Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 6 (1842)
- Issue
- Heft 18 (30.4.1842)
- Date
- 1842-04-30
- Page
- Seite 263 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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263 in der Gemeindesynagoge zuwege zu bringen, vereitelt. Gleichwol protestirten sie gegen jede Bezwekkung von Schisma, Absonderung oder gar Persönlichkeit. Won der Absicht, einige Bemerkungen gegen das Verfahren des Beth-Dins diesem Schreiben einzuverleiben, seien sie aus Liebe zum Frieden zurückgekommen; sie würden dafür einen andern Kanal suchen, bäten indeß zum Allmächtigen, die Zuneigung der Israeliten unter einander nicht zerfallen zu lassen. Zu diesen Briefen fügt B. E. nun ein Schreiben an den Redakteur der „V'oico of Jacob" über die unangemessene Weise, wie derselbe in No. 11 seines Blattes dieselben, so wie die früher gegebenen Korrespondenzen des Herrn Goldsmid mit Sir Moses Montefiorc, welchem Letzten er insbesondere verwirft, erst auf eigener Hand gehandelt und erst hernach seine Kollegen befragt zu haben, die ihn natürlich nicht dcsavouiren konnten. Diese hätten dann vielleicht nicht die Befragung der ,,geistlichen Autoritäten" für nöthig erachtet, welche man allen Rechtsregcln zuwider zu Richtern in eigner Sache gemacht habe, diese Rabbiner, welche in ihrer behaupteten, keine Macht auf Erden könne von der bestehenden Liturgie ein Iota abändern, und die das neue Gebetbuch für ein „dem mündlichen Gesetz" Widersprechendes erklären, ohne einen einzigen Grund dafür anzugeben, und Juden als Ausgcschiedene behandeln, die doch jene 13 Artikel, die nach Maimonides (Komm. z. Mischn. Sanhedrin, Chelek ko. 102.) das volle jüdische Bruderrecht kvnstituiren, in ihrer Liturgie ausnahmen. Dem Vorwurf, ob denn die Neuerer die Ehescheidung nach der ganzen Härte des mosaischen Rechts auszuüben beabsichtigten, werden die Widersprüche und Härten des ältern und spätem Rabbinismus über diesen Punkt entgegen gehalten, und rekriminirt, dieser habe die Schrift — den Ausdruck des Gegners zurückgebend— nicht allein trenchirt; sondern auch in manchen Stücken verstümmelt, wie er denn auch Mischna und Gemara über die Schrift setze, was von Orobio und Manasse den Israel ganz trocken ausgesprochen und auch von Rambam bekräftigt wird, in den Worten (Einleitung zur Mischna Seraim), daß selbst ein Prophet den Tod eines Betrügers sterben müsse, wenn er, selbst gestützt auf den Text der Schrift, eine traditionelle Erklärung angriffe u. s. w. Was die Geringschätzung der „Handvoll Laien" betreffe, so sei inan es doch sehr wol zufrieden gewesen, als einer dieser Laien die giftigen T. J. C. chisfrirtcn Aufsätze in den limes — in der Damastener Sache — widerlegt habe, wo diese „frommen Autoritäten" kein einziges Wort hätten finden können. Die englischen Juden möchten doch wol prüfen, von wem diese „geistlichen Autoritäten" zu solchem Verfahren aufgehctzt wären, und welche Fesseln man jeder Reform auf lange Zeit hinaus anlegte, wenn man solche Autoritäten bestärkte. Haben sich doch Einige von den Gegnern der Neuerung nicht begnügt, die Armen, dieser Gesinnung wegen, von ihrer Mildthätigkeit auszuschließen, sondern auch noch geglaubt, jeden freundschaftlichen Umgang mit den Neuerern abschnciden zu müssen. Englische Juden seien exkommunizirt und ihnen die Ceremonien der Beerdigung verweigert worden"), ohne daß sie sich von der Gemeinde losgesagt, sondern bloß die Liturgie geändert hätten. Es sei hier vielleicht Grund zu einer gerichtlichen Untersuchung. Denn die wenigen Worte gegen die Tradition in der Rede vom 27. Januar seien später und blos in defensivem Sinne (?) gesagt. Gegen den Vorwurf der mangelnden Autorität zur Errichtung einer neuen Liturgie, wird das Faktum der Existenz der neuen Synagoge mit dieser Liturgie als Argument angewendet. Es sei überhaupt unklug, die Untersuchung über die jetzigen „geistlichen Autoritäten" der Juden Englands (Rabbi Salomon Herschcl und Konsorten!!!) herauszufordern; dies sei eine selbstgemachte Autorität, die jedes rechtlichen Grundes entbehre, und bei der geringsten Beleuchtung über den Haufen fallen müsse. *) Dies bezieht sich, dem Vernehmen nach, auf die junge Frau Montesiore (Brudersfrau des Sir Moses), welche im Wochenbette starb, nachdem ihr Kind als das Erste in dem neuen Gotteshause war beschnitten worden. Die sancu siiiijilicitas erklärte dies natürlich für ein Gottesgericht. Eorresp.