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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1842-04-23 · Heft 17 (23.4.1842) · p. Seite 246

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
6 (1842)
Issue
Heft 17 (23.4.1842)
Date
1842-04-23
Page
Seite 246 (sequence 6)
Language
German
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246 über Recht und Unrecht befinden, mit kindlicher Pietät danken. — 5) „So sind denn die Juden ein unserer Religion" (allerdings), „unsermVolk und unsermStaat fremder Bestandtheil." — Welcher Unsinn! Die Geschichte 'unserer Kriege und unsers Fliedens straft Herrn Cervius Lügen. Mit Gut und Blut stand und steht der Jude dem Christen, wenn es im Frieden oder Kriege sich um Erhaltung des Staats handelt, nie nach. — 6) Um uns aber doch nicht ganz vor den Kopf zu schlagen, macht uns Herr Cervius das sauersüße Kompliment, daß wir das „merkwürdigste, ausgezeichnetste und ein höchst begabtes Volk" sind, dem man, natürlich „ihm und uns" (Christen) „zum Gedeihen, mancherlei Freiheiten gewähren müsse." Dies der Stettiner Cervius! Hiemit dürste aber vielleicht ein anderer Cervius, z. B. der Rastcnburger vom 8. Februar (Cf. L. A. Z. u. Schles. Zeit, in frühern Nummern), gar nicht einverstanden sein, der aus die naiveste Weise ein Gesetz proponiren zu wollen schien, man solle den jüdischen Fabrikanten und Kaufleuten keinen Kredit geben dürfen, weil — die christlichen ejusdem generis darunter leiden. — Eines nur ist gut, daß die Herren nämlich nie gefragt werden, wenn von einer Gesetzgebung die Rede ist, es wär' sonst dem Gesetzgeber im Kopfe so dumm, als ging' ein Mühlrad drin herum. — 7) So z. B. sieht Herr Cervius in Stettin nicht ein, warum wir nicht „außerordentliche Professoren der Mathematik, Astronomie, Medizin, Sprachen u. s. w. werden können." — Nun, man muß gestehen, Herr Cervius scheint das außerordentliche zu lieben. Etwas außerordentliches ist es denn auch, d. h. nicht in der Ordnung des gesunden Menschenverstandes sich bewegendes, was er uns hier in der Leipziger zum Besten giebt. 8) Schließlich beruft sich Herr Cervius auf die Vota der Provinzialstände. — Wehe uns, wenn unser Schicksal diesen Händen anvertraut sein sollte! Seitdem Juden daö Unglück haben, auch Gutsbesitzer zu sei.n, haben wir's nicht mehr blos mit Gevatter Krgmer und Handschuhmacher, sondern auch mit der hohen Ritterschaft zu thun. — Herr Cervius geht sogar in seiner historischen Forschung bis auf die französische Revolution zurück (Sage mir, Toms, woher dir diese Weisheit? in welcher Schenke u. s. w.) und bis auf — Napoleon (Eheu! jam satis!). — Wir empfehlen dagegen dem Stettiner Weisen nur die sorgfältige Lektüre der letzten Nummern der französischen und belgischen Blätter, die sich über das projektirte Judengesetz des Preußischen Staates ganz anders ausgesprochen, als es Herrn Cervius der aufgeklärten französischen Nation in den Mund zu legen beliebt. Das Resume von dem Allen ist: Herr Cervius hat uns mit großem Pompe eine Crambe sexcenties recocta aufgetischt, in der nichts weiter neu ist, als — die Nation Geburt und die außerordentliche Professur. Es wäre daher ein ganz überflüssiges Werk gewesen, hiegegen ein Wort zu verlieren, hätten nicht gewisse Zeitungen, namentlich die, wenn es um Humanität gegen die Juden sich handelt, allzeitfertigen Leipziger Allgemeine und Schlesische, durch die bereitwillige Aufnahme der Stettiner Weisheit ihre Akklamationen zu erkennen gegeben. L. Magdeburg, 10. April. (Privatmitth.) Wir theilen mit Vergnügen mit, daß die in voriger No. erwähnte Verweigerung von Eisenbahn - Paßkarten an jüdische Stadtbürger auf die Eingabe der Aeltesten hiesiger Gemeinde sofort wieder aufgehoben worden. Oesterreich. St. Nico lau (Liptauer Komitat in Ungarn), 23. März. (Privatmitth.) Als ein Seitcnstück zum Hamburger Streit — zwischen Vernunft- und zeitgemäßen,. die Erhaltung unserer heiligen Religion und das Wohl ihrer Bekenner bezweckenden Bestrebungen auf der einen, und auf mißverstandener Frömmigkeit und zelotischem Anhang der Unwissenheit pochender Arroganz auf der andern Seite — dürfte wol die, längere Zeit unsere Gemeinde bewegende Parteiung über die Postirung des Almemor's in dem im Bau begrisscnen Bethause, und noch mehr die endliche Schlichtung derselben, eine unbefangene Besprechung in Ihrem Blatte verdienen. — Um eine allseitige, freie Uebersicht des Ganzen zu gewähren, eine zweckmäßigere, bequemeremmd einträglichere Distribution der Plätze treffen zu können, endlich um eine Approximation zum neuern Tempel

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