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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1842-05-28 · Heft 22 (28.5.1842) · p. Seite 328

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
6 (1842)
Issue
Heft 22 (28.5.1842)
Date
1842-05-28
Page
Seite 328 (sequence 8)
Language
German
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328 Theologie. An die verehrl. Redaktion der Allgem. §eitnng des Zndenthmns. (Schluß.) Ad c u. d. Mögen es die Menschen in ihrem gegenseitigen Umgänge mit dem Worte und der Sprache nicht so genau nehmen, mögen da Unwahrheit und Lüge — Konvenienz geworden sein — im Umgänge mit Gott — und so kann man doch wol das Geschäft des Betens nennen — sott Unwahrheit und Lüge keine Stelle und keine Entschuldigung finden: in unsern Gebeten soll jedes Wort erwogen und abgewogen werden, wenn unsre nbsri nicht zur iTjsn und unsre nbnn nicht zur werden soll. Nun aber frage ich Sie, geliebte Brüder! welcher denkende Zsraelit (und Beten heißt denken! (bb2-2b27i) kann, ohne zu erröthen vor dem Allwissenden Gott die Worte aussprechen *) 'M2222 rNjaüs 72'2p2)7„ Wer kann, selbst in Landern, die uns noch nicht, oder nicht völlig emanzipirt haben, geschweige denn in Staaten wo Juden fast dieselben Rechte der übrigen Einwohner genießen, wie z. B. in Hessen-Cassel, im Würtembergischen u. A., welcher Israelit kann da ohne zu erröthen Worte wie: mab >>822 Wims 2s2nb7 227227 228b7 3722b bar» im Heiligthume Gottes, an der Zufluchtsstätte der Wahrheit, über die Lippen gehen lasten? — Und sind die andern Stoßseufzer etwa gegründeter?? — Ick bitte Sie, meine Brüder! belehren und überzeugen Sie Ihre Jünger und Ihre Gemeinden, daß man es mit der Wahrheit nirgends genauer zu nehmen habe, als im Gebete, und daß Jeremia und Daniel Eigenschaften, die A?ose selbst dem göttlichen Wesen zugeschrieben, aus ihren Gebeten entfernten, weil — sie die Wahrheit, selbst nur eine scheinbare Wahrheit zu verletzen fürchteten. Sie errathen gewiß, was ich meine. *) In dem oben erwähnten in Wien erschienenen Gebetbuche ist auch dieser ganze Passus weggeblieben. Schon in den ü'223.2 ^lrr-7-SD mbsn ist diese Stelle gemildert und die Worte ü'732 und '22 sind ausgelassen. Ich ziele auf die Stelle im Traktat bb rfb 8)27' eine äußerst merkwürdige, bei der Umbildung unsres Kultus viel zu wenig beachtete Stelle: „Mose sagte vom Herrn (5. Mos. 10, 17) Daß er groß, stark und furchtbar sei: 27232 b7232 b82 827327» Jeremia kam und sprach: Barbaren entweihen sein Heitkgthum, wo bleibt da seine „Furchtbarkeit?" und erwähnte nicht mehr das Wort „8272." Daniel kam und sprach: Barbaren mishandeln seine Kinder, wo bleibt da seine „Starke" und unerwähnt blieb fortan das Wort „2723." Aber wie konnten Jeremia und Daniel sich solches erdreisten, auszulassen, was Mose feststellte?" Auf diese vom Talmud aufgeworfene Frage lautet die Antwort: „Weil sie von Gott die Einsicht hatten, daß er die Wahrheit sei, darum wollten sie sich keine — Luge erlauben." 72 72722 8b ‘p'öb 8777 '77)282) 22P22 1'3>77'2) "17.272 welche Worte von '2)2 kommentirt werden: 2p2)2 778 827727 777282 btf Ü'22)2 "'.2728 8722),, Die geistlichen Konsistorialrathe im ehemaligen Westfalen, die Rabbknen Lob Berlin, Simon Kalker und Mendel Steinhard geben an Gelehrsamkeit und Frömmigkeit nicht leicht irgend einem streng orthodoxen Rabbi das Allergeringste nach und doch trugen sie kein Bedenken, mit jenen Gebeten eine gänzliche Umänderung vorzunehmen. Ihr Beispiel verdient die unbedingteste Nachahmung °). Ad e u. g. Ich kann hierbei kürzer sein, meine geliebten Brüder! denn die Gründe für die Weglassung der bereits vielfach erwähnten Gebete, finden auch bei den jetzt bezeichneten Statt. Daß die Feier des Sabattages eine — eigentümliche Pflicht und Gabe für Israel ist, spricht sich in der Schriststelle 2)S2'7 -22722)7, die dem Gebete einverleibt ist, deutlich genug aus; wozu noch, von einer mißverstandenen Talmudstelte verlockt, die Sprache eines — kindischen Hoch m uths, die uns nie und nimmer wohl angestanden, und nur *) Siehe die Zeitschrift Sulamith, Jahrg. KI, 33b. I. 6. Heft, S. 366—384.

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