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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1842-05-07 · Heft 19 (7.5.1842) · p. Seite 283

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
6 (1842)
Issue
Heft 19 (7.5.1842)
Date
1842-05-07
Page
Seite 283 (sequence 11)
Language
German
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283 Gottesdienst noch nicht abgeschlossen und Ideal sei, so wissen wir zwar auch das Verdienst der Dresdener Synagoge zu würdigen, und haben es in dieser Allg. Zeit, des Zudenthums hinlänglich würdigen lassen — aber desto mehr ist er gehalten, auch das Verdienst Anderer unverkümmert zu lassen, und froh zu sein, daß die Wege gebahnt worden, die noch so wenig und in so geringen Strecken betreten sind. — Das Salomonische Sendschreiben faßt die Behauptungen und Einwürse des Dr. Frankel mit großer Lebhaftigkeit, mit vielem Witz und Scharfsinn auf, und sucht auf schlagende Weise den Gegner zu entwaffnen. Es ist aber so aus einem Gusse, daß Einzelnes daraus abzutösen nicht rathsam ist, sondern wir denen, welche sich für diese Angelegenheit interessiren, cs ganz zu lesen überlassen müssen. Gewiß ist es, Dr. Salomon hat seiner Sache einen neuen Dienst geleistet. Eben so gewiß ist es aber, daß gerade aus diesen Diskussionen nichts erhebliches hervorgehen kann, sondern sie die Sachlage für das größere Publikum mehr ver-, als entwirren. — Theologie. An die verehrt. Redaktion der Allgem. Jeitnng des Zndcuthnms. (Fortsetzung.) Wir handeln also im Geiste unserer Religion, geliebte Brüder! wenn wir aus unsern Gebetbüchern so bald wie nur irgend möglich zu entfernen suchen: a) die oft erwähnte zwölfte Gebetsformel, die in der sogenannten rp nbsn mit dem Worte D'Pwba-i beginnt; b) aus dem für die Bußtage angeordneten Gebete „Unser Vater" sbdrj die Worte — Dip: c) in dem mit Dirt-i anm für Montag und Donnerstag beginnenden Gebete die Stelle bis DniiDaa; so wie d) alle die Stoßgebete >i:?ip >!iDin üDi-i -D^ir — Ferner: Aus den Sabbat-Andachten muß entfernt werden: e) die Stelle r-nrniD — mn: nVi. Unmittelbar nach ttJDPi folge rüian — irs-m. f) Das Gebet, das mit dem Worte D^mn dn beginnt und mit dem Worte mi schließt. Endlich g) waren auch die sogenannten Gebete nach dem Vorlesen der inrn nb-v:, nämlich arm im und Dpi“1 nnma gänzlich wegzustreichen ‘). Ad a. Zeit und Entstehung dieser Gebetsformel ist aus den talmudischen Schriften Ihnen Allen hinlänglich bekannt. Die Furcht, daß die sadducäische Sekte ein politisches Uebergewicht erlangen könnte, hat den Pharisäern dieses Gebet ausgepreßt^). Demnach hat sich dasselbe schon weit über anderthalbtausend Jahre überlebt und — wären dergleichen Gebete auch nicht im höchsten Grade unmoralisch und unreligiös — seine erste Bedeutung schlechterdings verloren. Wozu nun die tobten und tödtenden Buchstaben tagtäglich dreimal dem Gotte des Lebens vvrschwatzen und noch dazu, wie es ja schon häufig geschehen ist, unfern Gegnern Gelegenheit verschaffen, uns zu verdächtigen, als wollten wir den Fluch nicht blos auf die Disscntirenden in der eigenen Mitte, sondern auf die Genossen nicht-israelitischer Bekenntnisse hcrabflehen? 3) Wir kennen aber nicht nur die Zeit und die Entstehung, sondern auch den Verfasser dieser Gebetsformel, der kein anderer ist als ■ppn banao, 1) Daß die mystisch-kabbalistischen Stoßseufzer und Beschwörungsformel», die nach und nach eingeschmuggelt wurden, den Abschied recht bald erhalten müssen, bedarf kaum der Erwähnung, da sie mehr dem Heldenthum als dem Judenthum angehöcen; darüber indessen ausführlicher bei einer andern Gelegenheit. — 2) -pis irren meVri tnai ob ,rfb sp mein 'oa •'n inan 'a 3) Siehe Holdheims Votum über das Gebetb. nach dem Gebrauche des neuen Israel. TempelvereinS S. II. 12.

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