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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1842-06-04 · Heft 23 (4.6.1842) · p. Seite 336

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
6 (1842)
Issue
Heft 23 (4.6.1842)
Date
1842-06-04
Page
Seite 336 (sequence 4)
Language
German
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336 Norwegen. Christiania, 6. Mai. Die L. A. Z. läßt sich von hier aus Folgendes schreiben: Die Judenfrage ist insofern vorwärts gerückt, daß die theologische Fakultät ihr Gutachten abgegeben hat, welches durchaus günstig für die Aufhebung des Grundbesitzverbotes gegen sie ausgefallen ist. Auch die Börsen und Handelskammern in mehren Städten sind um ihre Gutachten gefragt worden; sie haben sich jedoch alle beinahe ohne Ausnahme gegen die Juden erklärt, deren Eindringen in den Handel und Bemächtigung der Nahrungszweige des Landes sie sehr zu fürchten scheinen. Daß die Juden jetzt Einlaß im Reich erhalten sollten, ist nicht gewiß, denn wenn ihre Zulassung auch aufhören sollte, eine grundgesetzwidrige Handlung zu sein, so ist sie doch außerdem durch Lokalgesetze verboten, und diese wird man kaum aufhebcn, so lange man nicht durch andere Gesetze verordnet, wie dieses fremde Element in unsere auf den Christianismus gegründete Staatsordnung ausgenommen werden kann. Ausländische Blätter enthalten übrigens bisweilen ganz fürchterliche Erzählungen darüber, wie fremde Israeliten, die ein unglückliches Geschick herführt, behandelt werden; man kommt der Wahrheit zunächst, wenn man gar nichts von diesen Erzählungen glaubt. Selbst das Verbot ist nicht so streng, daß der König nicht davon dispensiren könnte, wenn von dem Betreffenden dargcthan werden kann, daß sein Interesse seineHerkunft fodert; solches ist auch ziemlich allgemein. — Rußland und Polen. Warschau, J4. Mai (Pr. St. Z.) Durch Kaiserliche Verordnung vom 12. v. M. ist dem hiesigen Banquier Isaak Simon Rosen, zur Belohnung für die Dienste, welche er seit langer Zeit der Regierung geleistet, das erbliche Ehrenbürgerrecht mit den in dem Ukas vom 16. (28.) April 1840 in Bezug auf Jakob Epstein bezeichneten Prärogativen verliehen worden. Die Niederlande. Amsterdam, 19. April (Privatmitth.) Die Herren M. S. und G. I. Polak haben von Sr. Maj. dem Könige der Franzosen für Uebersendung ihres holländischen Machsor *) eine goldene Medaille mit dem Bildniß des Königs, nebst einem verbindlichen Schreiben erhalten. Preußen. Aus Rheinpreußen, im Mai. (Privatmitth.) Man schließt mitRecht von derTüchtigkeit derVolksschulen, von den erhöhten Ansprüchen an dieselben .auf die Bildung eines Volks. Unsere Zeit, die den Unterrichtskreis der Volksschulen erweitert, die, um die aus denselben entlassene Jugend als taugliche Glieder in ihren Schooß aufzunehmen, multnm et »inltu geleistet haben will, trägt eben dadurch schon den Beweis ihrer Höhe in sich, und würde ein Vergleich der jetzigen Elementarschulen Deutschlands mit denen der letzten Deccnnien die schonen Resultate klar Herausstellen. Bei dieser geistigen Entwickelung, bei diesen in das Volksleben tief eingreifenden Verbesserungen haben die Juden in ihrer Sphäre den rühmlichsten Antheil genommen, so daß selbst ihre Gegner auf diesem Punkte angelangt, die Segel einziehen und gestehen, daß die meisten jüdischen Schulen mit den bessern christlichen sich messen können. Diese Verdienste gewinnen noch um so größeres Ansehen, wenn man bedenkt, daß die Juden vieler deurschcr Länder alle diese Leistungen aus eigtnem Antriebe, aus eigenen Mitteln geschaffen, und hat es in mehreren Gegenden nur die Anstellung eines tüchtigen Rabbinen bedurft, um das jüdische Schulwesen wie durch einen Zauberschlag auf's Neue zu beleben. Letzteres auch hier. Vor dem Amtsantritte des Oberrabinen Dr. Nllmann zu Crefeld — es sind dies noch nicht sieben volle Jahre — fand man in diesem großen Sprengel fast gar keine jüdische Elementarschulen; und die Religionsschulen? — sie gehörten der Vergangenheit an, entsprachen nicht der neuern Zeitrichtung, die Jugend wurde nach dem bekannten alten Schlendrian unterrichtet, geläuterter Religionsunterricht, wie er uns Noch thut, wurde nicht gegeben, weil — die Lehrer selbst ihn nicht kannten. Aber jetzt wirken in diesem Sprengel durch und nur durch die Bemühungen des Oberrabbinen nicht weniger denn zwanzig gut qualisicirte *) S. A. Z. d. I. 1840, Nr. 50.

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