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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1842-02-12 · Heft 7 (12.2.1842) · p. Seite 95

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
6 (1842)
Issue
Heft 7 (12.2.1842)
Date
1842-02-12
Page
Seite 95 (sequence 11)
Language
German
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95 ner Mädchenschule. Seine Hoffnung täuschte ihn auch nicht. Die Repräsentanten nahmen sich (1810) der Sache mit Wärme an; durch freiwillige Beiträge wurden bei 187 Mitgliedern der Gemeinde ein für allemal 12500 Reichbankthaler gesammelt, außer jährlichen Beiträgen bis zu 1900 Thalern, wozu später von mehren Wohlthäterinnen noch 300 Thaler kamen, gleichfalls jährlich; ein Kommittee, bestehend aus dem früher erwähnten Nathanson, Grossirer I. Raphael und Makler Wessely, entwarf ein Schulreglement und noch in demselben Jahre wurde die „Karolinenschule" eröffnet, in welcher seit der Zeit 312 Mädchen Unterricht genossen in Handarbeiten, Religion, Dänisch, Deutsch, Geographie, Geschichte, Rechnen, Schreiben und Gesang. — Auch diese Schule hat manche liebevolle Geschenke von der Gemeinde erhalten; aber wie gewöhnlich erhielt sie doch das reichste durch Meynes Legat; es belief sich auf 30,000 Reichsbankthaler. — Sowol in Rücksicht aus dieselbe wie auf die Freischule müssen wir noch hinzusügen: daß sie sich auf eine ehrenvolle Weise von unseren allgemeinen Armenschulen auszeichnen, daß sie weit mehr allen billigen Anforderungen an gute Bürgerschulen entsprechen. In den Provinzen ist ein Blick auf das Schulwesen der Juden indessen minder erfreulich, weil das Vermögen dazu natürlich geringer war; und nur in Randers ist es bis jetzt der Gemeinde geglückt einen geordneten und verbesserten Unterricht einzuführen. Alle andern Orte müssen die im Allgemeinen so kümmerlichen Ortsschulen benutzen, insofern sie ihre Kinder nicht studiren lassen, oder selbst auf andere Weise für ihren Unterricht sorgen können. Aber an wie vielen Orten reichten die Christen bis jetzt weiter? Und kann denn wol Jemand anders als mit inniger Freude die liebevollen Bestrebungen zusammenfassen, durch welche der gebildetere und vermögendere Theil der Gemeinde unermüdlich arbeitete für die Erziehung und den Unterricht der Unglücklichen und Armen? Auch der Regierung müssen wir unsere Achtung zollen, insofern sie, weit entfernt hemmend einzugreifen, wohlwollend die Bestrebungen unterstützte; von einzelnen Christen haben wir nichts — gar nichts — hinzuzufügen. Die Regierung liest rücksichtlich des Schulwesens sowol in Kopenhagen als in den Provinzen mehre Anordnungen ergehen, welche wir theils billigen, theils sogar loben müssen. Unterm 19. Januar 1813 setzte sie eine Strafe für die Eltern fest, die ihre über sechs Jahre alten Kinder den Schulunterricht versäumen lassen; am 4. Mai 1814 befahl sie, daß der Gesammtunterricht dänisch sein soll, und daß Niemand, welche Schule er auch besucht, von dem autorisirten Lehrbuche der jüdischen Religion befreit werden kann; durch, verschiedene Bestimmungen hatte sie schon früher jede christliche Sckule auch den Judenkindern eröffnet; und sowie sie durch Resolution vom 17. August 1813 vorläufig die Aufsicht über das Kopenhagener Schulwesen der Juden geordnet hatte, so richtete sie durch Plaket vom 14. Oktober 1828 eine Schulkommission dafür ein, bestehend aus dem Prediger der Gemeinde und einigen weltlichen Mitgliedern derselben, Alles in Uebereinstimmung mit dem Reglement für die christlichen Schulen vom 29. Juli 1814. Wir wollen nun zum Armenwesen übergehen, das in Fridericia und Kopenhagen vom allgemeinen Armenwesen dieser Städte getrennt, in den übrigen aber damit verschmolzen ist. In Fridericia besorgt jede der vier Konfessionen ihre eigenen Arme und hat nichts mit den übrigen zu thun; . eben so ist es dort auch mit den Juden. In Kopenhagen muß ein Blick auf das Armcnwesen uns wieder unwillkürlich Achtung für die Gemeinde abzwingen. Sie muß reichlich zum theuren allgemeinen Armenwesen der Stadt beitragen, wollte sich aber doch nicht mit demselben verschmelzen lassen, weil, wie die Repräsentanten sich in der Antwort auf die Einladung dazu (1814) ausdrückten, „nach den Grundsätzen für die Unterstützungen desselben, wo Viele in der Gemeinde, welche jetzt eine solche genießen, sie entbehren müßten, und im Allgemeinen Niemand eine so große Unterstützung wie jetzt genießen würde." Und wirklich haben die vermögenden Mitglieder der Gemeinde mit einer Liebe für die Armen gesorgt, wie man selten etwas Aehnliches findet. Sie haben vier Armenwohnungen errichtet: 1) „Godyjörenhad" für 21 Familien, deren Fundation 1813 bestätigt wurde; 2) „Meynes Minde," erbaut 1825, zu welchem der Ehrenmann, dessen Namen eS trägt, 24000 Reichsbankthaler schenkte, und worin 33 Familien freie Wohnung haben; 3) „das neue Armenhaus," für 8 Familien,

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