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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1842-01-29 · Heft 5 (29.1.1842) · p. Seite 55

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
6 (1842)
Issue
Heft 5 (29.1.1842)
Date
1842-01-29
Page
Seite 55 (sequence 3)
Language
German
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55 ten die Bestellungen in den nächsten Tagen einlaufen. Hamburg, den 31. Dezember 1841. Die Medaille enthält auf der Vorderseite das Wappen des ritterlich Montesiorischen Hauses nebst der Umschrift: "p tnba ss n-m-i« •'3m 'nrr pnb und der Unterschrift: .p"sb Die Rückseite enthält die Worte: „Sir Moses Montefiore und Lady Montefiore nach ihrer Rückkehr aus Aegypten im Jahre 1841, gewidmet von ihren Glaubensgenossen in Hamburg." (Text der Adresse.) Hochedle! Die Israeliten Hamburgs, stolz darauf, sich unter den Ersten Ihrem edlen und unvergeßlichen Unternehmen nach Kräften angeschlossen zu haben, wünschen gleich denen Britanniens den Gefühlen der Bewunderung für Sie, der Theilnahme an Ihrer Wirksamkeit und der Freude über deren Gelingen ein dauerndes Zeichen zu geben, das zugleich das geistige Band, das uns mit Ihnen, und durch Sie mit der zahlreichen Masse unserer Brüder verknüpft, vor Ihren Augen erhallen soll. Sie überreichen Ihnen demnach die beifolgende Medaille und bitten um deren wohlwollende Annahme. Es konnte für dieselbe kein passenderes Emblem gewählt werden, als jenes Wappen, das Ihre edle Königin Ihnen ertbeilte mit den Worten: „in commemoratiou vk these his unceasing cxertions in behalf of his injured and |*ersecuted „brethern in the east and the jewish nation at large.“a) Worte, welche einzig dastehen in der Geschichte und Epoche bilden in den Annalen unserer weitzerstreuten Nation; Worte, die noch lange heilend und tröstend nachhallen werden in den Herzen Israels, das freudig ausruft: Gott segne ihre Majestät und vergelte es ihr, daß sie auch Verdienste um uns und die Unsrigen anzuerkennen und belohnen weiß! Sie finden hier dies Ihr glorreiches Wappen umgeben von den gleichsam unseren Herzen entnommenen Worten des Psalmisten: :*p tnVü N2 N-Q18 rrn Tia pub „Um willen meiner Brüder und Genossen bring' ich dir meinen besten Gruß." (Ps. 122, 8.) *) Worte des König!. Diploms. Ja, hochedler Herr, so ist's, um unserer Brüder und Genossen willen, die unter entsetzlichen Anklagen in Banden lagen, den grausamsten Tod erwartend; um willen unserer Eltern und unserer Kinder, und unserer Vorfahren in ihren Gräbern, deren heiligstes durch zahllose Opfer erhaltenes Gut entehrt und gelästert wurde; um willen unserer Brüder und Genossen in Asien und Afrika, denen Sie ein besseres Loos, eine sichrere Stellung, eine zweckmäßigere Erziehung verschafften; um willen der Nahen und der Fernen, der Gegenwärtigen und der Zukünftigen bringen wir Ihnen den besten Gruß, die wärmste Anerkennung. Und diese sprechen wir aus durch das bedeutungsvolle, dem Jahre Ihrer Reise entsprechende Chronogramm: -!b«-iwi zirn „der S tolz Israel (aus Hoschea5,5.) Mit diesem Rufe begrüßen wir Sie, hochedler Herr, aufrichtig und innig, in diesem Rufe liegt das Höchste, was unsere Nation Ihnen zu bieten hat. Aber gewißlich: der Stolz derer zu sein, die eine beispiellos dastehende Reihe heroischer Vorkämpfer aufweisen können, und die vom Beginne der Weltgeschichte an sich bewährt haben als würdige Besitzer und tapfere Vertheidiger der höchsten Wahrheiten: diesen Zuruf zu vernehmen und es im Herzen zu wissen daß er wohlverdient sei — daß ist ein Lohn den Sie, hochedler Herr, dem Lohne der Fürsten gewiß gleich stellen. Der Stolz Israels: diesen Zuruf richten wir auch insbesondere an Sie, hochedle Frau, die Sie die Mühen und Gefahren Ihres Gemahls theilten, die Sie ihm folgten über das Meer und neben ihm standen als die biedere Frau in der Schrift, die mit weisem Rath leitet, mit weichem Gemüth empfindet, mit kräftigem Sinn handelt und im Wohlthun nie ermüdet. Von jeher waren Israels Frauen seine festesten Stützen. War auch die Welt voll von Vvrurtheilen gegen unser» Stamm: an die hohe Vortrefflichkeit der jüdischen Gattin, der jüdischen Mutter, der jüdischen Tochter wagte sich ihre Bosheit nie. Und unter diesem hochgeschätzten Namen glänzt jetzt in Hellem Lichte der Ihrige, Milady. Wir haben uns erlaubt der Medaille auch Ihren Namen aufzuprägen, damit die Nachwelt es wisse, daß der Geist unserer früheren Heldinnen auch noch in unserer Mitte anzutreffen war.

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