Mannheim
Compact Memory

Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1842-01-08 · Heft 2 (8.1.1842) · p. Seite 19

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
6 (1842)
Issue
Heft 2 (8.1.1842)
Date
1842-01-08
Page
Seite 19 (sequence 3)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
91% known words query
IRI
…/3224737-3225227-3225230--04072-3313640
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

19 Herrn Chacham über das Gebetbuch erhobenen Beschuldigungen, feierlich zurückzuweisen, und in ihrer Nichtigkeit darzustellen. Ich kenne das Motiv nicht, das den Herrn Chacham bestimmt hat, eine Zwistigkeit, die nie hätte entstehen sollen, und die nunmehr 23 Jahre geruht, vom Neuen herauf zu beschwören, und wegen eines, wie dessen Titelblatt ausdrücklich bemerkt, für ein Gotteshaus bestimmten Gebetbuches, dessen Ueberwachung gar nicht zu seiner Amtstätigkeit gehört, in seiner Gemeinde den glücklichen Frieden zu stören, den die frommen Lehrer zu den Grundpfeilern der Welt zählen, und den aus das heiligste zu bewahren uns so wiederholentlich einschärfen. — Verfehlt und übereilt war der Schritt gewiß.— Ueberflüssig für die Nichttheilnehmer des Tempels, da nach der ausgesprochenen Meinung des Herrn Chacham, das Gebetbuch außerhalb seines Kreises, seit seinem ersten Erscheinen bis jetzt, nicht den mindesten Anklang gefunden; — für die Theilnehmer des Tempels aber unnütz, die, wenn sie seinen Vorgängern, die als Talmudisten so große Achtung genossen, kein Gehör gegeben, ihm jetzt, wo noch eine 23jahrige Gewöhnung dazu kommt, gewiß nicht Folge leisten werden. Selbst vom Chachamischen Standpunkte aus hätte die Vorschrift der frommen Lehrer Beherzigung verdient naib niLaw awa sau» itfbttJ nai naib «b« NlLa “P nan und in Absicht auf die in den 23 Jahren herangewachsene neue Generation ihr weiser Grundsatz: yta tw bjsi pana iwv am». Wenn aber der Herr Chacham, um den großen Einfluß des von seinen Vorgängern und ihm nun wiederholentlich hingeworfenen Anathems hervorzuheben die Worte gebraucht: Es ist bisher keinem ■'nmr in den Sinn gekommen seine nain nbsn aus jenem Buche bbe.’na zu sein; so kann ich es zwar ihm selbst darzuthun überlassen: erstens, woher ihm diese prophetische Wissenschaft gekommen, und zweitens, was ihm das Recht gebe, die zahlreichen Theilnehmer des Hamburger Tempels, zu denen wie bekannt mit die vorzüglichsten Gemeindeglieder gehören, für keine tmsr zu halten. So weit aber die Teilnehmer des deutsch-israelitischen Gottesdienstes in Leipzig dabei betheiligt sind, muß ich gegen die vom Herrn Chacham gebrauchte Phrase aus allen Kräften protestiren, indem ich nicht nur sämmtlichr Theilnehmer ohne Ausnahme, für ö-hw erkenne, sondern auch weiß, daß viele unter ihnen in ihrer Glaubensansiä^ P c '-giösen Auffassungsweise streng orthodox sind. Wie viel würdiger und edler fassen die heiligen Lehrer den Begriff WST' — bKn-an auf! Bei ihnen heißt es: btnia-’ Nin fba ns-ian ba, und Maim. üia» 2.4. sagt: inmnln baa rma ata^a nsian bai tma tJWMin Tuaatiia na baai a^^aan baai nba vbisn yia n^i. Sehen wi" auf die in der erwähnten nsnia ausgesprochen? Vcrurtheilung des' Gebetbuches selbst; so begründet sie der Herr Chacham auf die Behauptung, in demselben „die unverantwort» liche Zerstörung des Gebetgeistes durch Wegflreichung ynd Ummodelung der auf unsere religiöse Zukunft rptaa nbarra Tmn bezüglichen Stellen la'nibana" wahrzunehmen. Was die '•'rin betrifft muß diese Behauptung, als der Wahrheit offenbar widersprechend, gänzlich zurückgewiesen werden. Denn nicht nur befindet sich diese Glaubenslehre in dem Gebetbuche an allen Stellen, und in ganz unveränderter Form, wie in den gewöhnlichen Gebetbüchern ausgedrückt, namentlich in maa nns; nana und im letzten Verse des Jigdal: ana bir irrp ovia non, sondern sie wird auch, was in den gewöhnlichen Gebetbüchern nicht der Fall ist, in dem Kaddisch zur Todtenfeier, der auch so oft Leidtragende bei dem Gottesdienste sich befinden, gebetet wird, in den -Worten wiederholt: — Nab? «rnnb tw rnnn irna nunreba. Aber auch in Absicht auf nbirra miaa-i ist die Behauptung des Herrn Chacham nicht der Wahrheit gemäß. Eine Wegstreichung und Ummodelung der auf diese Glaubenslehre bezüglichen Stellen findet nirgend Statt. Die vielen Stellen nicht anzuführen, die die verheißene Erlösung im Allgemeinen aussprechen, kommt dieser Glaubensartikel in der speziellsten Auffassung und nach dem orthodoxesten Lehrbegriff so oft und so unumwunden in dem Gebetbuche vor, daß dieses ignoriren den Verdacht einer Absichtlichkeit nicht zurückweisen läßt. In ratn nana heißt es •ya n^anb nrnasn nn aiam und ferner wmm o^anna parb ‘pnaa ■a-ons. In tpia zu den Festtagen: sann ^ba k'ik "n paba ysn w;aai

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.