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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1842-04-30 · Heft 18 (30.4.1842) · p. Seite 271

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
6 (1842)
Issue
Heft 18 (30.4.1842)
Date
1842-04-30
Page
Seite 271 (sequence 15)
Language
German
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m So haben wir alle Anführungen des Di*. Fürst in's Bloße gelegt. Weiter haben wir mit diesem Manne Nichts zu thun. Es ist freilich keine Nummer des Orients, worin nicht ein scheter Seitenblick auf die A. Z. d. Jud. geworfen wird, allein dies Vergnügen überlaffen wir ihm allein, und Nichts soll uns bewegen. Schimpfliches selbst durch Schimpfen zu bezeichnen. Wie wir dem Dr. Fürst begegnen, kann z. B. vor. I. S. 584. Sp. 2. gesehen werden. Wir halten das jüdische Publikum für viel zu jklug, um sich von Dr. Fürst blauen Dunst vormachen zu lassen, wir halten es für einsichtsvoll genug, um die Herzensgründe dieses Mannes hierbei zu verstehen. Denn was die Gesinnung des Dr. Fürst betrifft, so ist wol Niemand mehr in Zweifel darüber, wenn er die Redaktionsbemerkung im Orient noch in No. 9. S. 68. unter dem 29. Februar d. I. mit den jüngsten Nummern vergleicht. Wir laffen uns auf unserm Wege nicht behindern, und gewiß nicht das Publikum mit uns. Fürwahr wir streben nach Unparteilichkeit, ohne darum uns zu einem bloßen Letternkasten zu machen, in die jede Sudelei geworfen werden kann; wir verhehlen weder das Gute, noch das Schlechte einer Partei, ohne uns zum Kolporteur eines gewissen Anhangs zu machen; wir bekämpfen überall Zelotismus und Glaubenszwang, von welcher Seite er auch kömmt, und werden uns darin nicht irre machen lassen, auch, 'wie wir fest überzeugt sind, alle Edelgesinnten immer hierin auf unsrer Seite haben. Wenn es nun die Absicht des Herrn Dr. Fürst seit lange ist, eine Polemik hervorzurusen, welche seinem Blatte etwas mehr Salz geben möchte, so kündigen wir ihm hiermit an, daß seine Absicht völlig gescheitert ist; denn diese Erklärung ist unsrerseits die erste, aber auch die letzte auf diesem Gebiete, in dieser Zeitung. Das Publikum erinnert sich noch gar zu gut, auf welche Weise Dr. Fürst literarische Fehden auszufechten gewohnt ist, es erinnert sich derer aus seinen Annoncen wider einen Berliner, um uns nicht solcher Dinge gern zu entheben. Mag daher Dr. Fürst auf diese völlige Widerlegung seiner Beschuldigung schreien, wie er wolle, wir werden ihm in der Zeit, des Judenthums nicht antworten. Wer einen Blick auf unsere Blätter wirft, wer die ehrliche Bezeichnung unsrer Originalberichte durch „Privatmittheilung" sieht, und nun unsre wirklichen, nicht singirten Verbindungen von Alexandrien und Konstantinopel bis Marokko und Boston erwägt, der steht leicht ein, auf welcher Seite das Recht steht. Daß wir aber fortan Männern, wie Holdheim ff. ein freies Wort gegen falsche, treulose Anschuldigungen gestatten, wird jeder Wahrheitsliebende uns nur danken. Magdeburg, 18. April 1842. Die Redaktion der Allg. Zeit, des Zudenthums. Abgedruttgene Erklärung. In No. 40 des L. B. des Orients 1841 liefert Herr Dr. Fürst eine Recensi'on dreier meiner Predigten, und kann sich dabei nicht beruhigen, daß ein Rabbiner solche unwissenschaftliche Geistesprodukte zum Drucke befördert, als wenn ich der erste und der einzige wäre, der diese unerhörte Sünde begehet, als wenn nicht die gelehrtesten Rabbinen der alten und neuen Zeit ihre Predigten oder Deraschot, was dasselbe ist, hätten drucken lassen, als wenn Herr Dr. Fürst, wenn er Rabbiner oder Prediger wäre, dies zu thun verschmäht hätte. Warum aber Herr Dr. Fürst mit diesem Tadel bis zum Erscheinen dreier einzelner Predigten wartete und nicht schon früher, als er einer ausführlichen und weitlauftigen Besprechung zweier Meiner Predkgthefte den Raum seiner Zeitschrift (L. B des Orients 1840 No. 47, 49, 50.) nicht versagte, zu dieser Rüge Gelegenheit nahm, scheint auf eine Sinnesänderung des Herrn Dr. F. im Allgemeinen, oder in Rücksicht auf mich insbesondere hinzuweisen. Jedoch ist dies nicht die einzige Sinnesänderung deS Hrn. Dr. F. in Bezug auf mich; denn während in der letztbezeichneten Recenst'on auf den Inhalt der Predigten speziell eingegangen, der Verfasser größtentheils mit Lob überschüttet, und nur an wenigen Stellen sehr glimpflich getadelt wird, wird in der ersten der Inhalt gänzlich übersehen und nur gemeine Schimpfwörter und unbegründete Ausfälle auf die Person und das Wirken des. Verfassers so maßlos gehäuft, daß jeder unbefangene Leser die Böswilligkeit und die tadelnswerthe Absicht des Recensenten gar zu deutlich erkennen mußte. Und in der That haben die edelsten und würdigsten Männer unseres Glaubens — wie ich dies theils durch öffentlich gewordene Stimmen, theils Öriginalbriefe belegen kann'— jene Recenst'on mit Abscheu und Entrüstung gelesen, und einmüthig eingestanden, daß die Ausnahme solcher Sachen die Ehrenhaftigkeit eines Blattes auf das Aeußerste komprimittire. Jndeß scheint Hr. Dr. Fürst im Punkte der Ehre und der Achtung vor der öffentlichen Meinung, namentlich derer, die Ehrgefühl und Charakter haben, eine gute Verdauung zu besitzen.— Hat nun Hr. Dr. F. gegen das unwissenschaftliche Treiben des Predigtendruckens in Rücksicht auf mich allein geei-

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