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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1842-03-12 · Heft 11 (12.3.1842) · p. Seite 154

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
6 (1842)
Issue
Heft 11 (12.3.1842)
Date
1842-03-12
Page
Seite 154 (sequence 6)
Language
German
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154 konsirmirt, ist eine willkommne Ordnung beim Gottesdienst bewerkstelligt, ein Knabcnchor eingerichtet, der Leichenkondukt geregelt. Alles dieses verdanken wir dem eifrigen Willen unsrer Vorsteher, der Eintracht u»srer Gemeindemitglkeder, den schönen Bemühungen unsers Vorsängers Herrn Schüler und unsres bewahrten Lehrers Herrn Traube. 8. 8. Filehne, 20. Februar. (Privatmitth.) Wie tief hier, in einer ziemlich großen Gemeinde des Gcoßherzogthums Posen, der Gottesdienst in der hiesigen Synagoge danicderliegt, ist kaum zu beschreiben. Zwei Umstande, die einer öffentlichen Rüge würdig sind, tragen aber wesentlich dazu bei, den Synagogen - Gottesdienst völlig zu untergraben. Jeden Sabbat beim Anbruch des Tages eilen die sogenannten Talmudisten in das BIN"!"?, um dort für sich ihren Gottesdienst abzuhalten. Kaum ist ferner das -Gebet vollendet, so ziehen sich sammtliche Mitglieder der p"n in ein Seitengemach zurück, um das Mussafgebct für sich zu verrichte.», wozu oft l der Anwesenden und sammtliche Mitglieder des Berwaltungs- und Repräsentanten-Kollcgii gehören. Nun frage ich, was hierbei aus dem eigentlichen Gottesdienst in der Synagoge wird und werden muß?! Literarische Nachrichten. Magdeburg, 1. Februar. (Schulbücher.) Angekommen: Israelitischer Kindersreund. Ein Lese- und Lehrbuch für Schule und Haus. In ausschließlich erzählender Form, als in der einzigen dem kindlichen Gemüthe zusagenden Lehrweise abgefaßt von S. Mauer, Lehrer und Prediger der israelitischen Gemeinde zu Münden. Leipzig, 1842. Dieses Lehr- und Lesebuch, welches die Empfehlung der Herren Landrabbinen vr. Adler und Dodenheimcr sich gewonnen, ist in Anlage und Ausführung vortrefflich, und ebenso den Land- und Stadtschulen unsrer Konfession, wie zum häuslichen Gebrauche zu empfehlen. Der Verfasser geht von dem sehr richtigen pädagogischen Grundsatz aus, daß den Kindern die erzählende Form die zusagendste ist. Er kleidet demnach seinen ganzen Unterricht in das Gewand der Erzählung ein. Ec theilt daher ein Lesebuch und ein Lehrbuch ab. In dem erster» giebt er zuerst die biblischen Geschichten bis zum Tode Moscheh's, vom moralische» Standpunkt aus, und gestehen wir gern, daß wir diese selten auf so angemessne Weise für das kindliche Gemüth erzählt gefunden; dann Erzählungen zur Beförderung religiösen Lebens und edeler Gesinnungen, selbst erfundene, nach originellen Abschnitten: die Augen, die Ohren, die Zunge ff., nur öfter zu lang für den kindlichen Leser. Das Lehrbuch bringt in erzählender Form physikalische und politische Geographie, Naturlehre und Naturbeschreibung in ihren Elementen, wo die Spezialitäten etwas trocken aussallen, endlich Geschichte merkwürdiger Israeliten und Nichtisraeliten, letztere mit lateinischen Lettern. Denksprüche, Gedichte, Fabeln sind den einzelnen Abschnitten beigegeben. So ist dieses Werk befähigt, mehrere Jahre des-kindlichen Alters zu beschäftigen. Konfessionel gehalten, tritt das Konfessionelle doch nicht zu schroff hervor. Was wir noch vermissen, ist eine angemessne Darstellung der israelitischen Religionslehren, die ganz an ihrem Platze gewesen wäre, um den Kreis des Jugenduntcrrichtes abzuschließen. Die äußere Ausstattung ist sehr zu loben, und wird so das Buch eine willkommne Gabe für jüdische Lehrer und Eltern sein. — Erzählungen aus den heiligen Schriften der Israeliten. Dargestellt für die kleinere israelitische Jugend von B. H. Flehinger, Rabb.-Cand. und Lehrer der israelitischen Religion zu Darmstadt. Zweite verbesserte Auflage. Darmstadt, 1841. — Biblische Erzählungen mit Nutzanweisunge» und Sprüchen. Von vr. H. Sommerfeld, israelitischer Prediger in Elbing. Für israelitische Schulen. Elbing, 1842. — Beide Schriften begegnen sich in ihrem Zweck. Die letztere behalt den biblischen Ausdruck strenger, die erstcre umschreibt mehr, so daß die erstere für Kinder des zartem Alters angemessner, die letztere aber ausführlicher und biblisch-charakteristischer ist. Sehr treffend und gut gewählt sind im ersten Werkchen die Ueberschriften, die zugleich Sittensprüche sind, im letztem sind sie nur geschichtliche Angabe. — Grammatisches Lehrbuch für dm ersten Unterricht in der hebräischen Sprache auf Gymnasien und Universitäten, von H. W. I. Thiersch, vr. pfaü., Repet. und Privatdoc. der Theol. an der Universität Erlangen. Erlangen, 1842. Den Kreis, für welchen diese Grammatik verfaßt ist, giebt der Titel selbst an. Der Verfasser sucht einen Mittelweg zwischen der rationalen Methode Ewald's, der empirischen Gesenius' und der historisch-analytischen Fürst's und Delitzsch'; insondcrs aber strebt er nach Vereinfachung der grammatischen Methode, indem er die konsequenten Gesetze

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