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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1842-04-23 · Heft 17 (23.4.1842) · p. Seite 252

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
6 (1842)
Issue
Heft 17 (23.4.1842)
Date
1842-04-23
Page
Seite 252 (sequence 12)
Language
German
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252 machen, ob es, vielleicht besonders in den überseeischen Gemeinden, Wurzel fassen wird, das kann nur die Zeit lehren. Jedenfalls ist die Erscheinung als Faktum von höchster Bedeutung und die hier gegebene Predigt, die als ein Aktenstück ganz wortgetreu übersetzt ist, wird vielleicht in späterer Zeit noch als ein höchst wichtiges Dokument konsultict werden. —r. —. Indem wir obige Rezension (mehr der Sache, als der Predigt), die eigentlich für eine nicht jüdische Zeitung") bestimmt war, hiermit vorläufig geben, versprechen wir unseren Lesern auf die nächste Nummer eine genaue Detaillirung des Gebetbuchs, von welchem außer dem schon in No. 6. erwähnten ersten Band, für Alltag und Sabbat — uns nun auch der zweite — für die drei Negalim — vorliegt, so wie noch einige fernere Dokumente über den dortigen Streit, der mit großer Heftigkeit, z. B. bis zur Verweigerung der Beerdigung geführt ist. Inzwischen hat auch die orthodoxe Synagoge in englischer Sprache Predigten eingeführt, und unser Landsmann, der bekannte orientalische Reisende Dr. Löwe, hat bereits auf besonderes Ansuchen mit großem Bcifalle in der großen Portugiesischen und Spanischen Synagoge in Bevis Marks, am zweiten Pesachtage eine zum Druck beförderte Predigt gehalten, über die wir ebenfalls nächstens berichten. Miszellen. 1366 wurden alle Juden zu Sochaczew in Polen verbrannt. Ein Mädchen, Dorothea Lacecka, hatte gleiches Geschick. Sie hatte sich eine Hostie aus dem dortigen Dominikanerkloster angeblich verschafft, und sie an die Juden verkauft, welche die Hostie in die Synagoge brachten und dort mit Nadeln durchstachen, bis Blut herausfloß, das sie in einer Flasche sammelten und zu gottesdienstlichen Gebräuchen aufhoben (!!!) Vergebens suchten die armen Juden darzuthun, daß sie in einer Hostie nichts als ein Mehlgebäck sähen. Durch Einfluß *) Ist auch Hamb. Neue Zeit. No. 80. abgedruckt worden. Redakt. des päpstlichen Legaten Lippomank wurden sie zum Feuertode verurtheilt. Vergebens erklärte der König Sigismund August, daß er nicht an solche Fabeln glaube, und befahl, die Angeklagten in Freiheit zu setzen. Sein Kanzler, ein Bischof, mißbrauchte das ihm anvertraute Siegel, den Befehl zur augenblicklichen Hinrichtung auszufertigen. Ehe der König es hindern konnte, war der schreckliche Mord geschehen! (Das Nähere darüber in: „Krasinski's Geschichte der Reformation in Polen. Deutsch von Lindau. Leipzig, 1841." S. 119 und 120.) Wir entnehmen der Bibl. der Neuesten Weltkunde (Jahrg. 1842 B. I. Th. III.) aus einem Artikel „Ausflug von Mainz nach Athen" im Jahre 1840 folgende Erzählung. 'Der Reisende bestieg in Galacz das Dampfschiff, um nach Konstantinopel zu reisen, und schildert das bunte Ensemble auf demselben. „Ein Jude mußte es mir angesehen haben, daß ich ein Deutscher sei, denn noch bevor ich ein Wort! gesprochen und mich vollständig orientirt hatte, zu welchem Zweck ich mich durch die kleinen Gassen wand, welche auf dem Verdeck frei geblieben waren, wurde ich von ihm deutsch angeredet. Da er die Unterhaltung mit der so gewöhnlichen und stets lästigen Neugierde dieser Menschen begann: „Sie reisen wahrscheinlich auch nach Konstantinopel? .... Vielleicht ein Militär? O die 1 Herren Militärs kennt man gleich. Wollen vielleicht in türkische Dienste gehen?" was er in einem Athem auskramte, wollt' ich ihn schon mit 'einem kurzen ja und nein abfertigen, als sich noch ein zweiter ihm beigesellte, der mir mit der Bitte die Hand reichte, ich möchte mich doch, da ich ja wol ihr Landsmann sei, ihrer annehmen, wenn sie meines Schutzes bedürften. Dieses Zutrauen mußte natürlich meine Stimmung umwandeln und ich versprach, dem Wunsche zu willfahren, wenn es nothwendig werden sollte, obgleich ich überzeugt war, daß sie niemand beleidigen oder verletzen würde. Beide Männer standen bereits im Greisenalter und eisgraue Bärte wallten über ihre Brust. Sie erzählten mir, daß sie mit Weib und Kind ihre Heimath für immer verlassen hätten, um in ihrer

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