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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1842-04-16 · Heft 16 (16.4.1842) · p. Seite 226

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
6 (1842)
Issue
Heft 16 (16.4.1842)
Date
1842-04-16
Page
Seite 226 (sequence 2)
Language
German
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226 rüchtsweise mitgetheilt, daß die Missionsgeseüschaft sich in Hen Streik mischen, und auf oben »ngrKhrke K^Fchrist «ine Widerlegung drucken läßt. Dies ist das trübe Bild der Streitigkeiten, welche unsre brittischen Glaubensgenossen in zwei Läger theilen. Ist es auf der einen Seite wahr, daß die bedeutend größere Anzahl der englischen Juden bei dem alten Judenthum steht, so läßt es sich auf der andern nicht verkennen, daß die ganze Sache abermals Frucht des strengen Zelotismus ist, der die Bedürfnisse der Zeit nicht zu bedenken versteht, und mit Unterdrückung hineinfährt, wo es von jedem Standpunkte aus nur Belehrung und ruhige Erörterung gelten sollte. Auch hier bewährt sich die alte Erfahrung, daß eine neue Partei nur durch Opposition und Zwangsmaßregeln groß und mächtig wird. Wir haben hier eine zweite Auflage der alten Trennung der Karäer von den Rabbaniten; aber wer irgend die Zeit kennt, weiß, daß der antirabbinische Geist jetzt in einer viel größcrn Zahl von Individuen lebt, und daß damals die Kraft des rabbinischen Judenthums eine jugendliche, aufblühende war, während sie jetzt eine langst abgeschlossene und in sich beruhende ist. Inwieweit nun unsre brittischen Glaubensgenossen die Kraft und Befähigung haben werden, die Sache zu einem gewissen Resultat zu führen, müssen wir abwarten. Denn allerdings ist mit einer bloß apodiktischen Absprechung noch sehr wenig gethan, da die Feststellung der Konsequenzen, wenn sie redlich und ohne Willkühr geschehen soll, eine höchst schwierige, und vieler reifer Untersuchungen bedürftige ist. Möge doch der Geist des Schwindels und der Persönlichkeit von allem Dem entfernt bleiben! —. Im Februar ist abermals ein Israelit, Emanuel Lousada Esq., der Ländereien in Devonshire und Huntingdonshire besitzt, und wegen seiner Wohlthatigkeit sehr geachtet wird, zum Obersheriff der! Grafschaft Devonshire erwählt und eingesetzt worden. — Auch zu Southampton ist ein Israelit Herr A. Abraham zum Sheriff dieser Grafschaft erwählt worden. —. Am I6ten und I7ten überreichten die Herren Hananel de Castro, Helbert und H. H. Eohen der Königin, dem Prinzen Albert und der Herzogin von Kent Glückwünschungsadreffen zur Geburt des Prinzen von Wales von Seiten ihrer jüdischen Unterthanen. «ftif«. Vom Cap der guten Hoffnung, 12. Oktober. Am letzten Bersöhnungstage wurde mit dem ersten vollständigem Minjan in dieser Kolonie der Gottesdienst abgehalten, indem ein eben auf dem Prinz Rupert angenommener Mann die Zahl voll machte. Es erweckte dieser Umstand eine große Freude, und man wählte sofort ein Kommittö, um die Gemeinde gehörig zu konstituiren, und den Gouverneur um ein Stück Land anzugehen. Preußeir. Magdeburg, 3. April. (Privatmitth.) Es ist tief betrübend, die Richtung zu gewahren, welche sich in Bezug auf die Israeliten kund thut. Seit einigen Tagen werden auf höhere Anordnung allen Juden, die nicht Staatsbürger sind, von der Polizei die den leichtern Verkehr aus den Eisenbahnen bezweckenden Paßkarten verweigert, und nur gewöhnliche Passe verabfolgt. Also Bürgern der Stadt Magdeburg, ja selbst Stadtverordneten verweigert man, waö den gewöhnlichsten Leuten ausgefertigt wird, wenn jene Juden sind, wenn sie die Lehre Mosis bekennen! Ja, das Widersprechende geht noch weiter — auf derselben Männer, denen man die Paßkarte verweigert, Zeugniß wird ihren christlichen Kommis und Dienstboten eine solche ertheilt, und müssen diese ein solches beibringen! Die Aeltesten hiesiger Gemeinde haben sofort dagegen, eine Eingabe eingcreicht, der der Oberbürgermeister Francke, ein sehr einsichtsvoller und humaner Mann, (schon in der westfälischen Zeit bei der Mairie angestellt,) ein kräftiges Wort hinzufügte, „wie weh es ihm thue, Bürger seiner Stadt so kränken zu müssen!" Wreschen, im Marz. (Privatmitth.) Herr Gebhard, über dessen Rednertalent in Ihrem Blatte schon mehrfache Erwähnung geschah, ist hierorts als Rabbine gewählt worden. Diese Mittheilung ist nicht allein eine sehr erfreuliche, die der Oeffentlichkeit übergeben zu werden verdient, sie nützt auch absonderlich das Streben in unserm Herzogthume Po-

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