Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 6 (1842)
- Issue
- Heft 17 (23.4.1842)
- Date
- 1842-04-23
- Page
- Seite 250 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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250 Anleitung, welche den zweckmäßigen Gebrauch dieser Tabelle lehrt. Frankfurt am Main 1833 bei Andreä. 3) rp-nr-p yioV oder Anweisung, das sogenannte Jüdisch-Deutsche lesen zu lernen. (Das.) 4) -isp vollständiges Andachtsbuch zum Gebrauche bei Krankheitsfällen, im Sterbehause und auf dem Friedhofe. 1839. das. Eine freie Nebersetzung desselben 1704 zu. Amsterdam erschienenen Werks, nebst Kommentar (der Heidelb. Uniw. Bibl. einverleibt. 5) Ausgabenbuch für das Lesen und Uebersetzen des Hebr., (ein allgemein anerkanntes Werk, um dessen Einführung Constanz und Basel beim Ministerium nachsuchten) Frankfurt 1841. So war er, trotz eines siechen, dahinschwindenden Körpers, an dem die Auszehrung vierzehn volle Jahre nagte, unausgesetzt thärig. Ein schrecklicher Bluthusten riß ihn oft aus frohem Familienzirkel, goß bilterc Hefe in den Freudenpokal, warf ihn nieder, wo er sich sicher glaubte. Das letzte Jahr seines Lebens war sein schrecklichstes. Ost habe ich mit schmerzzerrissenem Herzen an seinem Krankenbette geweilt und den Schrei der Verzweifelung gehört, der seinem angstbeklvmmenen Innern entfuhr. „Weinte ich denn nicht mit dem Hartbedrängten, war meine Seele nicht betrübt mit dem Dürftigen? Nun hoffte ich Gutes, und Böses kam; ich schmachtete nach Licht, und Dunkel kam!" So hörte ich den von Schmerz gefolterten, Betäubten oft mit Job klagen. Und dennoch litt die Energie seines Geistes nicht. In eben diesem Jahre stiftete er noch, ähnlich dem früheren Tempel, eine Andachtsstunde, der Bürger und Studenten mit Liebe beiwohnten; in diesem Leidensjahre vollzog er noch, kaum zu reden im Stande, die Konfirmation von vier Knaben, darunter sein ältester Sohn. In den letzten Tagen seines dornenvollen Lebens befielen ihn häufig Ohnmächten. Sprachlosigkeit trat ein! Ha, welch' ein Zustand! Bei vollem Bewußtsein sich den Seinigen nicht verständlich machen zu können! Dennoch blickte ein Strahl von Hoffnung durch. Doch bald nahte sein Erlösungstag, der 18. Februar. Es war ein Freitag, der,Vorabend seines großen Sabbats! Er befand sich schwach, und nur genöthigt nahm er Speise zu sich. Er sprach immer von einem großen, ewigen Frieden! Sein linker Arm schwoll furchtbar an! 7 Uhr Abends wurde sein treuer Hauslehrer, der brave Seldner, zu ihm gerufen! 8 Uhr trat der Todesschweiß auf seine Stirn und er war nicht mehr, denn Gott hatte ihn genommen! Aber so sanft, so ohne allen Einfluß auf feine Züge war sein Tod, daß ihn Seldner noch lange nachher im Arme hielt und ihn lebend glaubte! Am 20sten Nachmittags war das Leichenbegüngniß. Den von vier schwarz behangenen Pferden gezogenen Leichenwagen deckten Epheu - und Jmmortellenkränze treuer Schülerinnen! Ihm folgten der Lehrer mit der Schuljugend, der Rabbiner und Vorstand, dann ein Zug von mehr als 200 Personen aller Stände und der Umgegend, wohin die Schreckensnachricht gedrungen war. Rabbiner Fürst redete, ein Männerchor sang ein Grablied und dann sprach Klausrabbiner Wagener aus Mannheim Worte der Wahrheit und Liebe. Um den Verblichenen trauern eine Gattin mit drei des Vaters würdigen Kindern, um ihn weint die große Zahl seiner Schüler und Verehrer, der Waisen und Wittwen, denen er, mit eigener Aufopferung, ein treuer Helfer war, um ihn weinen Badens Juden, die ihre Verbesserungen in Schule und Kultuö meist ihm verdanken! Die Neuern stehen auf seinen Schultern! Ein gewissenhafter Erzieher der Jugend, ein Kampfer gegen Vorurtheil und Volkswahn, war er mir, so wie vielen andern Hochschülern, ein biederer Freund. Trotz des Krankseins ein heiterer Gesellschafter, verband er mit munterem Scherz unumwundene Offenheit, die namentlich stets Kämpfe der Rabbinen gegen ihn erregte. Er lebte und starb als begeisterter Israelit und wahrlich: „groß und erhaben muß eine Lehre sein, für die sich so freudig sterben läßt." Und darum rufen wir den Hinterlaffenen getrost zu: rrtaij VVaa Alexander Friedländer, Dr. der Rechte. Literarische Nachrichten. Hamburg, 4. April. (Eingesandt.) „Et'nwcihungsrede der West-London-Synagogue, am 27.Januar 1842, gehalten von Marks, Geistlichem der