Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 6 (1842)
- Issue
- Heft 16 (16.4.1842)
- Date
- 1842-04-16
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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VI. Jahrgang. No. 1«. Allgemeine Zeitung -cs Zudenthums. Ein miparthejisches Organ für alles jüdische Interesse. Redacteur: Dr. Ludwig Philippson, Geistlicher der israelitischen Gemeinde zu Magdeburg. Verlag von Baumgärtners Buchhandlung zu Leipzig. (Mit König!. Sächsischer allergnädigster Soncession.) Leipzig, den 16. April 1842. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Sonnabends, und wird jährlich 96 B.ogen in Quart incl. des Titels, Registers u.s. w. umfassen. In Gemäßheit des Zweckes derselben die allgemeinste Verbreitung zu geben, ist der Preis äußerst niedrig: mit L Thlr. für den Jahrgang; — 1 Thlr. 12 Gr. für sechs Monate — 18 Gr. für das Vierteljahr angesetzt worden. Alle Buchhandlungen, Postämter und Ieitungsexpeditionen nehmen Bestellungen an; der Hauptspedition für beide Letztere hat sich die Königl. Sachs. wyhllöbl. Zeitungs-Expedition allhier unterzogen. Zeitungsnachrichten. Frankreich. Lyon, im Marz. (Privatmitth.) Die Rechtfertigung des Herrn Heymann de RicqleS, in Bezug auf die in No. 45. d. Zeit. vor. I. ihm gemachten Vorwürfe hat nicht auf sich warten lassen, und ist in diesem Lage als Comptc-Rendu de 1’Administration de la Communaute. Israelite de Lyon erschienen. Herr H. hat seine ganze Verwaltung der Untersuchung von Seiten -der Administrationskommiffion unterstellt, und ist in allen Punkten von ihr vertheidigt und gerechtfertigt worden. Die angehängte Bilanz, vom Präfekten, geprüft, giebt diehinlänglichsten Beweise, und zeugt von der regelmäßigen und gewissenhaften Verwendung der Gemeindegelder, wofür die Gemeinde ihrem Vorsteher zu Dank verpflichtet ist. Die 39 Petitionaire, (die übrigens, da die Gemeinde über 1000 Seelen faßt,! nur als eine geringe Fraktion erscheinen,) sind in allen Punkten abgewiesen worden. Großbritannien. London, im März. (Privatmitth.) Wir haben in den letzten Nummern der Allg Zeit, des Juj denthums eine Reihe von Aktenstücken gegeben, welche bezeugen, wie der Streit und Bruch, die sich zwi-! schen den Anhängern der West-Synagoge und den ' übrigen Gemeinden erhoben, immer weiter und weiter um sich greifen. Daß dies ein Gegenstand des höchsten Interesses ist, sicht man leicht ein. Die Westsynagoge begann mit einigen Kultusveränderungen. Gegen diese erhob sich das Beth-Din mit vollständiger Verwerfung. Auf Grund letzterer, verweigert man der Westsynagoge überhaupt das Prädikat einer Synagoge. Hiervon ist wieder Folge, daß sich die Westsynagoge gänzlich von der Verbindlichkeit des „mündlichen Gesetzes" lossagte, welches sie nur als eine historisch wichtige, aber nur einseitige Interpretation betrachtet. Das Faktum ist somit abgeschlossen. Natürlich der Streit noch nicht , indem die Erörterung dieser Frage in Flugschriften und Journalen fortgeführt wird. So enthält die letzte Nummer der Voice of Jacob (No. 13. vom 18. März) einen Aufsatz, worin nachgewiescn wird, daß die vom mündlichen Gesetz sich losgesagt, gar keine Festigkeit der Zeitrechnung besäßen, namentlich was die Feier des Peßach's und Jomkippur's betrifft. Eine Flugschrift: Is the Oral Law of Diviue Origin, and therefore Binding upon the Jews? welche das mündliche Gesetz vertheidigt, hat bereits zwei Auflagen erlebt; sie vertheidigt die talmudische Exegese, und sucht den Einwurf, daß das mündliche Gesetz in der heil. Schrift nicht erwähnt wird, zu widerlegen.! vr. Löwe ist beschäftigt, eine Schrift des sel. Ober-! rabbinen Nieto zur Vertheidigung des mündlichen 1 Gesetzes in's Englische zu übersetzen. Auch wird ge-