Mannheim
Compact Memory

Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1842-03-05 · Heft 10 (5.3.1842) · p. Seite 137

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
6 (1842)
Issue
Heft 10 (5.3.1842)
Date
1842-03-05
Page
Seite 137 (sequence 5)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/3224737-3225227-3225238--04198-3313774
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

137 Aufrufe des Königs folgte und mit ihrem Blute den Bund besiegelte zwischen dem Vaterland und seinen neuen Söhnen. Und wir sollten das in jenem heiligen Krieg erworbene Recht, das Recht, die Waffen für den König und unfern Heerd zu tragen, jemals aufgeben können? Nimmermehr! Den Dienst im National-Heer, den wir bisher gethan, durch Geld ersetzen, das hieße, unsere eigene Ehre verkaufen, das hieße, die alte Schmach der Jahrhunderte von neuem über uns herauf beschwören." Trier, 19. Dezember. (Privatmitth. Verspätet.) Diese ganze Woche füllte hier bei uns eine ganz neue Festlichkeit aus; es war dies die Ankunft und Jnstallirung desneuenvählten Oberrabbiners Herrn Joseph Kahn. Derselbe reiste Sonntag den 12. dieses von Saarlouis, wo er sich seit 1^ Jahr größtentheils aufhielt unter Begleitung des dortigen Vorstandes und andern Gemeindegliedern nach Merzkg und den andern Lag, ebenso von den dortigen Notabeln begleitet, bis nach Wawern, seinem Geburtsorte, wohin ihm fünf Wagen mit dem Vorstande an der Spitze zum Empfange entgegen gefahren waren. Nach einer dort festlich bei dem Ortsvorsteher Herrn Herz Wolf gehaltenen Lasel begann der Zug, an den sich mehrere dortige Gemeindemitglieder anschloffen nach Trier. Hier angekommen wurde der Oberrabbiner von der ganzen im Synagogenhause versammelten Gemeinde freudig und feierlich begrüßt, und in seine von der, hiesigen Gemeinde -schön ausmvblirten Wohnung gebracht, wo die vornehmsten Frauen von hier sich fanden und geschmackvoll den Lisch mit den schönsten Konfitüren geziert hatten. Des andern Tages erschienen Deputationen aus den näü)sten Ortschaften des Rabbinats. Auf Mittwoch sodann war die feierliche Installation durch die Landräthliche Behörde einberaumt. Schon 8. Tage vorher hatte unser Herr Oberbürgermeister und Landrath — als Kommiffarius der Negierung bei diesem Wahlakte, alle Landräche und Oberbürgermeister des ganzen Regierungsbezirkes aufgesordert, allen Israeliten den Tag der Installation bekannt zu machen, damit jeder der Feierlichkeit beiwohnen könne, welches auch in allen Synagogen geschah. - Zu dem Behufs begaben sich fämmtliche israelitischen Bürger auf die Landrathur, eine Stunde später kamen der Königliche Landrath so wie der Dberrabbiner mit den Mitgliedern des israelitischen Konsistoriums und mehrerer andern Notabeln an. Nachdem Erstrer den Herrn Joseph Kahn, den in großer Masse anwesenden Israeliten zufolge seiner Ernennung von Seiten der Königlichen Regierung vorgestellt und diesen sowol als die beiden neuerwählten und bestätigten Kvnsi'storialmitglieder Herr S. Allmayer und N. Lazar vereidet hatte, sprach der Dberrabbiner sehr ergreifende Worte zum Danke und zur Angelobung treuer Erfüllung seines nun anzutretenden Berufs und schloß mit den herrlichen Worten: „Und von diesen Dankgesühlen durchdrungen wird „es mir leicht das heilige Versprechen abzulegen, „daß ich alle meine Kräfte ausbieten werde um „meine vielfachen Pflichten, die mein neues Amt „von jetzt an mir aufrrlegt, gegen unfern, allge- „liebten und allgnädigsten König, gegen unser geliebtes Vaterland und gegen meine Israeliten treu „und gewissenhaft zu erfüllen. Stets die jüdische „Religion bewahrend und lehrend werde ich meine „Pflegkinder über ihre Pflichten gegen König und „Vaterland so unterweisen, daß sie immer bereit „seien für dieselben ihr Gut und Blut aufzuop- „fern. .Möge mir der Allgütige hierin beiffehen, „und mir Einsicht, Kraft und Stärke dazu ver- „leihen. Möge Er es auch fügen, daß uns Js- „racliten immer mehr Gelegenheit gegeben werde ,,um alle unsre Kräfte und Fähigkeiten dem Kö- „nig und dem Vaterlande zu widmen. Und so „wie wir jetzt bei dieser Feier der ehrenvollsten „Theilnahme und Anerkennung der hohen und „höchsten Personen uns zu erfreuen haben, so „möchten wir auch in der Zukunft deren Gunst „und Wohlwollens theilhaftig werden. Gott segne „den König,'Gott segne das Vaterland, Gott „segne unsre Stadt. Amen." Nachmittag gab der Vorsteher Herr Allmayer dem Oberrabbiner den Notabilitäten und Fremden ein Diner. Des Abends brachte die israelitische Schuljugend dem Oberrabbiner ein Gesangfländchen mit Fackeln und überreichte ihm einen werthvollen Siegelring zum Geschenke, worauf der Oberrabbiner in herzliche, alle Anwesende tief ergreifende Worte seinen Dank ausdrückte und das Versprechen gab, sich ihrer geistigen Bildung thätig anzunehmen. Gestern am Samstag «m 'a endlich fand die

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.