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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1842-03-05 · Heft 10 (5.3.1842) · p. Seite 138

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
6 (1842)
Issue
Heft 10 (5.3.1842)
Date
1842-03-05
Page
Seite 138 (sequence 6)
Language
German
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138 feierliche Installation in der hierzu festlich geschmückten Synagoge unter Anwesenheit des König!. Landraths, mehrerer Regierungsräthe, vieler andrer Honoratioren christlicher Bürger, und einer großen Menge Israeliten, die auch aus den übrigen Gemeinden herbeiströmten, statt. Nach dem w-iNiv-Dienst führte der bisherige Rabbinatsverweser Herr Lambert Schloß den Oberrabbiner auf die vor dem yns ttSTipri errichtete Kanzel und richtete an ihn eine sehr passende und gehaltvolle Anrede unter dem Texte 4 Mose 27, 18, worin derselbe ihm die Funktionen seines Amtes übergab und den priesterlichen Segen aus vollem Herzen ertheilt hatte. Diese in Liebe, Freundschaft und Würde gehaltne kurze Anrede war' höchst ergreifend und stimmte schon im Voraus alle Anwesenden zur größten Andacht. Hierauf begann der Oberrabbiner seinen Vortrag mit den Worten baia Ti:ap, schilderte in der bündigsten Sprache seine Jugendgeschichte bis zu diesem heiligen Momente seines Eintritts in das geistliche Amt. Alles lauschte in tiefster Andacht den Worten des Redners und das ganze Gebet, so würdevoll und begeistert gesprochen drang tief in Aller Herzen ein und verursachte einen nicht zu beschreibenden Eindruck. Nachdem nun der Redner in der Einleitung kurz und bündig den politischen und religiösen Fortschritt im Gebiete des Judenthums, besonders seit Mendelssohn geschildert und scharf das gründliche und wissenschaftliche Streben der jüdischen Geistlichen, besonders in der letzten Zeit, dem mehr oberflächlichen der Früher» entgegengestcllt hatte, bekannte er sich frei und offen als Jünger-dieser neuen Richtung und behandelte das schöne Thema: daß dieses Neue das wahre Alte sei welchem er die Stelle in mats, 'an ab« 'pspa Vanön bre und Zcsaias ä4, 13.-'i ■»■rab “pa ban zu Grunde legte. Höchst scharfsinnig und gelehrt vereinigte er diese beiden, so wie die ganze Rede streng homiletisch ausgearbeitet war. Es ist uns' unmöglich einen Auszug aus dieser sehr gelungenen Rede zu geben, — es würde ohnedies auch die Grenzen dieses geschätzten Blattes überschreiten, — und wir hoffen, daß unser verehrter und bescheidner Herr Oberrabbiner den Bitten vieler nachgeben wird, diese Rede im Drucke erscheinen zu lassen, was noch um so wünschenswerther wäre, da hierdurch besonders alle Israeliten seines großen Sprengels mit seinem Streben und Wirken bekannt gemacht würden. So viel müssen wir aber sagen, daß sich diese Predigt des allgemeinsten Beifalls des ganz großen Auditoriums, so wol der hohen Behörden, die dieses dem Herrn Oberrabbiner als er die Kanzel verließ, durch Händedruck und.Versicherung ihrer Unterstützung bekundeten, als auch aller anwesenden Israeliten der verschiedensten Ansichten. Höchst rührend waren die Schlußworte, in welchen er die Gemeinde bat, hierin seinem Beispiele nachzufolgen, immer offen und frei gegen ihn sich zu benehmen, welches auch den Eindruck nicht verfehlt hat. Sehr wohlthuend war auch seine Bescheidenheit, daß er sich bereit erklärte, den wohlmeinenden Rath eines jeden, ja selbst Belehrung besonders von den Greisen und Erfahrnen anzunehmen. Das Schlußgebet für den König, die Behörden und die Gemeinde vergrößerte noch den guten Eindruck, den diese Rede auf alle Gemüther gemacht hatte. Wir preisen uns glücklich ein solches Oberhaupt bekommen zu haben und jeder wünscht gewiß aus vollem Herzen, daß unser Oberrabbiner sehr lange zum Segen und Heil des Judenthums unter uns wirken möge. Im Aufträge der hiesigen Gemeinde gez. Lambert Schloß. Deutschland. Hamburg, 14.Februar. (Eingesandt). Die neulichen hiesigen Vorgänge haben bereits eine Anzahl ersprießlicher Folgen gehabt, die wir hier der Reihe nach aufzählen. Erster Nutzen. Durch die Beschlüsse des Senats ist unserm Vorsteher-Kollegium der ihm gebührende Rang über die sämmtlichen Institute der Gemeinde, und dem geistlichen Beamten die ihm gebührende subordinirte Stellung unwiderruflich angewiesen. Daß namentlich über den letztem Punkt hier seit langer Zeit viele verkehrte Meinungen herrschten und zum Theil geflissentlich unterhalten wurden, ist bekannt. Zweiter Nutzen. Der Tempel, i?er bisher nach den ehrenvollen Geständnissen aus Wien, Kopenhagen u. s. w. zwar mächtig, aber nur indirekt nach Außen wirkte, ist in unmittelbaren Kontakt mit der gesammten progressiven Partei gekommen, die an ihm ein konkretes Centrum gewonnen hat. Von

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