Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 6 (1842)
- Issue
- Heft 19 (7.5.1842)
- Date
- 1842-05-07
- Page
- Seite 287 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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287 Bei mir ist soeben erschienen und in allen Buchhandlungen zu haben: Das Licht am Abend. Ein Wort über Israels Zukunft. Von Ml. I. Fr. E. Sander, Pastor an der evang. luth. Gemeinde in Elberfeld. Um den Abend wird es Licht sein. Sacharja 14, 7. Preis brosch. 7^Ngr. (6 gGr.) Wilhelm Hassel. Elberfeld, im April 1842. (Stelle-Gesuch.) Ein israelitisches Mädchen, 24 Jahre alt, sehr bewandert in der Kochkunst, geschickt in weiblichen Arbeiten, mit schönen musikalischen Kenntnissen begabt, sucht von Verhältnissen gedrungen, eine Stelle als Haushälterin, Gesellschafterin oder Erzieherin. Hierauf Rcflektirende wollen sich in portofreien Briefen wenden an I. Baumann in Fürth. Ich richte hiermit die ergebene Bitte an den sehr verehrten Herrn Dr. I. M. Jost, meine bei ihm zurückgebliebenen Arbeiten nicht zu veröffentlichen, da sich mir seitdem mehrere Bemerkungen darboten, die eine erweiterte Umarbeitung nothwendig machen. B. Mauksch. Bekanntmachung. Wir sehen nus gezwungen anzuzeigen, das; wir hinfort Briefe die uns uufrankirt mit Annoiicen für den Anzeiger der Allgemein c ll Z e i t n n g des I u d e u t h u m s zukommen, lilieröffnet znri'ickwciscn werden. Solche Anzeigen aber, deren ohiigefährer Betrag nicht beigefngt ist, oder für deren Bezahlung eine auswärtige Biichhaudlung oder ein hiesiges Handelshaus nicht garantircn, werden w i r u n b c r ii ck s i ch t i a t bei Seite legen. Leipzig, den 4. Mai 1842. Baumgartner'sche Buchhandlung. Aufruf au alle meine GLanbensbrüder! Was die Presse für eine Macht sei, und wie sie seit reichlich einem Jahrzehenden für die Herstellung unserer bürgerlichen Freiheit gearbeitet habe, setze ich als bekannt voraus. Wie sehr wir mithin ausgefordert sind, uns dieses mächtigste aller Mittet nach allen Richtungen hin zu Gute kommen zu lassen, folgt von selbst. Nun hat aber die Erfahrung der letzten paar Jahre mir ein Hinderniß aufgedeckt, das dem Nützen des freien Wortes dergestalt hemmend entgegcnwirkt, daß sein Einfluß mehr wie zur Halste, namentlich dadurch, verloren geht, daß es Die nicht erreicht, in deren Händen, als gesetzgebenden, unser bürgerliches Loos liegt. Dieß zu beseitigen, wende Ich mich hiemir an alle Gemeinden unserer Glaubensgenoffenschaft, nachdem dessen Ausführung mir im engern Kreise meiner Umgebung nicht hat gelingen wollen. Das traurige Schicksal auch der besten (Rießer'schen) Schutzschristen ist nämlich das, daß sie von den Deputirten der Kammern selten gelesen werden. Wie ließe sich auch nur hoffen, daß jene Herren Zeit und Geld daran wenden sollten, ihre meist feindseligen Ueberzeugungen bestritten und von einer bessern verdrängt zu sehen, da doch so viele unter uns selbst existiren, die in unerhörter Lauigkeit sich nicht einmal des Geständnisses schämen, jene erhebenden, ermuthigenden Schriften nicht gelesen zu haben! Wird nun aber von beiden Seiten nichts für die Verbreitung solcher Schriften gethan; wird mit der kleinen Summe, welche sie erfordern, vielfach geknickert, und die Zeit, welche sie zum Durchlesen erheischen, der armseligen Tagesbildung, Schauspielern und Virtuosen so freudig geopfert: wie will man einerseits die edle Wirkung des freien Worts, andrerseits in den Führern desselben alle Ausdauer, und alle Entsagung erwarten, die man doch selbst so gering anfchtagt, auf die man selbst so wenig Werth legt? Die' Erfahrung, welche mich auf diesen Mangel und auf ein großes Bedürfniß der Gegenwart aufmerksam gemacht hat, ist die Verhandlung des Storthings in Norwegen. Herr Archivar Wergeland hat, wie bekannt in der vorigen Sitzung die Abolition desjenigen Passus in H. 2 der Konstitution beantragt, der uns wegen unserer Religion, aus Norwegen verbannt. Nachdem ich mich seit etwas über ein Jahr mit ihm in Korrespondenz gesetzt, stellte er mir die Nothwendigkeit d:r Verbreitung einer Schutzschrift, und ihre Vertheilung an den Storthing vor.