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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1842-02-19 · Heft 8 (19.2.1842) · p. Seite 106

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
6 (1842)
Issue
Heft 8 (19.2.1842)
Date
1842-02-19
Page
Seite 106 (sequence 6)
Language
German
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108 in der sie noch hie und da rühm, ablösen sollen. Mit innigem Bedauern und wahrer Betrübniß müssen wir aber vernehmen, daß unser so -viel verheißender Handwerksverein, statt immer mehr unterstützt und gefördert zu werden, aus Mangel an Unterstützung in der Entfaltung seiner wohlthätigen Wirksamkeit sich gehemmt und beschränkt sieht, daß die Männer, die sich der schwierigen und mühevollen Leitung dieses Vereins unterzogen, über eingetretene Lauheit und über Mangel an kräftiger und fördernder Unterstützung laut klagen. Daher meine dringende Aufforderung an alle bemittelte, wohlhabende und reiche Israeliten, dieser wahrhaft würdigen und religiösen Anstalt ihre sorgfältigste Theilnahme und Unterstützung wieder. zuzuwenden und dieselbe aus allen ihren Kräften zu fördern, damit sie in innerer Kraft sich wieder verjüngen, von neuem erblühen und reichen Segen über Gegenwart und Zukunft verbreiten möge! . In diesem Handwerksverein und in dem durch ihn sich kundgebenden Streben nach gemeinnütziger Thätigkeit und würdigem Lebensberufe liegt die sicherste Bürgschaft einer besseren Zukunft, ruhet die wohlbegründete Hoffnung auf endliche Anerkennung unseres Rechtsanspruches auf bürgerliche Gleichstellung, in der thatsachlichen Darlegung nämlich, daß die israelitische Glaubensgemeinde nur in' ihrem Glauben, nicht aber in ihren Werken, in dem Gegenstände ihres ewigen Höffens, aber nicht ihres zeitlichen Wirkens von allen Andern im Vaterlande sich unterscheidet, daß die zu ihr sich bekennenden Genossen nicht nur als Menschen und Unterthanen ihre Menschen - und Unterthanenpflichten getreulich erfüllen, sondern auch mit ihrer Hände Werken das Gemeinwesen fördern, durch thätigen Antheil zum nützlichen Gemeinwohl beitragen. Ja, nur dann dürfen wir nach des Psalmisten Worten: „Befiehl dem Herrn deinen Weg, vertraue Ihm und Er wird es vollbringen" (37, 5.) unsere Sache getrost Gott anheim stellen, Ihm vertrauen und Er wird es vollbringen. Kassel, im Januar. (Privatmitth.) Im Laufe des Jahres 1841 ist in hiesiger Stadt eine Stiftung ins Leben getreten, die sowol wegen des Geistes ächter Humanität, in welchem sie gegründet, als wahrer Liberalität und Toleranz, wie es sich für Bürger eines Staats geziemt, welcher allen andern Deutschlands, in Gewährung einer vollständigen Emanzipation der Israeliten vorangegangen ist, als nachahmungswürdiges Beispiel bekannt zu werden verdient. Herr Jeremias Rothfels, ein durch Bildung des Geistes wie durch Adel der Gesinnung gleich ausgezeichneter Mann, hatte das Unglück, seine Gattin am II. Januar v. I. durch den Tod zu verlieren. — Wie nun edle Gemüther durch ungewöhnliche Affektionen von Freuden sowol als von Leiden zu Handlungen der Mildthätigkeit sich angetrieben fühlen, so hatte derselbe im tiefen Schmerze über den Verlust seiner Gattin den Beschluß gefaßt einen früher von letzterer ausgesprochenen Wunsch, daß durch eine Anstalt für allein stehende Alte, denen es oft an einer guten Wohnung fehlt, gesorgt werden möchte, dadurch zu verwirklichen, daß er die Mitgift der Verstorbenen zur Erbauung eines zu diesem Zweck dienenden Hauses bestimmte. Es stellten sich jedoch manche lokale Hindernisse der sofortigen Ausführung entgegen, wodurch vorläufig der Plan eines Baues aufgegeben wurde. Dahingegen wurde die Johanna Rothfelsche Stiftung mit der folgenden Bestimmung gegründet: das jährliche Einkommen von 400 Thlr. von dem in guten Staatspapieren niedergelegten Kapital soll am Sterbetage der Hingeschiedenen, zunächst zur Beschaffung der Hausmiethe, unter 20 verlassene Arme so vertheilt werden, daß immer 10 Präbenden den Armen der israelitischen» und 10 den Armen der christlichen Gemeinden zukommen sollen. Die Grade der Anwartschaft, die überhaupt erst nach zurückgelegten 50. Lebensjahre eintritt, sind folgendermaßen festgesetzt: unverheirathete Frauenzimmer, unverheirathete Männer, kinderlose Wittwen, kinderlose Wittwer. — Die Verwaltung und. Vertheilung der Präbenden wird von dem jeweiligen Oberbürgermeister, dem Landrabbinen und dem Gründer der Stiftung besorgt. — Welchen guten Eindruck diese hochherzige, auf dem Prinzip vollkommener Parität unter den beiden Religions-Genossenschaften beruhende Stiftung besonders bei unfern christlichen Mitbürgern gemacht hat, braucht wol nicht erwähnt zu werden. » » . » s Hannover, 6. Februar. Wir haben (No. 6.) die Petition der Gemeinde zu Dannenberg mitge-

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