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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1842-05-28 · Heft 22 (28.5.1842) · p. Seite 325

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
6 (1842)
Issue
Heft 22 (28.5.1842)
Date
1842-05-28
Page
Seite 325 (sequence 5)
Language
German
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825 rathungen ruhig erwarten und könnten sie dabei vertrauen, daß ihnen jede mit höheren und allgemeinen Interessen vereinbare Verbesserung ihres Zustandes nicht versagt werden wird. Berlin den 1. Mai. Der Minister des Innern und der Polizei. (gez.) R o ch o w. 2C» den Land-Rabbiner im Hcrzogthum Westphalen und der Herrschaft Wittgenstein Herrn I. Friedlandcr in Brilon. 571. A. Berlin, 3. Mai (Privatmitth.) Heute Nachmittag um 5 Uhr fand im Hörsaale der Gemeindenschule die Stiftungsfeier des vor neun Jahren von Baruch Auerbach gegründeten Waisen-Erziehungs- Instituts statt. Der Stifter leitete bei einem gedrängt vollen Lokale in würdiger Einfachheit die Feier; und in der That, Veranlassungen solcher Art haben schon in sich selbst so viel Redendes und Ergreifendes für das gesunde Gemüth, daß jede Zurüstung zur Steigerung dieses Effekts mehr störend als wohlthuend sein würde. Es ist erhebend zu denken wohin ein redliches glaubensbeseeltes Streben unter dem Beistände Gottes gelangen kann. Heute vor neun Jahren ward das Waisen-Institut gegründet; es hatte sein Dasein nur in frommen Wünschen, und heute nach neun Jahren ist es unter den rastlosen Bemühungen des Gründers und unter Gottes Beistand zu der Konsistenz gediehen, daß es mit den bereits gewonnenen Mitteln permanent 15 Kinder unterhalten kann. Doch scheinen diese Mittel von Tag zu Tage an Ausdehnung zu gewinnen, und werden, wie natürlich, im Verhältniß ihres Fortschrittes, auch die Wirksamkeit der Anstalt erhöhen. Res. hat nicht die Absicht weitläufige statistische Notizen mitzutheilcn, da diese ohnehin aus den regelmäßig erscheinenden Jahresberichten zu ersehen sind, sondern fühlt sich innigst gedrungen, denen, die sich dem Wiederaufbau Jsrael's geweiht, zuzurufen! nVk sö Unwürdige Schmähungen und Verläumdungen, die der Stifter des in Rede stehenden Instituts erst unlängst erfahren hat, beweisen wie der große rabbinische Spruch noch nicht zu allgemeiner Wirksamkeit gekommen. Fürwahr das wissenschaftliche Leben und Ringen in Israel hat längst seine ungetheilte Anerkennung gefunden; doch das mögen unsre jungen Werksleute bedenken,daß dasFeststellen einer Leseart, und ob Rabbi Mosche nii-kuzzi oder millurri war, und selbst eine gelehrte Abhandlung, so lobenswerth diese Bestrebungen auch sein mögen, noch lange nicht das Heil Jsrael's bringen. Darum habe man Scheu und sei nicht leichtfertig großen und überdauernden Thaten gegenüber, und darum werde nimmermehr ein Mann geschmäht, der meistens auf die Frage:?npss> wird ruhig antworten können hier sieh deine Kinder! tz. Oesterreich. Ko morn (Ungarn), 15. April (Privatmitth.) Wenn eine Gemeinde, wie die unsrige, die das Glück hat unter der religiösen Leitung eines — zwar Schülers der alten Schule, jedoch — wahrhaft einsichtsvollen toleranten Rabbiners zu stehen; eine Gemeinde, die zwei Männer — Herrn Dr. I. Mayer und S. Sommer — in ihrer Mitte hat, die durch ihre Gelehrsamkeit und liebreiches Wesen, die Liebe und Achtung ihrer Religionsbrüder gleich genießend, ganz dazu geeignet sind, das Wohl ihrer Gemeinde zu befördern, für die jüngere Generation wohlthätig und segenreich zu wirken; eine Gemeinde, die sich des Schutzes einer hochherzigen Komitatsbehörde freuet, die cs gewiß nicht unterlassen würde, ihren etwaigen Fortschritten und den dazu nöthigen Anstalten, den bestmöglichsten Vorschub angedeihen zu lassen; eine Gemeinde, die zwei Gymnasien mit den tüchtigsten und liberalsten Professoren zweier Konfessionen in ihren Mauern zahlt; eine Gemeinde, deren größerer Theil der wohlhabenden Klaffe angehört, und wo es fast keine Bettelarme giebt; mit einem Worte: wenn eine Gemeinde, der sich Gelegenheit und Mittel so zu sagen aufdringen, um ihrem religiösen, geistigen und sozialen Leben eine höhere Tendenz, einen, ihrer und der Zeit würdigern Aufschwung zu geben; bei dem besten Willen und der reinsten Einsicht, Schule und Erziehung im Verfall und in größter Verwahrlosung wissend, keinen Schritt thut, um diesem Uebcl abzuhelsen; nicht im Mindesten daran denkt, den Kreis des Wissens ihrer Pfleglinge zeitgemäß zu erweitern und zu verbessern; so ist es Sache dieses Blattes, das schon so Viele aus dem geistigen Schlafe

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