Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 6 (1842)
- Issue
- Heft 19 (7.5.1842)
- Date
- 1842-05-07
- Page
- Seite 288 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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288 Es erbot sich dieser wackere Menschenfreund, die Redaktion und alle Mühwaltung zu übernehmen, wenn wir nur die Druckkosten ersetzten, die etwa auf 2—300 Mark veranschlagt waren. Begreiflich antwortete ich umgehends, ich wolle die Bürgschaft übernehmen, in der Aussicht, es würde mir ein Leichtes sein, in Hamburg und Altona diese kleine Summe aufzutreiben. Ich hatte mich verrechnet! Es ist mir lange nichts so sauer geworden; Schreibereien und Abschreibereien waren nöthig; abgewiesen wurde ich von so vielen Thüren, und ich war in Gefahr, selbst einen unverhältnißmaßig großen Theil jener Kosten zu tragen, bis endlich drei große und eine kleine Stadt durch ihre Beitrage diese Summe von 100 Thlr. zusammentrugen. Ermattet, obwol nicht entmuthigt beschloß ich nun, durch die Stiftung einer Kasse, bestimmt für ähnliche Vorkommnisse, der Noch, Sammlungen anzustellen, zuvorzukommen. Allein es stieß auch dieses Unternehmen auf dieselbe Lauheit und denselben Mangel an Theilnahme, so daß ich auch diesen Plan, wenn nicht auswärtige Männer ihn nach Vermögen unterstützen, als gescheitert anschcn muß. Zudem ist, was mir in weiterer Ferne nöthig und nützlich erschienen war, plötzlich ganz nahe gerückt. Es stößt nämlich die Tolecanzfrage auch in Norwegen auf ähnliche Hindernisse, wie im lieben Vaterlande. Wergeland eben so ausdauernd, als kräftig, will nun auch seinerseits fortfahren, unsers Rechts zu wahren, und zwar diesmal von Seiten des Gemükhes. Er ist als ausgezeichneter Dichter in seinem Vaterlande anerkannt, und hat jetzt die Herausgabe eines kleinen Kranzes von Dichtungen zu unserm Besten begonnen, welche er durch Subskription zu unterstützen auffordcrt. Nun bin ich zwar im Stande durch einige Subskriptionen eine anständige Zahl Exemplare zu bestreiten; allein damit wäre denn meine Kasse auch wieder erschöpft. Daher fordere ich alle meine Glaubensgenossen auf, sich mir anzuschließen in der Stiftung eines Vereines ohne andere Festsetzung der Dauer desselben, als der, bis zum Zeitpunkte der vollbrachten Emanzipation, zur Bestreitung der Kosten für Schutzschriften zur Vertheidigung unseres guten Rechts. Ich denke durch den weitern Umfang dennoch zu erreichen, was mir die Noth zu fordern scheint und den Verein zu Stande zu bringen, der eine Rücksicht nimmt, welche der Kulturverein bisher noch nicht in seinen Wirkungskreis herein gezogen hat. Die Geneigten wenden sich gütigst mit ihren Zusagen an die Redaktion der Allgemeinen Zeitung des Judenthums. Zum Behufe derer aber, welche cs vorzichen möchten, auf Herrn Wergelandes Licderkranz zu subfkribiren, habe ich dessen Subskriptionsplan, übersetzen und hier folgen lassen. vr. Steinheim in Alton». Der Jude. Ein Dornen- und Blüthenkranz von Dichtungen. Unter diesem Titel wird eine Sammlung von Ongknalgedichten herauskommen, deren Tendenz ist, auch von Seiten des Gemüths die Toleranzmotive zu unterstützen. Bekannte und Freunde der Sache werden erngeladen, das Unternehmen zu fördern. Für 1 Exemplar zahlt man 30; für 2, 40; für 3, 60; für 7 einen Spezies (Kconenthaler.) Die Subskciptionsbogen werden baldigst zurück erbeten (an mich in Altona) durch die Redaktion der Allg. Zeit, des Judenth. Christi an La, im Marz 1842. Heinr. Wevgeland. Nachbemerkung: Wir machen dm Plan des Herrn Di'. Steinheim in Altona zu dem unsrigen, und werden baldmöglichst über die Organisation einer solchen Emanzipations-Schriften-Kaffe unsere Ansichten geben. Zunächst aber bitten wir nur, recht viele Subskriptionslisten auf die Dichtungen Wergeland's uns zukommen zu lassen. Die Redaktion der Allg. Zeitung des Zudenthums. Bemerkung: Die Zusendungen des Herrn L. Ln M. sind uns auch unfrankirt willkommen. — Ein Moritz Lazarus in Posen schrieb uns neulich; da wir vor dem Gebrauch seiner Einsendung eine nähere Begründung der Sache fordern wollten, erhalten wir unfern Brief vom Postamte zurück, dast ein solcher gar nicht in Posen existire! — Von Herrn I. Werner in 11. bei B. haben wir kerne Zusendung erhalten. Die Redaktion. Druck von 3. S5« Hirschfeld.