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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1842-04-16 · Heft 16 (16.4.1842) · p. Seite 237

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
6 (1842)
Issue
Heft 16 (16.4.1842)
Date
1842-04-16
Page
Seite 237 (sequence 13)
Language
German
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237 Ohne sie hätte in allen jüdischen Predigten, Erbauungs- und Schulschriften die früher in der Literatur unter dem Namen Judenstyl bekannte und jetzt nur bisweilen noch bei den Landschullehrern anzutreffende Manier 10 Jahre länger allgemein geherrscht. Der erste brauchbare deutsche Katechismus ist von Kley, und von ihm (und Günsburg) sind die Erbauungen, von Salomon die Selima, beides die ersten lesbaren Erbauungsschriften für gebildete Damen. Die erste vollständige Bibelübersetzung für den populären Gebrauch ist Salomon's eigenstes Werk. Das Projekt dazu entstand hier 1420, da wir als ein Filial des Berliner Vereins für Wissenschaft des Zudenthums dasselbe den damaligen Statuten gemäß zu unserer speziellen Aufgabe wählten, und unsere Prediger verbanden sich dazu mit einigen auswärtigen Theologen. Auch machte Kley sofort den Anfang mit dem Josua. Jndeß der Verein für die Wissenschaft verschwand, die Auswärtigen blieben zurück und mit alleiniger Hülfe Manheimers für Jesaias und Mischle, vollendete Salomon, pekuniär unterstützt aus der Tempelgemeinde, ohne alles Honorar, die ganze so höchst wichtige Arbeit, die nebst den darauf erfolgten sonstigen Bibelübersetzungen, von denen keine dieselbe Wohlfeilheit hat erzielen können, den ganzen populären Religionsunterricht für beiderlei Geschlechter auf eine bessere Stufe heben wird, wenn erst die Religionslehrer ihr Handwerk besser verstehen werden. Dies, nebst einigen Gelegenheits - und Streitschriften bilden das literarische Verdienst der alteren Prediger, hinter denen Frankfurter gewiß nicht zurück bleiben wird. Und daß die pädagogische Wirksamkeit Kley's in der Freischule zu den ausgezeichnetsten gehört, daß Salomon und jetzt auch Frankfurter als Religionslehrer, oft bei Familien, denen jüdisches Wesen völlig unbekannt ist, Wichtiges leisten, daß sie Nlle durch thätige Theilnahme an allen ihnen zugänglichen jüdischen und allgemeinen philantropischen Anstalten der Menschheit nützen und dem jüdischen Namen Ehre bringen, das sind Verdienste, die selbst von den Gegnern der Tempelanstalt gern anerkannt werden. Hamburg ist vorzugsweise die Stadt der Arbeitsamkeit, nirgends ist der Müßige so verloren als hier; und auch die Tempelprediger arbeiten stark, sie essen weder das Brod der Trägheit^ noch verwenden sie ihre Zeit auf brodlose Künste. Nein, sie hätten es wol verdient, daß die jüngeren Nachstrebenden, die ihre Errungenschaft mit genießen, sich mehr an sie gehalten, nicht aber dem Verdruß über die zahlreichen,' ihnen im Wege stehenden Barrieren, durch leere Vorwürfe Luft gemacht und über das Jgnoriren geklagt hätten, das sie doch eigentlich begonnen. „Der Tempel hat sich dem Bestehenden möglichst anzuschmiegen gesucht, hat sich nicht zum rein wissenschaftlichen Träger des neueren Fortschritts in der Theologie gemacht." — Ist das ein Vorwurf? Sollte die neue Stätte des Gottesfriedens eine beständige Arena des Priestergezänks sein? War reine Wissenschaft die Ausgabe des Tempels? Haben Mannheimer, Wolf, Meier, kurz Alle, die nicht, wie Sie, das Unglück hatten, sich auf die bloße Theorie beschränken zu müssen, sich dem nach Ihrer Versicherung so allgemein blühenden „neuen Leben" denn thätiger angeschloffen, als der hiesige Tempel? Und ist denn von der deutsch-jüdisch-theologischen Wissenschaft überhaupt ein erkleckliches Resultat zu erwarten? Und wo ist denn heute überhaupt die Gränze der Wissenschaft? Etwa da wo man z. B. so und so viele Kapitel des Jesaias für intcrpolirt erklärt? Thut dergleichen unserm Kirchenvolke Noth? Und welche Harmonie erblicken wir unter den Trägern dieses „neuen Lebens!" Eine neue verdächtige Lugend die „Pastoralklugheit" haben sie gewonnen, und ein altes entschiedenes Rabbinerlaster, das Heruntcrreißen der Genossen, haben sie beibehalten. Und welche Einstimmigkeit in ihren Bescheiden! Sehen wir nur diese Gebetbuchsfrage. Erst billigt der gelehrte Holdheim unser Buch durchgängig, dann kommt Frankel und sagt, wir wären zu weit gegangen, während Geiger das gerade Gegentheit behauptet, und endlich wird gar der bekannte Philolog, der wieder über den Geiger die Achsel zuckt, plötzlich auderen Sinnes, und seine frühere polternde Vehemenz für uns, die sich in Schimpfwörtern von „frechen Hunden" äußerte, wendet sich so sehr gegen uns, daß er die lumpigsten Scharteken, die albernsten Lügenberichte mit

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