Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 6 (1842)
- Issue
- Heft 6 (5.2.1842)
- Date
- 1842-02-05
- Page
- Seite 83 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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83 schritt schuf, übersehen? ist damit Eure blinde Ver- «rtheilung auch des Besseren gerechtfertigt? — ist damit auch Eure muffige Ruhe in der heißen Zeit entschuldigt-, ist damit auch das Nichtsehenwollen des Verfalles der Synagogen, des völligen Heraustretens aus allem kirchlichen Verbände, der Theilnahmlosi'gkcit an Israels Wohl und Wehe begründet, erlaubt?? Genügt Euch, der Menge, und nur der Menge zu gefallen, indem ihr sie den gewohnten Weg, auch wenn es ein heilloser ist, gehen lasset, indem Ihr nicht nur die Augen ihnen nicht öffnet, sondern das Licht ihnen raubet, und, damit sie, bei Eurem Stillstände, nicht Euch zuvorkommen, sie rückwärts zu führen suchet? Lebt ihr nur kn der Vergangenheit, und hört Ihr nicht den lauten Ruf der Gegenwart, und zittert Ihr nicht vor den Vorwürfen der Zukunft? — Unsre Gotteshäuser verfallen: Was thut ihr dafür, sie zu stützen? und die sie Besuchenden zu erfüllen mit Liebe zu Gott und seiner Lehre? — Die Heerde ist zerstreut: — Was thut Ihr, sie zu sammeln? Welches ist die Fahne, die Ihr ihnen vorantraget, wo der blühende Stab, an dem sie erkennen sollen, daß Gott Euch gewählt? — Um Andere verurtheilen zu dürfen, muß man von jeglichem Vorwürfe rein sein; um Andere Verirrte nennen zu dürfen, muß man selbst im Lichte wandeln; um die Zeit anklagen zu dürfen, muß man an ihr selbst kein schreiendes Unrecht begangen haben; um Andere des Niederreißens zu zeihen, muß man auf Das zeigen können, was man selbst erbauet, errichtet, hergestellt hat!!^ — Wo mm find die Werke, die für Euch zeugen sollen und wider uns? Wo?" Anzeiger. In demselben werden Annoncen aller Art gegen I^Ngr. (1 gGr.) Gebühren für die gespaltene Zeile aus Petit-Schrift oder deren Raum sowie literarische merkantile u. a. Beilagen ausgenommen. Die Berlagshandlung. Jsler'sches Lehr- und Erziehungsinstitut in Hamburg. Dieses seit fast 50 Jahren bestehende Institut wird auch in Zukunft seinen Fortgang haben und den Bedürfnissen der Zeit gemäß reorganisirt werden. Der Begründer, Herr I. A. Jsler, hat sich entschlossen, die Tage seines Alters von nun an in Ruhe und Abgeschiedenheit zu verleben; und nachdem die Lehranstalt bereits Ostern 1841 an den Unterzeichneten M. Jsler allein übcrgegangen ist, wird der mitunterzeichnete I. L. Adler die häusliche Leitung und Erziehung der Zöglinge übernehmen. Beide Theile der Anstalt, Lehre und Erziehung, bilden wie bisher ein untrennbares Ganze, so daß sowol das geistige, wie das sittliche und leibliche Wohl der Zöglinge das gemeinschaftliche Augenmerk der beiden Unterzeichneten bilden werden. Wir hoffen, des Wohlwollens eines geehrten Publikums uns auch in Zukunft erfreuen zu dürfen. Das Nähere über Plan, Einrichtung und Bedingungen dieser Anstalt geht aus dem gedruckten Prospektus hervor, den man bei Unterzeichnetengefälligst abfordern lassen wolle. Hamburg, Februar 4842. M. Jsler, Dr. I. L. Adler. Vei W« Levhsohn in Grünberg ist erschienen und in allen Buchhandlungen vorräthig: Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie herausgegeben von Dr. Abraham Geiger, Rabbiner in Breslau. Vten Bandes erstes Heft. Preis des Veen Bandes (in 4 Heften) 2) Thlr. Inhalt des ersten Heftes: Abhandlungen: 1) Die Aufgabe der Gegenwart. Von Rabbiner Dr. Geiger in"BreSlau. 2) Analekten von Seminardirektor Dr. Zunz in Berlin. 8) der Gersoniden. 3) Der Monotheismus in sittlicher Beziehung vom Prediger Dr. Saalschutz in Königsberg. 4) Das Verhältniß des natürlichen Schriftsinns zur thalmudischen Schriftdeutung. Eine Skizze. Eon G. Recensi on en. Nene Beiträge zur Geschichte des Streites über das Studium der Philosophie in den Jahren 1232-1306: 1) Milcharnvth Adonai von Abraham, Sohne des Maimonides. 2) Sendschreiben nach Frankreich, mit Vorwort und Nachwort:c. 3) Minchoth Kenaoth von Abbamari ben Moscheh ben Josef:c. 4) Anhang über den Morehr Erster Artikel von G. MiSceNen. Nachträgliche über den Thargumim. Von Prof. S. D. Luzzatto in Padua.