Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 6 (1842)
- Issue
- Heft 14 (2.4.1842)
- Date
- 1842-04-02
- Page
- Seite 207 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 98% known words query
- IRI
…/3224737-3225227-3225242--04272-3313852- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
207 Ganzes bilde» — und den Inhalt der sämmtlichen Gebete mit der deutschen Predigt und dem deutschen Gesänge nicht im Einklänge, vielmehr, gar zu oft, im grellsten -Widerspruche stehet, mit einem Worte so lange sich noch in unsern Gebeten auch nur ein Wort, ein Ausdruck befindet, der mit dem Geiste des Zudenthums, der da ist ein Geist der Liebe und der Wahrheit, im Widerspruch stehet. — Wer nur irgend eine Unterweisung über Gott und dessen Eigenschaften aus den göttlichen Urkunden erhalten hat, muß es wissen, wie sehr dergleichen Gebete mit dem Geiste unsrer Religion streiten. „Bin ich an der Stelle Gottes?" sagte Joseph zu seinen Quälern, die sich seine Brüder nannten. Gott allein kommt es zu die Bösen zu züchtigen; die Bestimmung des Menschen aber ist — Wohlthun und Haß mit Liebe zu vergelten. (1 Mos. 50, 19.). Mose will die Wege und das Wesen Gottes näher kennen lernen (2 Mos. 33, 13,18.) und Gott giebt seinem Verlangen nach indem er ihm — seine Güte und Liebe offenbart. (Das. Das. 19. und 34, 6. 7.)«). Und diesen Geist der Milde und der Barmherzigkeit athmen die Propheten und die Hagyographen, die Psalmen nicht ausgenommen, denn wo diesem Geiste nicht entsprochen wird, da hat der verfolgte Sänger einen speziellen Feind zu bekämpfen, und es bleiben ihm keine andere Waffen über, als der Wunsch, Gott möge seine Sache führen und sich seiner annehmen, wie z. B. Pf. 10. 11. 35. und einige andere. Daß wir in Kirchen und Synagogen solche Stellen als — Gebete ausgenommen ist wahrlich 8) Siehe Mendelssohn's Jerusalem S. 279. Wiener Ausgabe. Nachdem die Beschreibung von der göttlichen Huld aus der Bibel angeführt ist: „Wer ist so abgehärteten Sinnes, daß er dieses mit trocknen Augen lehre; wer so unmenschlichen Herzens, daß. er seinen Bruder noch Haffen, gegen seinen Bruder unversöhnlich sein kann!" Guter Mendelssohn! und im 19. Jahrhundert will man denselben Gott der Huld und der Barmherzigkeit betend bewegen — Ketzer zu zernichten!!! nicht die Schuld des Psalmisten und ist der schlechte Geschmack derer zu beklagen, die keine bessere Wahl getroffen.- Mit der „Liebe" vereinigt sich im Wesen Gottes die „Wahrheit," wie dies an unzähligen Stellen in der Schrift ausgesprochen stehet, und worauf unsre Alten den sinnreichen Satz gründen ^) naN ri'a"p"rt Va lamn. „Das Siegel Gottes ist - Wahrheit." (Fortsetzung folgt.) 9) rer' u'd ip saT 'oa. Anzeiger. In demselben werden Annoncen aller Art gegen Ngr. (1 gGr.) Gebühren für die gespaltene Zeile aus Petit-Schrift oder deren Raum sowie literarische merkantile u. a. Beilagen ausgenommen. Die Verlagshandlung. Durch alle Buchhandlungen ist von C. L. Fritzsche.in Leipzig zu beziehen: Jude und Zkichtjude, eine Erwiderung auf die Schriften der Triple-Allianz der Herren Doktoren: Hold he im, Salomo» n. Frankfurter von einem Ungenannten, gr. 8. broch. Preis 6 Ngr. Für Jeden, welcher den Hamburger Lempelstreit einige Aufmerksamkeit schenkte, dürste dieses Schriftchen von großem Interesse sein. Israels Trost und Hoffnung, vorgetragen von Rabbine G r ü n e w a l d, am Samstag den 31. Juli 1841 in der' Synagoge zu Lehrenstcinfeld, nebst Anhang. 8. broch. Preis 3Z Ngr. Bon einer Gemeinde Hinterpommern's wird ein Lehrer von gründlichen Elementarkcnntnissen zu ‘V'N rh gesucht; weniger ausgebreitete Gelehrsamkeit, als tüchtige Lehrerbefähigung wird erfordert. Gehalt: 100 Thlr. nebst freier Station (wobei noch Aussicht auf Privatunterricht.) Anmeldungen sind an die Redaktion zu richten.