Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 6 (1842)
- Issue
- Heft 19 (7.5.1842)
- Date
- 1842-05-07
- Page
- Seite 280 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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280 enormen Summe gemacht werden konnte. Es ist für mich eine Erfüllung der angenehmsten Pflicht wenn ich demselben hiermit öffentlich meinen tiefempfundenen Dank ausspreche. Besonders verdient macht sich um die hiesige Gemeinde der Rabbinatskandidat bdtiB'2 rfSa welcher regelmäßige Studien in Prag gemacht, und nach seiner Rückkehr hieher eine Schule gegründet hat, die die einzige organisirte in der ganzen Gegend. Es ist kaum zu berechnen, welche segensreiche Folgen für die umliegenden Gegenden diese vortrefflich eingerichtete Schule haben wird. Unter andern Lomdim, auf die unsere Gemeinde stolz sein kann, ist besonders herauszuhcbcn "OYTa stib ein tiefdenkender Talmudist, und Herr Ascher Kohn (^8 nwrr rn») welcher letztere nicht wenig Sinn für Bildung und für Förderung alles Guten und Schönen hat. Stern. Leipzig. In den Neuen Jahrb. für Philologie u. Pädagogik ff. von Seebode, Jahn und Klotz, achter Supplcmentband, Heft I. (1842) findet sich ein beachtungswerthcr Aussatz von Herrn Dr. PH. Ehrenberg in Wolfenbüttel: „über die Aussprache der hebr. Buchstaben im Allgemeinen und des n und ll insbesondere." Als Resultate der gründlich geführten Untersuchung stellten sich heraus: 1) die Regel über Oag. len« unp die doppelte Aussprache der Buchstaben nsanra bestätigt sich eben so wol durch physiologische wie durch historische Nachweisung; 2) ll ist fester, stark artikulirter 4'-laut, n dentale Aspirate (l>, th), und beide Buchstaben werden dieser Bedeutung nach seit den ältesten Zeiten von semitischen und nicht semitischen Völkern in entschiedener Majorität erkannt; 3) die Verwechselung des Namens beider Buchstaben im Griechischen und ihrer alphabetischen Stelle ist durch die allmälige Uebcrtragung der Buchstabenformen aus dem Oriente, je nach dem Bcdürfnifle der Griechen, entstanden. — Seit Ewald hielt man U für tl> und n für t; Ehrenberg widerlegt diese Annahme sehr triftig, und stimmen wir ihm völlig bei. Paris. Ein für die Geschichte der Arithmetik nicht unwichtiger Aufsatz ist der folgende: Notice sur uu manuscrit hebreu du traite d’Arithmelique d’lbn-Esra. conserve a la bibliolheque royale (Heb. 449, Cod. Ileb. 240): par M. 9. Tcrqucm, im Journal de Mathemaliques pures e'. appliquees. l. VI. (1841), auch besonders erchienen. Eine Beschreibung dieses Manuskripts, so wie der Inhalt der Abhandlung über die Arithmetik (^sv ->£8Btt) beschäftigen den gelehrten Bibliothekar, wodurch der Standpunkt der Arithmetik im 12. Jahrhundert in der arabischen Schule sehr deutlich wird. Das Manuskript enthält noch die Abhandlungen: Tischboret, worüber Herr Terquem etwas Näheres verspricht, das Sefer haschcm (von Lippmann 1834 herausgegebcn); Kommentar über einige Lehrsätze Euklid's, Sefer haachad, über die göttliche Einheit; Biour astorlob, über die Konstruktion des Astrolabiums des Emanuel-bcn-Jakob; und Melechet haaschccet, eine mnemonische Abhandlung nach d'Orvieto. Nord-Amerika. Der United 8tal«s Lilerary Adveriiser vom Januar d. I. giebt die Nachricht, daß in Eharlcston ein 1357 Jahre (?) altes hebräisches Gebetbuch sich finden soll. Es sei ein ungeheurer, auf das feinste Pergament geschriebener Bänd, ganz mit der Feder ausgesührt, und zwar mit einer Genauigkeit und Schönheit, daß man es als ein Meisterstück der Schrcibkunst betrachten kann. Magdeburg, 21. April. Angekommen: (Homiletik.) Trauerrede wegen des Ablebens Ihrer Majestät der Königin-Wittwe Karol. v. Baiern ff. vom Distrikts- Rabb. Neuburger. Aschaffenburg, 1842. Herzlich innige, kunstlos einfache, aber sinnvolle Worte, welche die Verstorbene rühmen als Gattin, Mutter, Wittwe und Dulderin. — Die drei Symbole des Ueberschreitungsfestes. Worte des Schmerzes und der Erhebung am Tage der feierlichen Beisetzung Sr. König!. Hoheit des Großherzogs Paul Friedrich 19. Marz 1842 (am Sabbat vor dem Ueberschrcitungsfest) ff von Dr. S. Holdhcim. Schwerin, 1842. Wir gestehen, daß es uns eine üble Wahl schien, den einfach zu fastenden, hohen Gegenstand des Tages, die Beisetzung des Fürsten, an die drei Symbole des Pcßachs (Pcßach, Mazza, Maror) zu knüpfen. Um so weniger befriedigte cs uns aber, da die Anknüpfung nur eine sehr erkünstelte ist. Es wäre wol angemeffner gewesen, an diesem Tage den S. hagadol zu vergessen, und bloß den großen Inhalt des Tages zu feiern. — Predigt und Homilie, bei der Einweihung des israel. Bethauses in Oletzko, am 2. u. 4. Sept. 1841 gehalten von I>r. I. L. Saalschutz. Königsberg. Die Predigt, abgerundet und sinnreich, bespricht: das Gotteshaus muß euer Streben befördern 1) Israeliten zu sein im wahren Sinne des Wortes,