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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1842-01-22 · Heft 4 (22.1.1842) · p. Seite 50

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
6 (1842)
Issue
Heft 4 (22.1.1842)
Date
1842-01-22
Page
Seite 50 (sequence 10)
Language
German
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50 Ew. Majestät auszusprechen fühlten wir uns nun gedrungen, da unsere Provinz das Glück Höchstdero Anwesenheit genießt, und so hoffen wir bei dem Vaterherzen Ew. Majestät Verzeihung zu finden, wenn wir es gewagt, in der Mitte der ehrfurchtvoll Huldigenden noch besonders zu erscheinen und dankend für empfangene Wohlthaten und freudig entgegensehend neuen Beweisen hochherziger Huld, Segen und Heil zu erflehen für die Regierung Ew. Majestät. Die wir in tiefster Ehrfurcht ersterben. Breslau, den 13. Sept. 1841." (Folgen die Unterschriften der Gemeindebevollmächtigten.) Berlin, 2. Januar. Se. Majestät der König hat aus eine, die politischen und sozialen Zustände der Juden in den alten preußischen Provinzen betreffende Vorstellung der Aeltesten und Vorsteher der jüdischen Gemeinden zu Berlin, Königsberg und Breslau durch nachstehende Kabinetsordre geantwortet. „Ich habe-Jhre Vorstellung vom 24. Nov. v. I. dem Ministerium des Innern zugeferligt, um die darin gemachten Anträge bei den von Mir angeordneten Berathungen über die bürgerlichen Verhältnisse der Juden zur Erwägung zu bringen, und behalten es künftiger Entschließung vor, in wie weit Juden zu akademischen Lehrämtern zuzulassen, und welche Gerechtsame den jüdischen Gemeinden als Korporationen beizulegen sein werden. Was aber die Angelegenheiten des jüdischen Kultus betrifft, so kann die Regulirung derselben zunächst nur von den eigenen Vorschlägen der Juden ausgehen, zu deren Einholung das Ministerium der geistlichen Angelegenheiten das Weitere veranlassen wird. Charlottenburg, 13. Dezember 1841. (gez.) Friedrich Wilhelm. Literarische Nachrichten. Neutra«r Komitat, im Dezember. (Exegese.) Ueber M. B loch's Muses üt küngve, eingksandt von E. F. Daß der, in den Annalen der ungarischen Geschichte so denkwürdige, jüngst abgehaltene Reichstag, auch unter der israelitischen Bewohnerschaft, gleich einer Wünschelruthe, alle im tiefsten Dunkel eingeschachteten GeistesfabigkeiteN hervocgezaubert; daß seitdem Jung und Alt sich mit der ungarischen Sprache und Literatur beschäftiget, ist in öffentlichen Blättern schon oft erzählt worden; wer aber wie Schreiber dieses Gelegenheit hat das Leben und Treiben der slowakischen Juden zu betrachten, kann sich nicht genug wundern, wie unter diesen, der ungarischen Sprache so entfremdeten, die Borliebe für diese mit einem Male so überhand genommen; wie man in manchem entlegenen slowakischen Dorfe Jünglingen begegnet, die sich an den Strahlen der Ungar. Gelehrten j Gesellschaft, dieser, über das ganze Land Leben und Ge- ' deihcn verbreitenden Sonne am Horizonte der ungarischen Literatur, wärmen und erquicken; wie Reiche und Bemittelte ihre Kinder nach ungarische» Städten und Gymnasien schicken; ja, wie Manche sogar Dienstboten un-! gacischer Zunge kommen lassen, um so diese Sprache ih-! ren Kindern schon im zartesten Alter als Muttersprache anzueignen. Und dieses aufeinmalige Aufwachen und Aufleben aus der mittelalterlichen Apathie, bestätiget auch hier wie überall, welche Fähigkeit und Thatkraft der Jude zu entwickeln im Stande ist, so ihm nur von der Regierung die Hand geboten wird; man zeige dem Juden nur daß man ihn als ebenbürtig betrachte, und er wird sich empor zu schwingen und Achtung zu verdienen wissen. z Bei all Dem aber ist die Magyarisirungs - und Auf- , klärungssucht unter den Juden Ungarns im Allgemeinen l nur ein Zerstückeltes, Planloses. Mancher kann seine , Kinder nicht nach Gymnasien schicken, Mancher will nicht, aus gerechter Furcht, sie werden dann, bar von jeder religiösen Erziehung, dem Judenthume ganz ent»; fremdet werden. Wie es sonst in den Gemeinden mit i Lehranstalten bestellt ist, ist leider zu bekannt und hier! der Ort nicht beschrieben zu werden. In solchen Um-; ständen mußte ein Mann wie Herr Moritz Bloch, der; Geist und Talent genug hat das Uebel bei der Wurzel anzugreifen, und durch Uebectragung der heiligen Schrift in's Ungarische, die Religion mit dem Ieitgeiste zu ver» mahlen, eine willkommene, vielversprechende Erscheinung sein. Hier wird schon der Knabe Jude und Ungar zugleich, und was einst die Mendelsohn'sche Uebersetzung den Juden Deutschlands war, eine Brücke, die sie aus : den politischen und geistigen Ghetten, aus der finstern! Zurückgezogenheit, ins öffentliche Leben, zum Selbstbel wußtsein führte, das kann und wird die ungar. Ueber-

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