Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 6 (1842)
- Issue
- Heft 18 (30.4.1842)
- Date
- 1842-04-30
- Page
- Seite 270 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 98% known words query
- IRI
…/3224737-3225227-3225246--04353-3313937- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
270 rauschen Blattern sind für uns nothwendig, theils um ein Gesammtbild der Zeit aufzustellen, theils um so unzähligen Lesern, welche die vielen politischen und literarischen Blatter nicht lesen, das Nöthige heranzubringen, theils um Wichtiges für die jüdische Geschichte nicht verloren gehen zu lasten, da kein Späterer solches aus zahllosen Schriften zusammenlesen kann. Wir geben dem Publikum eine Zeitung, und es existirt keine Zeitung, die nicht anderen Blattern entnimmt — was will aber der ferne Orient damit?.) Dr. Fürst fahrt fort: „In der Allg. Z. d. I. No. 52. wird ein Art. „Alexandrien" aufgenommen, der Orient No. 50. sich findet. Er ist aus dem Arch. Zsr., welche Angabe die Allg. Z. d. I. nicht hat." (Mit Nichten! der Art. fängt bei uns an (S. 751): „Ueber die von Cremieux gegründeten Schulen gab Journal des Debats vom 9. November folgenden Bericht ff/' — haben wir also unsere Quelle genannt?) „Der große Artikel Breslau daselbst, , aus der Leipz. A. Z. entnommen, steht Orient schon No. 50/' (Der Art. fangt der uns an S. 754: „Die L. A. Z. enthält folgenden, zu beachtenden Artikel" — haben wir also unsere Quelle genannt?) Wir sehen, Herr Dr. Fürst will Alles, was gedruckt wird, als sein Eigenthum in Beschlag nehmen, denn daß wir in No. 52 geben, was der Orient in No. 50. gab, so wird sich doch Herr Dr. Fürst aus der Zeit, wo er Korrektor unsrer Zeitung war, erinnern, daß wir, entfernt vom Druckort, immer auf 14 Tage voraus Manuskript versenden müssen. Wie aber der Dr. Fürst diesen von ihm aufgestellten Grundsatz befolgt, wollen wir aus vielen mit einem Beispiel belegen. In No. 11. des Orients (also nach obiger Erklärung) dieses Jahres wird ein Artikel „Westindien" über die Beni-Jsrael gegeben, (der Orient versetzt Westindien nach Ostindien, wahrend die Geographen Westindien in den mittelamerikanischen Inseln suchen!) welcher bereits, in No. 2. 1841 von uns gegeben worden, den die Arch. isr. vom Äugust 1841 übertrugen, und ehrlich unsre Zeit, als Quelle angaben. Freilich sagt der Redakteur des Orients „Auch die A. 3. d. I. und Arch. Isr'. theilten diesen Auszug mit/' Woher hat ihn aber denn der Dr. Fürst genommen? Freilich gaben wir unsre Quelle an „dieHaude- und Spener'- sche Zeitung vom Dezember 1840." Da sich eine solche aber schwerlich erst den 12. Marz 1842 in die Hände des Dr. Fürst verirren konnte, so hat er den Art. unsrer Zeitung entnommen. Wir machen uns hieraus gar Nichts, denn uns kam und kömmt es nur auf Verbreitung an; schon zehnmal hat sich die Leipz. A. Z. aus Berlin schreiben lassen, wa§ in unsrer Zeit, gestanden, ohne diese zu nennen, wir machen kein Aufhebens davon — wie aber steht es um den von Dr. Fürst proklamirten Grundsatz? Jndeß der Dr. Fürst geht weiter. Bis dahin behauptete er nur, daß wir ihm Artikel nachdruckten, die er selbst anderen Blattern entnommen. In No. 13. aber heißt es: „Simm cuique. Die allgemeine Zeitung des Judenthums fährt fort, sich zuweilen das Vergnügen zu machen, Parthien aus meinem Blatte Nachdrucken zu lassen^). Da ich aber nicht glauben kann, daß das Judenthum oder die Zeitung des Judenthums dadurch einen Zuwachs an Güte erhält, so bitte ich ergebenst den Herrn Redakteur, entweder den „Orient" als die Quelle zu nennen, damit ich ihm das Schlechte mittragen helfe, oder mein Blatt'lieber mir allein zu überlassen. Fürst." Gewiß, wer diese Beschuldigung so abgefaßt liest, muß sie für wahr halten, denn sie wird ja mit Citaten belegt — und doch, so ehrlich ist der Mann, sind dies sämmtlich unwahre Behauptungen, aus der Luft gegriffene Behauptungen! — Wir können dem Redakteur des Orients sofort aus.dem Traume helfen, indem wir hiermit erklären — auf Ehre, ja an Eides statt — daß wir seit 1^ Jahren den Orient nicht zu Gesichte bekommen haben —- also wie aus demselben Etwas entnehmen? Der Ueberdrang von Geschäften und die Unabhängigkeit, mit der wir unfern Weg gehen, ließ uns dieses Blatt übersehen, und nur erst durch einen Freund wurden wir auf obige Art. aufmerksam gemacht. Aber die citicten Artikel? Der Art. Preußen S. 48. ist abermals ein Art. aus der Leipz. Allg. Zeitung, der ihn zu entnehmen wir dasselbe gute Recht hatten; die Rechte der Juden ff. ist aus den Blattern für literar. Unterhalt., die wir S. 145. als Quelle nennen — also abermals nur Artikel aus fremden Blättern, welche der Dr. Fürst als sein Eigenthum zu nennen, als ihm nachgedruckt zu bezeichnen schamlos genug ist, als ob die L. A. Z. und die Bl. für liter. Unterh. Keinem zu Gesichte kommen, als ihm; als wenn diese Zeitschriften ihm das Vorrecht gegeben, brauchbare Artikel ihnen zu entnehmen. Nein, Herr Dr. Fürst, Sie irren. Sie verwechseln die Personen — wir haben noch nie Arbeiten Anderer, weder in lateinischer, noch in deutscher Sprache, für die unsrigen ausgegeben!— Aber das Gutachten des Dr. Meier? Wir haben alle Gutachten, ausgenommen das des Dr. Frankel, von der Tempeldirektion zugesandt erhalten, und nur die uns übersandten als Originalmittheilungen gegeben. So auch das des Dr. Meier * **).’ Daß der Dr. Meier selbst es auch dem Redakteur des Orients zugesandt, was geht uns das an! *1 ,/Vgl. z. B. den Art. Preußen S. 48. Die Rechte der Juden im Mittelalter und ihre Anhäufung in Polen vgl. Orient des vorigen Jahres. — In Nummer 12: das Gutachten des Dr. Meier u. s. w." *°) Aum Ueberfluß stellen wir das Begleitschreiben hier her: „Sie erhalten beifolgend abermals ein Gutachten, das des Herrn Dr. Meier,/ff. ff. Hamburg, 20. Febr. 42. Dr. Fränkel."