Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 6 (1842)
- Issue
- Heft 5 (29.1.1842)
- Date
- 1842-01-29
- Page
- Seite 57 (sequence 5)
- Language
- German
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57 nichts gewußt, wie r® ‘na ■'im mas berichtet wird *). Doch wie wurde ich überrascht, als ich das Gebetbuch zur Hand nahm, und mma.n mas unverändert fand! Welch eine kühne Behauptung, daß der Gebetgeist zerstört, die auf unsere Zukunft imnm miaa nbisa bezüglichen Stellen gestrichen und ummodelt seien! Hinsichtlich trriun rrnnn entbehrt diese Anklage (Angesichts der nsia: mm,an nnna) des schwächsten Scheingrundes. (Dieweggelaffene Zerlegung des -srbir z®-! “pias -ps S. 56. ist eine agadische Spielerei, die in kein Gebet gehört), woraus zu ersehen, was van derselben überhaupt zu halten sei. Ich las und prüfte weiter, und immer entbehrlicher erschien mir mein kritischer Apparat. Ich fand die Abweichungen von dem herkömmlichen allerdings absichtlich, was aber wenn man bedenkt, daß das Alte sich meistens zufällig, oft aus heterogenen Bestandtheilen gebildet und angehäuft hat, ein Lob involvirt (weßhalb von Verstümmelung keine Rede sein kann), allein nirgends willkürlich, vielmehr überall den achten und reinsten Geist des Iudenthums und die Verhältnisse unserer Zeit möglichst berücksichtigt. Gestrichen oder abgeändert ist nur, was der Intoleranz, oder einem falschen Stolze Nahrung geben, was einem geläuterten Geschmacke nicht Zusagen kann, und folglich der Andacht Eintrag thun würde, und endlich was von einem großen Theile unserer Glaubensgenossen in Deutschland nicht geglaubt und noch weniger sehnlich herbeigewünscht wird, wahrend überall dahin gestrebt wird, das menschliche und israelitische Selbstgefühl zu heben und zu veredlen, und die von der Religion gebotenen Hoffnungen in den Gemüthern zu beleben und im Geiste achter Religiosität zu läutern. Die wesentlichste Neuerung ist unstreitig die Weglassung oder Abänderung der Klagen über den Verlust des gelobten Landes, des Tempels zu Jeru- °) Die Stelle lautet wörtlich: 1212 rrs 2i:ra:s piiia rm naia pr-a rrra mT’abn ■>:© ib rii ■pipn t>b5> •otvrabnb ammabm vnabrb iraes nr uatb li-mas 1x1 n?a iirasi )trins •mai» iiaw bitr «bi am bs nasba ba® rra»na öl ins ab® irmas paar rn irs sbs .“ja mivis rn sb a®;:n m^nn salem und des Opferdienstes, und der wiederholten Bitten um Wiedererlangung derselben, von welchen unsere meisten Gebete überfüllt sind. Dessen ungeachtet ist meiner Ansicht nach noch keineswegeö eine dogmatische Frage im Spiele. Denn welchen Rang der Opfercultus im Mosaismus auch einnehmen mag, so sind wir doch durch die Propheten und Psalmisten hinlänglich belehrt über das Verhältniß, in dem er zur eigentlichen Frömmigkeit steht, und wissen wir, daß wir auch ohne denselben Heil und Gnade vor Gott erlangen können (weßhalb das Jammern über den Einbuß desselben, als gäbe es für uns keine andern Heil- und Gnadenmittel, oder als hätten wir diese erschöpfend benützt, unstatthaft erscheinen muß), und so verschieden man auch das Messiasdogma und die verheißene Erlösung Israels sich denken mag, so bleibt doch immer die Verbreitung der Erkenntniß des einigen Gottes über die ganze Erde, und die Herbeiführung seines Reiches, des Reiches der Wahrheit und der Liebe, der eigentliche Zweck und Kulminationspunkt der Verheißung (Maimonides, Hilch. Theschubah c.9. H. Melachim c. 12.) und unsere Ausgabe, um die Erfüllung zu beschleunigen, keine andere, als auf Recht zu halten und Tugend zu üben. (Jes. 56, J.) Ob zu diesem Behufe die Restauration Israels im gelobten Lande unumgänglich nothwendig sei, wie früher allgemein geglaubt wurde, ob die sogenannten messianischen Verheißungen der Propheten auf ein zu erwartendes israelitisches Reich zu beziehen seien oder nicht, ist zwar vom theologischen Standpunkte aus nicht leicht zu entscheiden, kann aber füglich dahingestellt und dem lieben Gott überlassen bleiben, da wir jedenfalls nicht blos nichts zu thun haben, sondern nichts thun sollen, um eine solche Veränderung unserer äußeren Verhältnisse herbeizuführen (Kethubot k. 1)1. <»). Wenn unsere Väter dessen ungeachtet in keinem Gebete die Wiederherstellung eines israelitischen Reiches zu erflehen vergaßen, so ist zu bedenken, daß sie kein anderes Heil für sich, keine andere Aussicht auf Verbesserung ihrer gedrückten Lage kannten, und bei ihnen die weltlichen und geistlichen Wünsche und Hoffnungen des Einzelnen wie der Gesammtheit in Eins zusammensiclen; ist dies aber auck bei uns der Fall? Hegt nicht selbst derjenige, der eine politische Wiedergeburt Israels in der Folgezeit aus religiösen Gründen glaubig erwartet, ganz andere Wünsche für sich und die