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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1842-04-23 · Heft 17 (23.4.1842) · p. Seite 242

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
6 (1842)
Issue
Heft 17 (23.4.1842)
Date
1842-04-23
Page
Seite 242 (sequence 2)
Language
German
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242 den,^ Besprechen und Beschließen, (aber ohne Festessen-!), der Bestand der Gesellschaft sein. Wir sehen hieraus, daß die Organisation eines solchen Vereins die leichteste ist. Im Schooße jeder größern Gemeinde bildet sich ein solcher Verein, der von Zeit zu Zeit Versammlungen halt, Ln denen durch Akklamation ein Würdiger zum Vorsitzenden gewählt wird. Die reine Erhaltung des Judenthums ist der Gegenstand des Besprechens, die Mittel und Wege hierzu in der nächsten Umgebung Gegenstand des Erwägens, jedes Mitglied verpflichtet sich zu Nichts, als das hier Vernommene mit alter Liebe und Kraft weiter zu verbreiten und in sich und den Seinigen zu befestigen. In wie fern dann solche Vereine mit einander in Verbindung treten, in wie fern äußere Manifestationen in Wort und That erfließen konnten, würde sich bald ergeben, und kann noch nicht Gegenstand der Besprechung in dem heutigen, bloß anregenden Artikel sein. Gewiß ist es, daß derartige Versammlungen bei der Menge intelligenter Männer, welche in dem Schooße der jüdischen Gemeinden gegenwärtig leben, viele, noch gar nicht vorauSzusehende Früchte tragen würden. Gerade in der freien Form derselben, welche an sich nichts Individuelles haben, in denen sich jedoch das Individuelle, unbeschadet des Ganzen, geltend machen kann, wird dem Charakter der Jetztzeit Genüge geleistet. Es soll nicht Gottesdienst sein, und dennoch den Dienst des Herrn tragen; es sollen keine Priester und keine Laien darin bestehen, und doch alle Laien zu Priestern des Judenthums im Geiste werden. Gewiß ist es, daß, wenn zu einem solchen Vereine nur erst von einigen Orten der Anstoß gegeben würde, er sich bald über viele Länder erstrecken, und eine Anüäherung jetzt auseinander liegender Eleprente Hervorbringen wird, welcher ungeahnten Segen für die Zukunft des Judenthums entsprießt. Und da der Zweck doch nur Veredlung und Gesittung in den höchsten Potenzen ist, so wurde von außen kaum ein Hinderniß gelegt werden können. Wir legen diesen Gedanken in das Herz jedes für seinen Glauben wahrhaft begeisterten Israeliten. Möge dieser Funken bald hinreichenden Brennstoff finden, um zur Flamme zu werden. Wohin wir blicken, regt sich eine ungemeine Thätigkcit, dem Judenthum seine besten Glieder abzunehmen. Am meisten arbeiten aber dem die Juden selbst in die Hände, indem sie von der einen Seite die kleinlichsten Diskussionen mit einem Feuer verfolgen, das, dem Lünern Leben zugewandt-, Großartiges schaffen könnte, von der andern Seite aber auch nicht den geringsten Widerstand leisten und dein irreligiösen Leichtsinn offenes Feld lassen. Und bei den hervorragenden Verfechtern selbst? da regiert Persönlichkeit, Eigennutz und Ehrgeiz; anstatt tief im Innern wirksam und wachsam zu sein, wird vor Allem Fditungscelebrität angestrebt. Nicht mit Unrecht ist dies Alles als Momente der Zersetzung und Auflösung erkannt und benannt worden. Gut! so lasset uns der Zersetzung neue Energie des Lebens entgegensetzen, damit sie nicht weiter greife und am Ende die edelen Organe auch erreiche! Zeitungsnachrichten. Norwegen. Christiania, 2. Marz. °) Mehrere Kaufleute unsrer Hauptstadt haben an den Storthing (Reichsstände) eine Petition zu Gunsten der Aufnahme von Israeliten in Norwegen gerichtet. Diese Petition ist nicht allein sehr günstig von den Abgeordneten ausgenommen, sondern auch von vieren zu einem förmlichen Antrag gemacht worden, den der Storthing in Betracht gezogen, und an die Gesctzeskommission verwiesen, welche ihrerseits den obersten Gerichtshof und die theolog. Fakultät um ihr Gutachten befragt hat. Die Petition der Kausleute stützte sich insonderS auf die Verlegenheiten, welche die absolute Ausschließung der Juden vom norwegischen Gebiete oft den Handelsverbindungen bereitet. Sie citiren deshalb eine große Zahl von Thatsachen, von denen wir nur folgende zwei hervorheben: 1) ein israel. Kaufmann von Hamburg befand sich am Bord eines Schiffes, das im Golf Christianssiord scheiterte; er wurde arretirt, in ein Gefängniß zu Christiania gebracht, wo man ihn bis zu dem Augenblick bewachte, in welchem er sich wieder einschiffen konnte, ohne mit Jemandem kommunicircn zu dürfen, obgleich er in der Stadt mehre Korrespondenten hatte, die dringend ihn zu sprechen verlangten; 2) Herr Hambro, Chef des Bankhauses C. I. Hambro und *) Diesen Art. entnehmen wir aus den Arch. isr. de Fr., und ist uns eine anderweitige Quelle nicht bekannt. Redakt.

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