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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1842-01-29 · Heft 5 (29.1.1842) · p. Seite 56

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
6 (1842)
Issue
Heft 5 (29.1.1842)
Date
1842-01-29
Page
Seite 56 (sequence 4)
Language
German
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56 Hochedler Herr, Hochedle Frau! die Gabe die wir Ihnen zu überreichen die Ehre haben rührt nicht von einem Einzelnen, sie rührt nicht von wenigen Personen her; eine große Anzahl geringer Beiträge sind zusammcngeflossen und sehr viele, wir dürfen sagen: alle Israeliten dieser Stadt legen darin ihre Gesinnung dar. Im Namen dieser Aller wiederholen wir die Bitte um eine freundliche Annahme und haben die Ehre zu sein, Hamburg. Hoch edler Herr! Hochedle Frau! Ihre ganz ergebenen Das Comit« der Hamburgifchen Israeliten für die Angelegenheit von Damaskus im Jahr 1840. (folgen die Unterschriften.) Hamburg, 17. Januar. (Eingesandt.) Folgende theologische Gutachten sind in Sachen des Tempelgebetbuches wieder eingelaufcn *). I. Als mir, ehe ich Gelegenheit hatte, das von der Direktion des neuen israel. Tempels in Hamburg herausgegebene „Gebetbuch für die öffentliche und häusliche Andacht der Israeliten" zu prüfen, die von Herrn Bernaus erlassene wmu zu Gesichte kam, und ich darin die schwere Anklage las, daß in dem genannten Gebetbuche der Gebetgeist (?) auf unverantwortliche Weise zerstört, und die auf unsere religiöse (?) Zukunft rpnm n^iaa, nbirra bezüglichen Stellen weggestrichen oder ummodelt seien, machte ich mich auf eine bedeutende dogmatische Differenz gefaßt. Und konnte ich auch mach Allem, was mir von der Tempelanstalt und den würdigen Lehrern an derselben bekannt war, nie im entferntesten daran zweifeln, daß keine Veränderung ohne einen erheblichen Grund vorgenommen worden, am wenigsten, daß den in unserer heiligen Religion begründeten Hoffnungen Israels und der Menschheit irgendwie reeller Abbruch geschehen, so erwartete ich c) Da wir die Gegenschriften der Herren Bernays und Ettlinger vollständig mitgethcilt, und um sowol alle in diesem Streite ergangenen Dokumente dem Publikum vorzulegen, als auch die Angelegenheit von allen Seiten beleuchte» zu lassen: geben wir sämmtliche Gutachten in extenso. Die Redakt. doch nichts weniger als eine entschiedene Abweichung von der herkömmlichen Auffassung der Dogmen a'nan nnm nraannbiäM, was mich freilich keineswegs erschreckte. Ich dachte, es handelt sich darum darzuthun, daß diese Dogmen nie in eine bestimmte Formel gezwängt, und selbst von den Lehrern des Talmuds verschiedentlich aufgefaßl worden, daß es aus Einzelnheiten nicht ankommt, so lange der Hauptinhalt unangetastet bleibt, der sich füglich ausdrücken läßt mit den Schriftworten: am sb wbm yaa 'fr cir sb ->a (Ps. 04, 13) und: nan abia -imbs rnnbs n- ’a .na b? lrsri:1 sin (Das. 48, 15.)*); es wäre zu beweisen, daß die üblichen Gebetsformeln sich erst sixirt, als alle freie Bewegung aus Israel verschwunden, und Leben und Geschichte der unglücklichen Juden stereotyp geworden, und nie von einer kompetenten Behörde für die Folgezeit festgesetzt worden, was noch leichter ist""). In Bezug auf die erwähnten Dogmen siel mir ein, daß Rabbi Hillel, welcher behauptet, Israel hätte keinen persönlichen Messias zu erwarten (Sanhedrin, f. 99. a.) wol nicht gebetet haben dürfte bsia Lvaoi, sondern anaa aab nbid» sraai, was auch aus andern Gründen zu empfehlen wäre, denn ins "n msas "in irbsia; daß selbst nach der talmudischen Ansicht, welche die Anordnung der Gebete (in ihren allgemeinen Umrissen) den Männern der großen Synagoge zuschreibt, diese doch unmöglich in rvnnaa (der zweiten nana in n"-> nben). das Dogma der Auferstehung ausgenommen Haben, weil dann spätere Geschlechter nicht behauptet hätten, die Väter (bis nach Antigonsss) haben von dieser Lehre *) Daß san abia> und a\nun rnnn von unfern Alten nicht scharf geschieden werden, und es ihnen überhaupt nur um Befestigung des Glaubens an Vergeltung in einem jenseitigen Leben zu thun ist, gehet unter anderm aus folgender Talmudstelle (Sanhedrin f. 90, a.) hervor: narr in a'hyb pbn anb 'prriv ibrri «inaiaa?rsnb bai «snar. *nmnn;a a\nan mnn T« pbn ib rrnr rrb “a^b avian nmna nsa sin s:n .avian mnna ®°) Vergl. die Abhandlung des gelehrten Rabbi Mortara in den israelitischen Annalen 1840 No. 23 ff. und den Aufsatz: Das Verhältniß von Opfer und Gebet rc. No. 48 u. 49. l. I.

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