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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1842-04-23 · Heft 17 (23.4.1842) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
6 (1842)
Issue
Heft 17 (23.4.1842)
Date
1842-04-23
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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vi. Zahrgang. Allgemeine No. IV. Zeitung des Zu-euthums. Ein unpartheiisches Organ für alles jüdische Interesse. Redacteur: Verlag von Dr. Ludwig Philippfon, Baumgärtners Buchhandlung Geistlicher der israelitischen Gemeinde zu Magdeburg. zu Leipzig. (Mit König!. Sächsischer allergnädigster Concession.) Leipzig, den 23. April 1842. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Sonnabends, und wird jährlich 96 Bogen in Quart incl. des Titels, Registers u.s. w. umfassen. In Gemäßheit des Zweckes derselben die allgemeinste Verbreitung zu geben, ist dev Preis äußerst niedrig: mit 3 Thlr. für den Jahrgang; — 1 Thlr. 12 Gr. für sechs Monate — 18 Gr. für das Vierteljahr angesetzt worden. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitungsexpeditionen nehmen Bestellungen an; der Hauptspedition für beide Letztere hat sich die König!. Sachs. wohllöbl. Zeitungs-Expedition allhier unterzogen. Leitender Artikel. Magdeburg, den 11. April. Es ist privatim schon häufig die Idee ausgesprochen worden, daß es an der Zeit sei, eine Miss! onsgeselisch aft des Judenthnms zu bilden, nicht um Andersgläubige zum Judenthnm zu bekehren, sondern um das Judenthnm in seinen Bekennern selbst zu erstarken. Je mehr man die Zeit, ihre Richtung, und die Wege, welche man gegenwärtig um zu einem hohem Zwecke zu kommen einschlagen muß, bedenkt: desto mehr wird man sich mit dieser Idee befreunden, ja bald ihre außerordentliche Notwendigkeit erkennen. Tie auslösende Kraft der Zeit, der Jndifferentismus der Masse für die religiöse Erkenntniß bei dem gräßlichen Ueberhandnehmen des Materialismus muß durch einen Damm aufgehalten werden. Bon der andern Seite würde dies das beste Mittel sein, dem ewigen Gezänke um Nebensächliches, dem Bruch der Juden (nicht des Jndentbums) über ein Paar chaldäischer Gebete, vorzubeugen durch eine Vermittelung im Höchsten und Wesentlichsten. Wir wissen sehr wol, und kennen die Phrase: „das Rad der Zeit ist nicht aufzuhalten," „in die-Speicher dieses Rades kann kein Sterblicher greifen." Solche Phrasen sind gut für den Verzweifelnden, ihm die Hände in den Schooß zu legen; nicht aber für den Kräftigen, der das Bewußtsein des Bessern und der Kraft dieses Bessern in sich trägt. Mit allem Respekt vor dem Rade der Zeit, seh' ich nicht ein, warum wir nicht die Bahn Vorarbeiten sollen, welche es für die Zukunft laufen mag. ES gilt: der schnöden Selbstsucht, dem nichtigen Materialismus der Zeit Innigkeit des Glaubens, Liebe zur Erkenntniß und zum Bekenntniß gegenüberznstellett, und in den dürren Boden der Gegenwart neuen keimkraftigen Samen auszustrcnen! Welch' großes Feld, namentlich bei der jetzigen Jugend wir hier habe», das wissen wir. Von vorn herein müßte festgestellt werden, daß der Verein weder mit der politischen Emanzipation, noch mit der Reform des äußern Judenthnms sich beschäftigen wolle — nicht, weil dies keine wichtigen Gebiete der Wirksamkeit wären, Gebiete, die der Aufmerksamkeit und Thatigkeit in jeder Beziehung weniger würdig wären — sondern weil es in dem Vereine die Belebung des innern Judenthttms, die Begeisterung für den höher» Jnbalt desselben gälte, die sich um dieses einige Centrnm sammeln, und nicht in anderweitigen Bestrebungen der Zeit ihre Käste zersplittern wolle. Weiterhin gälte es auch nicht, eine Art Orden, wie die Freiuraurer, mit Zeichen und Symbolen, zu stiften, dem deshalb eine äußere Anerkennung nothwendig wäre: sondern es muß ein freier Verein sein, zu dem jeder zutreten, von dem jeder abtreten könne nach seinem inner» Antriebe. Nein: der Geist, der reine Geist des Judenthnms muß das Wesen, das Wort das Werkzeug, Jedermann geöffnete Meeting's, das sind Versammlungen zum Re-

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