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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1842-03-26 · Heft 13 (26.3.1842) · p. Seite 183

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
6 (1842)
Issue
Heft 13 (26.3.1842)
Date
1842-03-26
Page
Seite 183 (sequence 7)
Language
German
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183 Schritte nöthigen, so scheuet das Comite sich, dem christlichen Publikum das Schauspiel zu bereiten, wie Juden gegen Juden vor den Gerichten kämpfen. Es fürchtet noch mehr den Gegnern der jüdischen Emanzipation durch jeden Schritt, den die öffentliche Aufmerksamkeit auf die Thatsache lenken würde, die Waffe zu liefern, daß ein Individuum, das unter den Juden eine hervorragende Stellung einnimmt, und bei einer andern Gelegenheit der gesammten Judenheit einen wichtigen Dienst geleistet hat, in intolerantem Eifer die hitzigsten jener Gegner überbietet, indem er (so weit an ihm liegt) denen die in einem geringen Grade von ihm in der Religionsmeinung abweichen, nicht die politischen Privilegien streitig macht, wohl aber die Wohlthaten, die ihnen die Gesetzgebung zugedacht hat, die Freiheit ihre Ehen nach ihrem Belieben zu vollziehen und zu rcgistriren. Von diesen Betrachtungen geleitet, hat das Comite beschlossen, ihre Rechte nicht im gegenwärtigen Augenblicke zu verfolgen. Aber es hat mir aufgetragen, Ihnen bei Mittheilung dieses Entschlusses anzuzeigen, daß sie gegen Sir Moses Montesiore's Weigerung als gesetzwidrig protestiren und sich das Recht Vorbehalten, entweder deren Legalität auf jede dienliche Weise zu bestreiten, oder sich an das Parlament zu wenden, um es zu veranlassen, die Autorität, die Sir Moses Montesiore so schwer mißbraucht hat, aus Ihren Händen zu nehmen. In der Voraussetzung, daß dieses Schreiben die gegenwärtige Korrespondenz beschließen wird, bin ich so frei hinzuzufügen, daß das Comite auf das Ansuchen der Mitglieder dieser Synagoge Maßregeln beschlossen haben, um die Briefe, die bisher über diesen Gegenstand gewechselt sind, den gesammten jüdischen Gemeinden bekannt zu machen. Ich habe die Ehre rc. gez. Francis H. Goldsmid, jüngster Vorsteher. Frankreich. Paris, im Februar, (-Ircli. israel. de Fr.) Der Organisationsentwurf des Central- Konsistoriums liegt gegenwärtig demKultminister vor. Von der Ausführung desselben hängt die Zusammenberufung neuer Notabein und die Ernennung neuer Konsistorien ab. —. Wir zeigten (No. 5) die Eröffnung eines Religionsunterrichtskursus an. Welchen Anklang dieses Unternehmen fand, und welchen Fortgang es hat, kann man aus Folgendem entnehmen. Bei einem Besuche der Lektionen fand Herr Cahen in dem Lokal für die Mädchen — sechs bis acht kleine Mädchen, in dem Lokal für Knaben, wo Munk den Unterricht übernommen — gar keinen Zuhörer, und Herr Munk versicherte, er habe schon einmal—vier Zuhörer gehabt! — Herr Cahen schiebt die Schuld des Mißlingens auf das Konsistorium, welches dasselbe mit Glanz in einem schönen Lokal unter großartigen Zurüstungen hätte beginnen sollen, Dinge, die nothwendig sind in Paris, um zu reussiren. Wir geben dies zu, allein die Hauptschuld trägt doch wol — der gränzenlose religiöse Jndifferentismus der Pariser Juden, der für Nichts mehr Sinn hat. Denn zu der Frage, was denn solche pompöse Vorstellungen für einen wahrhaft religiösen Einfluß haben würden, gesellt sich die, da man doch nicht immer mit solchem marktschreierischen Glanze fortfahren konnte, wie bald sich der Zudrang dennoch verlaufen hätte?! —. Das Budget des israelit. Kultus für 1843, welches die Kammern bewilligt haben, ist: 68,500 Fr. für 103 Rabbinen verschiedener Grade, 10,000 Fr. für die rabbinische Centralschule zu Metz, 7500 Fr. Berwaltungskosten für die Konsistorien, 5000 Fr. für die Synagogen, 5000 Fr. zur Bezahlung der auf dem Tempel de la rue Neuve-Saint-Laurcnt zu Paris haftenden Schulden. Dänemark. Kopenhagen, 8. März. (Privatmitth.) In voriger Woche ist hier ein Israelit zu einem Zwei und Dreißig-Mann (Stadtrepräsentanten) von der Bürgerschaft gewählt worden. Eine lebhafte Aufforderung im „Fadrelandet," man möchte doch den holsteinischen Brüdern ein gutes Beispiel geben, hatte gewirkt. — lieber Altona werden Sie ja bald treffliche Nachrichten zu geben Veranlassung haben.

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