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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1842-03-05 · Heft 10 (5.3.1842) · p. Seite 139

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
6 (1842)
Issue
Heft 10 (5.3.1842)
Date
1842-03-05
Page
Seite 139 (sequence 7)
Language
German
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139 nun an ist ihm sein Wirkungskreis unabweislich vorgeschrieben. Das neidische Makeln ctwaniger Reform- Monopolisten wird er leicht überwinden, und dann eine neue Reihe von friedlichen Siegen beginnen, die das Angenehme haben, daß sie den Besiegten fast mehr noch als den Sieger erfreuen. Dritter Nutzen. Die politische Stellung des Tempels ist eine, weit festere geworden. Auf jede Weise, die ihm nur wünschenswerth erscheinen kann, von der Regierung sowol, als der gesammten hiesigen Bevölkerung anerkannt, ist seine Existenz und sein allmählicher Anwachs nicht nur, selbst abgesehen von dem Neubau, völlig gesichert; sondern er ist auch vor momentanen Anfeindungen, die immer moralisch nachtheilig wirken, völlig geschützt, so wie auch die. gleich näher zu beleuchtende Erfahrung, daß seine Feinde die Feinde alles Bessern sind und das „Zuweitgehen," das,,Absondern" und das Titelblatt des Gebetbuchs eben nur als Vorwände gebrauchen, ihn auch in den Augen aller Neutralen gerechtfertigt hat. Vierter und wesentlichster Nutzen. Die Synagoge hat sich endlich der Bewegung des Jahrhunderts angeschlossen! Zwar leider in Zwiespalt; denn sobald der Plan einiger Heller Denkenden bekannt wurde in der neu zu erbauenden Synagoge — glücklicherweise nämlich ist eine alte dem Einsturz nahe — einen Prediger anzustellen und einen Chor einzusühren, so Unterzeichnete eine zahlreiche Opposition einen Protest gegen jede Veränderung im Gottesdienste. Allein es ist zu hoffen, daß diese Manoeuvres, welche von derselben Hand versteckt geleitet werden, die den Streit gegen den Tempel offenbar leitete, ebenfalls ohne Erfolg bleiben und dann die 20, 30, 40 Betlokale, auf die neulich ein sich so nennender orthodoxer Laie in diesen Blattern pochte, aufgehoben werden. Daß die Tempelpartei dem Unternehmen allen Erfolg wünscht, daß sie den Unternehmern es auch gerne gönnt, wenn sie, vielleicht gar in aller Aufrichtigkeit, zu den Leuten sagen: ihr Hauptzweck sei, dem Tempel zu schaden, das bedarf keiner Erwähnung. Jndeß möchte es wol an der Zeit sein, den verschieden Gesinnten verschiedentlichen Rath zu ertheilen. Den Reformisten wäre zuzurufen: ihr habt einmal den Rubicon überschritten, da ihr die Unzweckmäßigkeit des jetzigen Synagogen-Kultus und euer geringes Zutrauen zu dem Chef desselben laut proklamiert. Die „Unverbesserlichen" werden euch das nie vergeben, und ihr hört euch schon jetzt mit denselben Namen beehren, die bisher bloß für die Tempelianer galten. Warum denn nicht frei heraus sagen, was ihr wollt? Daß ein qualisizirter Prediger, und sei er mit sechs Käppelchen bedeckt, nothwendig einige deutsche Gebete und eine Konfirmation nach sich zieht, daß Chorgesang und würdevoller Vortrag nicht allein die langen Piutim, sondern noch einiges mehr verdrängt, das sehen eure Opponenten, trotz der mysteriösen Abfassung eurer Artikel, sehr wohl ein. Und nachher wird es sich zeigen, wie lange sich hier, wo der durchaus protestantisch rationalistische Staat jeder Aufklärung hold ist, wo der Tempel beständig auf die Synagoge einwirkt, noch ip'Y'ö aip und naips, wie lange sich das Weiden-Abklopfen und das ripba-Schlagen halten können. Warum daher nicht gerade heraus reden? Durch das.Geheimthun verändert ihr die Zahl eurer Gegner keineswegcs, wol aber die eurer Theilnchmer. Zu den Opponenten aber möchte man sagen: begehet nicht denselben Fehler, den die gemäßigten Orthodoxen vor 24 Jahren begingen! Ihr wißt, daß die Begründer des Tempels sich damals um deren Theilnahme sehr bemüht haben, und bereit waren, manches nach ihrer Meinung einzurichten. Aber sie ließen alles zurück und — sind nun nach 24 Jahren froh, sich eine schwache Kopie davon einrichten zu können. Schließet ihr euch den Reformisten, die doch ohne Pardon, fortan in allen Verwaltungen die Majorität bilden, bei Zeiten an, so werden sie vielleicht in Manchem euch zu Willen sein. Thut ihr es aber nicht, so werdet ihr es sehr zu bereuen haben und von jenem Segen „daß wieder gewendet werden die Herzen der Väter zu den Kindern und die Herzen der Kinder zu ihren Vätern" das Gegentheil auf euch ziehen. Denn den bisherigen Zustand zu verewigen, und das edle Beginnen zu zerstören, das ist schon jetzt eine Unmöglichkeit! Das wäre nun der Zustand hier und es ist weiter kein Bericht hinzuzufügen, als daß die eingeweihten.Selben sich in einigen kleinen anonymen Streitschriftchen gegen die Tempelpartei noch ziemlich unbeholfen üben, bis der neue Mann gekommen sein wird, den sie dann als einen Ketzer und Ignoranten herunterzureißen haben. -n.

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