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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1842-04-30 · Heft 18 (30.4.1842) · p. Seite 259

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
6 (1842)
Issue
Heft 18 (30.4.1842)
Date
1842-04-30
Page
Seite 259 (sequence 3)
Language
German
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259 Orient nicht minder als im Occident ernstlich dem Besserm zustreben, und der so vielfältig angeregten allgemeinen Emanzipation sich würdig zu machen suchen. Neulich ist es den hier wohnenden Israeliten Herren T. Sonnino und Guiseppe di L. Morpurgo aus Triest gelungen, während einer Geschäftsreise an den Mahmudin (Mündung des Nilkanals) eine christliche Sklavin aus türkischer Gewalt zu befreien. Dieselbe war vor einiger Zeit in den Harem eines mächtigen Würdeträgers in Konstantinopel gerathen, welcher sie aus Rache, daß sie sich ihm trotz aller angewandten versuche nicht ergeben wollte und dem christlichen Glauben treu blieb, nach Alexandria sendete, um sie als Sklavin zu verkaufen. Unter dem Vorwände einer Spazierfahrt wurde sie an den Mahmudin gebracht, wo sie mit Gewalt nach Kairo eingeschifft werden sollte. Verdacht schöpfend, leistete sie den Schergen ihres Gebieters den kräftigsten Widerstand, doch sie mußte der Uebermacht weichen und wurde nach dem Schiffe geschleppt. Auf ihren Hilferuf eilten die Herren Sonnino und Morpurgo herbei, und da sie am Worte Giaur erkannten, daß es sich hier um die Rettung einer Christin handele, so warfen sie sich schnell ins Mittel, ohne die augenfällige Lebensgefahr zu scheuen, da sie sich plötzlich von einer Schaar zu Hunderten herbeiströmender fanatischer Araber umgeben sahen, welche das Heiligste ihres Heiligthums, das Gute eines Harems, in den Händen der Giaurs verletzt hielten, und es gelang ihnen endlich das heroische christliche Mädchen zu retten, das sic nach Alexandria brachten, den Behörden übergaben, ohne es jedoch bis zum Einschreiten des russischen Vicekonsuls, aus den Augen zu lassen. Dieser wirkte bald, wiewol mit Mühe, die Freiheit der Christin aus, und noch vor Sonnenuntergang war sie unter russischem Wappen in Sicherheit und vor weiterer Verfolgung geschützt. — L. Großbritannien. London, 7. April. (Privatmitth.) Eine Gemeinde in Israel wird von ihren Genossinnen in derselben Stadt für ausgestoßen, für abgesondert (seceiled) erklärt! Der Fall ist von der äußersten Wichtigkeit, denn Richter (21, 17) „es darf kein Stamm fehlen von Israel!" Vorläufig ist es unsere Pflicht, das Publikum in den Stand zu setzen, diese Angelegenheit genau zu kennen, und wir gebe» daher vor Allem supplementarisch, zu dem minder gründlichen Bericht in No. 6 ein treues Referat über den Inhalt der zwei Bände des neuen Gebetbuchs. Die äußere Form desselben ist die jetzt gewöhnliche, die Schrift von rechts zu links, eine Seite hebräisch die andere englisch. Die Vorrede enthält keine Anspielung auf das Lossagen von der Tradition; sondern blos nach den bannalen Bemerkungen über unsere Liturgie und ihre Ausbildung und Ueberladung, die Grundsätze, nach welchen bei dieser Umbearbeitung verfahren worden. Man habe nämlich diejenigen Thcile des Kultus entfernt, die keine Erbauung zu befördern im Stande seien *), so wie diejenigen Ausdrücke, die blos Geburten ehemaliger Bedrückung sind, sodann sei man im Allgemeinen auf Abkürzung des Gottesdienstes bedacht gewesen, habe die glücklich erfolgte Verbrüderung Deutscher und Spanischer Juden, die auch den Titel Symig-ogue ot’ british Jews veranlaßt, durch Verschmelzung ihrer beiderseitigen Minhagim befördert, habe verschiedene Originalgcbete für besondere Privatgelegenheiten — z. B. Kirchgang einer Wöchnerin—beigcfügt und endlich die chaldäische Sprache (im Kaddisch) durch die hebräische ersetzt **). Hier ist nun der Inhalt des ersten Bandes: Der Gottesdienst wird jedesmal durch den VerS ffnrn avta nto eröffnet. Morgeugebot: — das ganze Kaddisch, vbis mit dem -sti ffins iba, sodann ifS’öJ ■'-rs, dann die Berachot bi§v ‘-iüw Va-Ti)-’ und eine neue: tb rvprV:: ira -iwee nriav, dann folgt das und ü-vnm; der Jehi razon fehlt. Es folgt sssni, die Benediktion über die Tora, der Aharonssegen, der ts'Vk "ist sis *p^Dn ti-dt und der chch'sn über die Opferung Isaaks; dann das ixnpiL Vs* ttb mit der Gnadenwahl, das sbir'n na-.so c-rp ins rein Nriee ’J Die Mizwotauktion, Mischeberachs, öffentliche Spenden ic. Corresp. Das Kaddisch lautet also: vxs 2*;prm -burn -msb» tna tön übiss bnsrr za ■’rr 'ist ssi^ns ssp-n Tnsvsi rr-/:^ Sonst ak- .'ist ö-^st» ■'sbirbi cb'sb "pTsn binan les wie in der sefaradischcn Lektion, nur fehlt das Wort ■psrrraT im sibts irai;*. Corresp.

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