vor das Publikum zu treten gedenken, wenn bereits ein Stück Wirklichkeit daraus geworden. Das überallhin bekannt gewordene Ministerialschreiben an die Gemeinden Berlin, Gumbinnen, den Land-Rabb. Friedländer ff. vom 5. Mai a. c. hat bis jetzt nur eine traurige Wirkung gehabt. Niederschlagend für die Juden, denn die „Besorgnisse" sind nun in „Gewißheiten" verwandelt, die sich von nun an wieder als vom Staate Getrennte, Ausgesonderte, in Pflichten und Rechten Abgeschiedene zu betrachten haben: hob zu gleicher Feit dieses Schreiben den Muth der Judenfeinde, die aus allen ihren Schlupfwinkeln wieder hervorkommen, und von der Scheu vor der öffentlichen Meinung befreit, bald in allgemeinen Raisonnements, bald in Privatschimpfereicn ihrem lang verbaltenen Aerger Luft machen. Die Gesinnnttgen des Gesetzgebers mögen die wohlwollendsten sein, die gebrauchte Ausdrucksweise und überhaupt der hingcstellte Grundsatz werden hinreichend gemißbraucht, um dem Vulkan des deutschen Judenhasses zu einer bedeutenden Eruption zu verhelfen. Seit den Freiheitskriegen hat Deutschland einen merkwürdigen Jdeengang verfolgt. Ter Begeisterung für die Befreiung Deutschlands von der Fremdherrschaft folgten die Dentschthümelei und die Liebe für das mit so vielen Anstrengungen begrabene Mittelalter; aus diesen ergaben sich die Demagogie und der anfgefrischte Judenhaß. Die Julirevolution weckte den Ruf nach freierer Entwickelung des Staates, und diesem folgten wiederum Pietismus und Judenhaß. So hatte die Bestrebung nach Erweiterung immer wieder die Verengerung zur Folge, und Politik und Philosophie vereinigen sich, jener das Gewand der Dialektik und Wirklichkeit umzuhangen. Die Juden dürfen allerdings Muth und Kraft nicht sinken lassen, nicht aufgeben. Wünschen wir uns vielmehr Glück, zu einem so ehrenvollen Kampfe berufen zu sein; ehrenvoll, weil erstens auf unsrer Seite auch nicht die geringste materielle Kraft siebt, zweitens nicht einmal Diplomatie und Jntrigue uns zur Seite sind, drittens endlich der Kampf nur auf die rechtlichste Weise durch Geisteskraft geführt werden kann, wobei wir unsre Mit-

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