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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1842-01-15 · Heft 3 (15.1.1842) · p. Seite 34

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
6 (1842)
Issue
Heft 3 (15.1.1842)
Date
1842-01-15
Page
Seite 34 (sequence 6)
Language
German
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34 den muß. Möchte er daher immer mehr Anklang und Gedeihen finden! —. Die neueste, am I. Dezember 1440 statt gefundene Volkszählung weist in unserm Königreiche 464 Israeliten auf, so daß diese sich in dem Zeitraum von 1437—1440 um 0,023 Procent vermehrt haben. Da nun die Lutheraner sich um 0,032 Procent, die Reformirten um 0,024 Procent, die Katholiken nur um 0,004 Procent vermehrten, .so ist die Vermehrung der Juden eine mittlere, und es erweist sich die Behauptung in einem Artikel der Leipz. Allg. Zeit, vom vorvorigen Jahre, daß die Juden in Sachsen seit Einführung des neuen Gesetzes sich vermindert hätten, mit allen den Konsequenzen, die damals der Abfasser sich erlaubte, als lügenhaft. München, im Dezember. (Privatmitth.) Ueber die Studienverhaltniffe der hier Studirenden mosaischen Glaubens erlauben Sie mir wol folgende Bemerkungen. Obgleich in unserm Vaterlande allen Juristen unsrer Glaubensgenossen, nach den jetzt bestehenden Gesetzen, jede Aussicht auf eine Anstellung oder sonstige Versorgung geschlossen ist, haben sich doch von 22 mir bekannten Studirenden der hiesigen Universität 4 der Jurisprudenz gewidmet. Unter den übrigen 18 befinden sich: 3 Philologen, 5 Theologen und 10 Mediziner. Auch den jüdischen Philologen dürfte in Baicrn selbst keine Aussicht auf eine Stelle offen stehen. — Ja, selbst die Theologen haben bei der verhältnißmäßig großen Anzahl, welche bereits vorhanden ist, um so weniger viel zu hoffen, als die wenigen Stellen, welche vakant sind, nicht zu selten mit Individuen besetzt werden, welche keine Studienanstalt srequentirt haben. Endlich das Mißverhältniß der Mediziner hat das baiersche Ministerium durch einen öffentlichen Anschlag an den Universitäten des Landes bekannt machen lassen, in welchem erwähnt ist, daß bereits 700 Aerzte vorgemerkt wären, welche ohne Existenz, und die verhältnißmüßig wenigen Physikate, öffentlichen Stellen, und Stellen zur Ausübung der Praxis schon — und zwar größtenthcils mit jungen Männern besetzt wären. Es steht zwar den jüdischen Aerzten frei, ihre Praxis im Lande auszuüben, sie haben aber keinen Anspruch aus eine öffentliche Stelle. Und da wir in keiner Beziehung begünstiget werden, so ist auch hierin wenig Hoffnung. Ich verbinde mit diesem Berichte die wohlmeinende Absicht, die Aeltern unsrer Glaubensgenossen im Königreiche auf das Mißverhältniß der Studirenden aufmerksam zu machen, damit sie ihre Söhne noch frühzeitig genug einer Kunst oder einem Gewerbe widmen, wodurch sie ihr Heil begründen können, sie aber nicht den Studien zuwenden, zu welchen der Andrang jährlich wächst, obschon nach Vollendung derselben die Aussichten auf eine Existenz immer spärlicher werden. Hamburg, 13. Dezember. (Eingesandt.")) Das vor Kurzem in einem dieser Blätter (No. 44) befindliche Schreiben, die Talmud-Tora betreffend, ist hiesigen Ortes mit Staunen und Unwillen gelesen worden; es hat die Weise, in der der ungenannte Einsender die Leistungen dieses im wahrhaft religiösjüdischem Geiste wirkenden und bildenden Institutes herab zu würdigen versucht hat, mit Recht die Gemüther vieler Gemeindemitglieder, überhaupt aller Wahrheitsfreunde, außerordentlich empört. Da nun außer der Direktion des Instituts die in den letzten 20 Jahren aus demselben entlassenen Schüler darin vorzüglich angegriffen sind, so nehme ich, der ich mich mit Stolz zu dieser Zahl ihrer Schüler zähle, nachdem ich vergebens gewartet habe, daß Bessere, als ich, etwas erwidern würden, endlich mir die Freiheit, einige wenige Worte auf diese Schmähung zu entgegnen. Das in jenem Berichte gefällte Urtheil über die Anstalt ist in allen Theilen falsch. Es möchte wol noch mancher Jüngling aufzusinden sein, der der Talmud-Tora sowol seine religiös-jüdische, als auch überhaupt seine geistige Bildung zu verdanken hätte, und der im Stande wäre, „den Kindern orthodoxer Eltern, wenn letztere dies verlangen, das Erlernte wieder zu' gebenes könnte auch der Eine oder der Andere einige Zeilen hebräisch schreiben, wiewol dies keine der Anforderungen ist, die an eine Schule, geschweige denn an eine Volksschule, gerichtet werden dürften. Und man könnte auch viele junge Männer aufzählen, die, ohne sich dem jüdischen Studium gewidmet zu haben, durch- ") Nicht durch unsre Schuld verspätet. D. Red.

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