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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1842-03-26 · Heft 13 (26.3.1842) · p. Seite 184

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
6 (1842)
Issue
Heft 13 (26.3.1842)
Date
1842-03-26
Page
Seite 184 (sequence 8)
Language
German
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184 Norwegen. Christia nia, 1. März. Man scheint im Storthing ernstlich den Antrag in Erwägung ziehen zu wollen, der den Juden den Zugang zu diesem Reiche gestattet. Man hat die Meinung des Höchsten-Gerichts und der theologischen Fakultät eingezogen, inwiefern der H. 112 des Grundgesetzes der Annahme eines Vorschlags wegen Aufhebung des letzten Passus von §. 2, die Juden betreffend, im Wege sei. Nußland und Polen. Warschau, 4. März. (Privatmitth. Nekrolog.) Unter den Zeitgenossen, die durch ihre bedeutende Individualität und Gelehrsamkeit sich würdig gemacht, in größeren Kreisen bekannt zu werden, verdienen besonders auch jene die öffentliche Aufmerksamkeit, die durch den hemmenden Gang ihrerSchicksale verhindert worden, so ausgezeichnet und einstußreich einzuwirken, wie es bei ihren Talenten, ihrem Scharfsinn und ihrer Geisteskraft unter andern Umständen wol geschehen sein würde. — Unter diese Erscheinungen gehört der für Wissenschaft und Kunst zu früh verstorbene Abraham Stern, Oberdirektor der jüdischen Elementarschulen, Mitglied der Censur. — Geboren 1762 in Hrubieszow, Kreisstadt des Lubliner Palatinat's, von unbemittelten, aber rechtschaffenen Eltern, zeichnete er sich schon in seiner Jugend durch unermüdlichen Fleiß, und durch bedeutende Fortschritte in der Kenntniß der heiligen Schriften aus. Der Hang zu philosophischen Forschungen erweckte in ihm später die Neigung zum mathematischen Studium, dem er sich ganz hingab, und es ausdauernd fortsetzte. — Diese, auf eigentümlichem Wege, und größtentheils einsam betriebenen Geistesarbeiten machten ihn bald in allen Fächern höherer Bildung einheimisch und schmückten den edelsten Charakter mit aller geistigen Anmuth. Die erste Frucht seines Sinnens und Trachtens war die Erfindung einer Rechenmaschine (1812) für die ersten 4 Spezies, die er später 1817 vervollkommnete und mit einer neu erfundenen Maschine für das Ausziehen der Quadratwurzel vereinigte. Seine Verdienste blieben nicht unbeachtet, und 1817 beeilte sich die gewesene „Königliche Warschauer Gesellschaft der Freunde der Wissenschaften," durch die Aufnahme als Mitglied, die ihm gebührende Anerkennung an den Tag zu legen. — Hier fand er im Umgänge mit den berühmtesten und gelehrtesten Männern neue Nahrung für seine mannigfachen Betrachtungen über Kunst und Wissenschaft, und hier wurde sein Geist zu neuen Erfindungen geweckt. — Im Jahre 1816 und 1818 hatte er die Ehre Seiner Höchstseligen Majestät, dem Kaiset Alexander seine Rechenmaschine vorzustellen, und genoß beide Male der huldreichsten Aufnahme. — Durch diese so ehrenvolle Aufmunterung zu neuen Erfindungen angeregt, erfand er einen topographischen Wagen zur Flächen-Ausmessung und Entwerfung der Pläne bei Festungen, der sowol für Ingenieure wie auch für Landwirthe, von hohem und vielfältigem Nutzen ist.— Der von Seiten der Gesellschaft zur Prüfung ernannte Ausschuß, sprach sich in seinem Rapport über das Ergebniß der vermittelst dieser Maschine aufgenommenen Pläne sehr ehrenvoll für den Erfinder aus. — Auch im Felde des Maschinenbaues der für den Landwirth nützlichen technischen Instrumente erwarb sich der Verstorbene bedeutende Verdienste; seine namhaften Verbesserungen im Mechanismus der Dreschmaschine, Schneidemühle und eine neu erfundene Sichel, haben bedeutend zur Vervollkommnung des Baues dieser Maschinen beigetragen. — 1822 wurde er zum Direktor der Elementarschulen ernannt. — Seine letzte Erfindung war eine mechanische Veränderung an der Wagendeichsel, um der so oft durch das Scheuwerden der Pferde entstehenden Gefahr vorzubeugen, und es gelang -ihm vermittelst eines sehr einfachen, bei einem jeden Wagen anwendbaren Mechanismus, durch das Ziehen einer Schnur, in einem Augenblicke die scheu gewordenen Pferde sammt Deichsel vom Wagen gänzlich zu trennen, und durch eine zu gleicher Zeit in Bewegung gesetzte Hemmstange, den Wagen selbst bergab anzuhalten. — Noch in einem Alter von 75 Jahren widmete er sich mit Eifer seinen Arbeiten, besonders aber bestrebte er sich den Mechanismus seiner großen Rechenmaschine dergestalt zu vereinfachen, daß sie als Taschen-Rechenmaschine ein künstliches Fabrikat werden könnte, was ihm auch vollkommen gelang. — Dies

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