Mannheim
Compact Memory

Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1842-01-29 · Heft 5 (29.1.1842) · p. Seite 66

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
6 (1842)
Issue
Heft 5 (29.1.1842)
Date
1842-01-29
Page
Seite 66 (sequence 14)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/3224737-3225227-3225233--04122-3313693
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

66 verbrannte sie lebendig, den 22. Mai 1370. Man bemächtigte sich ihres Vermögens, das man in den Schatz des Fürsten fließen ließ, um, wie gewöhnlich jede Verfolgung von seiner Seite zu Hintertreiben. Lange Zeit nachher wollte man das Andenken dieser Schandthat, als eines Triumphes für die Stadt Brüssel, verewigen. Achtzehn Gemälde wurden für die Kirche St. Gudula gemalt, welche die Details dieser Begebenheit darstellten, jedoch nach der Phantasie der Maler, da kein zeitgenössischer Schriftsteller davon spricht. Man setzte eine hundertjährige Feier fest, die später alle 50 Jahre abgehalten wurde. Das Ziel so vieler Leiden kam endlich, und dieses Ziel war, wenn man der Tradition glauben soll, die Verbannung der Juden auf immer. Allerdings findet man von dieser Zeit an bis zum löten Jahrhundert Nichts, was die Existenz der Juden in Belgien bezeugt. Seitdem aber erscheinen sie auch hier wieder. Es war sogar ein Israelit, der 1444, als das Schloß Luxemburg sich Philipp dem Großmüthigen ergab, von seinen Mitbürgern gewählt ward, um mit dem Herzoge zu unterhandeln. Sie mußten also in dieser Zeit einigen Einfluß in dem öffentlichen Verkehr haben. (Fortsetzung folgt.) Anzeiger. In demselben werden Annoncen aller Art gegen IjNgr. (1 gGr.) Gebühren für die gespaltene Seile aus Petit-Schrift oder deren Raum sowie literarische merkantile u. a. Beilagen ausgenommen. Die Berlagshandlung. Ein junger Mann, mit Familie, der seit Jahren an einer gehobenen israelitischen Volksschule als examinirter Lehrer ander obern Klasse in den jüd.Fachern eben so wohl als auch in den Realsächem zur Zufriedenheit seiner Vorgesetzten Unterricht ertheilte, zudem auch noch in latein. und französ. Sprache und Talmud zu unterrichten im Stande ist, wünscht seine gegenwärtige Stelle mit einer andern zu vertauschen, um, der Brodsorgen überhoben, seinem Berussstudium desto ungehinderter leben zu können. Natürliche Anlage und einige Kenntniß von Vokalmusik befähigen ihn zur Uebernahme des Kantoramtes. Auch das Predigeramt würde er — bei nicht zu strenger Forderung — zu übernehmen sich unterstehen. Anfragen sind an die Redaktion unter der Chiffer AI. 6. franko zu richten. Die seit zwei Jahren erscheinende israelitisch-theologische Zeitschrift: Der Israelit des 19. Jahrhunderts, herausgegeben vom Landrabbiner 0r. M. Heß, wird auch im Jahre 1842 fortgesetzt und ist durch alle Buchhandlungen und Postämter für jährlich 1 Thlr. 20Sgr. (3 fl. rhein.), halbjährl. 25 Sgr. (1 fl. 30 kr. rhein.) zu beziehen. Wöchentlich erscheint eine Nummer in gr. 4to auf Maschinen - Velinpapier. Die Tendenz dieser Zeitschrift, die auch Christen mit Vergnügen lesen werden, ist: der religiöse und bürgerliche Fortschritt der Israeliten, ihr zeitliches und ihr ewiges Wohl. Hers selb in Kurheffen im Januar 1842. F. Schuster. Unverheirathete Bewerber um die zu Ostern 1842 in Elmshorn (Holstein) zu begründende Stelle eines ersten Lehrers haben innerhalb 6 Wochen ihre Anträge nebst Zeugnissen über ihr Betragen und ihre- Befähigung portofrei an uns einzusenden. Zu unterrichten hat derselbe in Religion, biblischer Exegese, Talmud, deutscher Sprache und in de» übrigen, in Bürgerschulen betriebenen Gegenständen. Zu wünschen wäre auch Kenntniß der englischen und französischen Sprache. Elmshorn im Januar 1842. Israel Staav. Dr. Cohen. Vorsteher der israel. Gemeinde. Bei Endesgesetztem kann ein israelitischer wohlerzogener Knabe, 13 bis 14 Jahre alt, sogleich in die Lehre treten. — Auf frankirte Briefe ertheilt näheren Aufschluß Jeremie Neustatter, Juwelier, Goldarbeiter, Graveur und Ciseleur in München.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.